Podiumsdiskussion in Pittsburgh


24.09.2009 16:30Uhr
von Carola Bieniek

G20 und Entwicklung - Podiumsdiskussion in Pittsburgh Gestern veranstaltete ONE zusammen mit dem Center for Global Development und der Universität von Pittsburgh eine Podiumsdiskussion zum Thema „Die G20 und die weltweite Entwicklung“. Es sprachen unter anderem Tim Adams, früherer Leiter der Abteilung für international Beziehungen im US-Finanzministerium, Nancy Birdsall, Präsidentin des Center for Global Development, Donald Kaberuka, Präsident der Afrikanischen Entwicklungsbank und David Lane, Präsident und Hauptgeschäftsführer von ONE. Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Louis Picard von der Graduate School of Public and International Affairs der Universität von Pittsburgh.

Nanc BirdsallZu Beginn fand Nancy Birdsall folgende einführende Worte: In den USA sei die Finanzkrise eine Frage von insolventen Banken, verlorenen Arbeitsplätzen und Häusern. Doch in den ärmsten Ländern der Welt sei die Finanzkrise eine Frage von unterernährten Babys und Kindern, die nicht weiter zur Schule gehen können, weil sie nun das Geld verdienen müssen, nachdem ihre Eltern ihre Arbeit und alle Besitztümer verloren haben.

Birdsall wies auch darauf hin, dass die G20 ein relativ neues globales Forum sei. Die Gruppe der 20 habe zwar nicht die Möglichkeit, ihre Ziele auch formal umzusetzen. Doch sie habe die Möglichkeit, die Richtung der Arbeit anderer Institutionen, wie den Vereinten Nationen, der Weltbank oder dem IWF zu beeinflussen. Wenn sich die G20-Staaten also treffen, sollten sie also auch immer angeben, mit welchen internationalen Institutionen sie zusammenarbeiten wollen, um ihre selbst gesetzten Ziele umzusetzen. Birdsalls Hoffnung für dieses Treffen sind vor allem Antworten auf zwei drängende Probleme: die Folgen des Klimawandels für die Ärmsten der Welt und Unterstützung für die Entwicklungsländer, um sich gegen die Folgen der Wirtschaftskrise in den Industrieländern wappnen zu können.

Tim AllenAls nächstes war der ehemalige Leiter der Abteilung für internationale Beziehungen im US-Finanzministerium Tim Allen an der Reihe. Er betonte, dass in jeder Wirtschaftskrise vor allem diejenigen betroffen seien, die auf Kapital von anderen angewiesen seien. Die Ironie der ganzen Sache sei aber, dass es in vielen Entwicklungsländern viel Kapital gäbe. Jedoch würde dieses nur allzu häufig ins Ausland abfließen. Was fehlt seien Institutionen, die sicherstellen, dass das Geld im Land bleibt. Diese müssten aufgebaut werden. „Was zählt, sind Infrastruktur und Humankapital.”

David LaneDavid Lane von ONE nutzte seine einführenden Worte, um auf drei Hauptpunkte hinzuweisen. Erstens: Einbeziehung – Die G20 hätte deutlich gemacht, dass ihr oberstes Ziel die Erholung der Weltwirtschaft sei. Afrika sei unter jenen, die von der Krise am stärksten betroffen sind und müsse daher Teil jedweden Plans zur wirtschaftlichen Erholung sein. Lane wies auch auf ONEs offizielle Forderung, eines der nächsten G20-Treffen in Afrika abzuhalten, hin. Dabei forderte er alle im Raum auf, die dazugehörige Petition zu unterzeichnen. Außerdem sprach Lane von der enormen Wichtigkeit von Partnerschaften und der Rolle, die sowohl die Industrie- als auch die Entwicklungsländer dabei spielen, Fortschritte zu ermöglichen. Entwicklungsländer müssten sich auf bessere Regierungsführung konzentrieren. Geberländer hingegen müssten sich für Handel öffnen und in die Infrastruktur der armen Länder investieren.

Donald KaberukaAls Donald Kaberuka, Präsident der Afrikanischen Entwicklungsbank, das Podium betrat, sagte er: „Ich möchte Ihnen erzählen, was wir als Afrikaner in der Weltwirtschaftskrise fühlen.“ Er zitierte als Beispiel Ghana, das erste afrikanische Land, das Unabhängigkeit erhielt. Die 1980er wären für dieses Land wirtschaftlich erfolgreich gewesen und in den 1990ern hätten sich außerdem durch politische Fortschritte ausgezeichnet. „1982 ging es der ghanaischen Wirtschaft schlechter als Simbabwe. Heute wird das Land als Vorbild gepriesen. Aber auf dem ganzen Kontinent wächst die Frustration.“

„Viele Länder machten zwar Fehler. Doch in der Mehrzahl taten sie die richtigen Dinge. Und plötzlich werden diese Erfolge aufgehalten, weil es außerhalb [Afrikas] Probleme gibt. […] Und dann sehen wir, dass die Antwort auf die Krise nicht wirklich global war. Hier geht es nicht um Wohltätigkeit. Es geht darum, dass wir gemeinsam mit Ihnen zur Weltwirtschaft beitragen. […] Dieses hätte der Gipfel sein sollen, auf dem die bisher ungelöste Frage des globalen Rettungspakets besprochen wird.“

– Virginia Simmons –

Im zweiten Teil berichtet Virginia von einigen Fragen, die an das Podium gerichtet wurden.

Schlagworte: David Lane, Entwicklungszusammenarbeit, G20, Handel, Klimawandel

 



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