Unsere Kollegin Virginia Simmons besuchte gestern in Pittsburgh – am Rande des G20-Gipfels – eine von ONE zusammen mit dem Center for Global Development und der Universität von Pittsburgh veranstaltete Podiumsdiskussion zum Thema „Die G20 und die weltweite Entwicklung“. Es sprachen unter anderem Tim Adams, früherer Leiter der Abteilung für international Beziehungen im US-Finanzministerium, Nancy Birdsall, Präsidentin des Center for Global Development, Donald Kaberuka, Präsident der Afrikanischen Entwicklungsbank und David Lane, Präsident und Hauptgeschäftsführer von ONE. Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Louis Picard von der Graduate School of Public and International Affairs der Universität von Pittsburgh. Hier ein paar sehr interessante Fragen an die Experten und deren Antworten:
Nachdem jeder der Podiumsteilnehmer ein paar einführende Worte gesprochen hatte, nahm die Runde Fragen entgegen. So fragte der Moderator Dr. Louis Picard David Lane von ONE:
„Im östlichen Michigan geht es amerikanischen Bürgern sehr schlecht. Afrika ist vom Leben durchschnittlicher Amerikaner so weit entfernt. Warum sollten sie sich um Orte, die so weit weg sind, kümmern?”
Lane antwortete, dass es dem Land in der Tat sehr schlecht gehe. Doch in Bezug auf die absolute Armut gäbe es eine Verpflichtung denen zu helfen, die nichts zu essen haben und die ihre Körper auf der Straße verkaufen müssen. Dieses sei natürlich vor allem ein moralisches Argument, welches aber viele Amerikaner überzeuge. Allerdings sei das Argument nicht nur ein moralisches, sondern ginge noch viel weiter. In einer Zeit der Globalisierung sei es gegen das Eigeninteresse, einen Teil der Welt aus der Weltwirtschaft auszuschließen. „Ich werde mich nicht hier hinstellen und sagen, dass es zwischen Armut und Terrorismus eine deutliche, lineare Verbindung gibt. Aber Somalia beispielsweise, hat seit mehr als zehn Jahren keine funktionierende Regierung gehabt, es hat seit mehr als zehn Jahren kein funktionierendes Bildungssystem gehabt. Es sollte uns also nicht überraschen, dass in dieser Gegend ein paar sehr gefährliche Gedanken kursieren.“
Ein Wirtschaftsstudent aus Pittsburgh richtete sich an die ganze Gruppe und fragte:
„Ich habe gehört, dass Afrika nicht arm ist, sondern dass es nur armselig verwaltet wird. Denken Sie, dass das stimmt?”
Donald Kaberuka antwortete als erster. Er sagte, dass Afrikaner beispielsweise nichts zum Klimawandel beigetragen hätten. Und trotzdem würden sie darunter leiden: „Reiche Länder sollten wenigstens etwas zur Anpassung an den Klimawandel tun. Wir stimmen überein, dass es Probleme bei der Regierungsführung gibt. Doch die haben den Klimawandel nichts verursacht.“
Tim Allen meldete sich ebenfalls zu Wort und wies darauf hin, dass Afrika reich an Bodenschätzen sei. „Doch das hilft nicht, wenn diese genauso wie die Gewinne daraus ins Ausland verschwinden.“ Der Grund, dass die Ressourcen nicht in den Ländern blieben, sei, dass es keinen ausreichenden Rahmen gibt. „Wir müssen einen Weg finden, Ersparnisse in den Ländern zu behalten und andere davon abzuhalten, hinzugehen und mit den natürlichen Ressourcen der Entwicklungsländer zu verschwinden.“
– Virginia Simmons –
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