Ergebnisse des G20-Gipfels in Pittsburgh


28.09.2009 16:30Uhr
von Carola Bieniek

Insgesamt scheinen auf dem G20-Gipfel in Pittsburgh in der letzten Woche einige Fortschritte in Richtung Neuorganisation der globalen Machstrukturen, damit diese repräsentativer werden, gelungen zu sein. Doch es muss noch eine Menge mehr geschehen, bevor die G20 ein wirklich die Interessen aller repräsentierendes Entscheidungsforum wird.

Ich habe den Gipfel hindurch den Leiter von ONEs US-Abteilung für Regierungsbeziehungen Tom Hart begleitet. Er sagt mir in Bezug auf das Kommuniqué:

„Die Abkehr von der G8 hin zur G20 ist eine wahrlich richtungsweisende Veränderung: sie bedeutet, dass ein größerer Teil der Weltbevölkerung mit am Tisch sitzt. Doch dieses neue, weiter gefasste Weltgremium muss nun auch beginnen, sich um die Bedürfnisse der ärmsten Länder, insbesondere in Afrika, zu kümmern. Seit fast einem Jahrzehnt ist Afrika fester Bestandteil der Tagesordnung bei den G8-Gipfeln, auch wenn die Einlösung von gemachten Versprechen nicht immer zufriedenstellend verläuft. Während der Übergangsphase darf Afrikas Entwicklung nicht hinten runter fallen. Eine Möglichkeit zu beweisen, dass die Welt Afrika nicht vergessen wird, ist einen der kommenden G20-Gipfel auf dem afrikanischen Kontinent abzuhalten.“

G20 nach Afrika

Am Freitag haben wir der US-Delegation unsere Petition überreicht. 75.000 Unterstützerinnen und Unterstützer hatten ihren Namen unter die Forderung gesetzt, eines der nächsten Treffen der G20 in Afrika abzuhalten.

Dieses sind ein paar der Ergebnisse im Abschlussdokument, die direkte Auswirkungen auf Afrika haben könnten:

  • Landwirtschaft: Die G20-Staaten riefen die Weltbank auf, einen neuen Treuhänderfonds zu entwickeln. Dieser soll der Umsetzung der Nahrungsmittelinitiative der G8 vom Gipfel in L’Aquila im Juli dienen. Der multinationale Fonds würde eine Reihe von Prinzipien, die das Weiße Haus vorgeschlagen hatte, unterstützen. Ziel ist es, landwirtschaftliche Hilfe so zu gestalten, dass sie wirksamer ist, besser koordiniert wird und sich stärker an den Entwicklungsstrategien der armen Länder ausrichtet.
  • Klimawandel: Die G20 haben sich nicht darauf einigen können, dazu aufzurufen, dass den ärmsten Ländern Mittel zur Verfügung gestellt werden, mit denen sie die schädlichen Folgen des Klimawandels abmildern und die Ursachen bekämpfen können. Wir waren enttäuscht zu sehen, dass es keinerlei Erwähnung der Dringlichkeit gab, die dieses Thema hat.
  • Afrikanische Entwicklungsbank: Die G20-Staaten haben ihre Verpflichtung wiederholt, sicherzustellen, dass die multilateralen Banken über genügend finanzielle Mittel verfügen. Dies betrifft insbesondere die konzessionären Kredite der Weltbanktochter International Development Association (IDA) und die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB). Die Afrikanische Entwicklungsbank hatte als Reaktion auf die Finanzkrise Kredite in Höhe von $4 Mrd. ausgezahlt und braucht nun dringend Unterstützung, um seine Mittel wieder aufzufüllen. ONE begrüßt vor allem die Ankündigung Kanadas, der Bank zusätzliche $2,8 Mrd. in Kreditgarantien zur Verfügung zu stellen.
  • Weltbank und IWF: Beide internationale Finanzinstitutionen haben Schritte unternommen, mit denen sie eine erhöhte Repräsentanz der Entwicklungsländer sichern wollen.

– Virginia Simmons –

Schlagworte: Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB), Favoriten, G20, Internationaler Währungsfonds (IWF), Klimawandel, Landwirtschaft, Politik Aktuell, Weltbank, Wirksamkeit

 



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