Weltentwicklungsbericht zum Thema Klimawandel und Entwicklung


23.09.2009 16:30Uhr
von Carola Bieniek

In der letzten Woche veröffentlichte die Weltbank den Weltentwicklungsbericht 2010 mit dem Titel „Entwicklung und Klimawandel“. Das Thema ist vor allem deshalb so relevant, weil im Dezember die UN-Mitgliedsstaaten in Kopenhagen zusammenkommen werden. Ihr Ziel wird es sein, ein neues weltweites Klimaabkommen zu verabschieden. Dieses soll das Kyoto-Abkommen aus dem Jahr 1997 ersetzen.
Obwohl im Kampf gegen extreme Armut und für Entwicklung schon weitreichende Fortschritte gemacht wurden, bleibt noch eine Menge zu tun – und der Klimawandel macht das nur noch komplizierter. Wie der Bericht bestätigt, werden die Folgen des Klimawandels – die schon jetzt zu spüren sind – die Entwicklungsländer am schwersten treffen; mehr Menschen werden in die Armut gestoßen und Jahre erfolgreicher Armutsbekämpfung werden zunichte gemacht. Diesen Auswirkungen muss begegnet werden. Außerdem müssen zusätzliche Investitionen in Energieversorgung, Transport, urbane Systeme und landwirtschaftliche Produktion getätigt werden, um fortgesetzte Entwicklung sicherzustellen. Und diese Investitionen müssen „klimasicher“ sein.

Der Bericht drängt besonders darauf, dass die Länder jetzt handeln müssen, dass sie zusammen handeln müssen und dass sie anders handeln müssen. Nicht nur, um die Folgen des Klimawandels anzugehen, sondern auch um Entwicklung Priorität einzuräumen, ohne dabei den Klimawandel voranzutreiben. Industriestaaten können und müssen ihre CO2-Emmissionen reduzieren und aufhören, mehr als nur ihren angemessenen Anteil des „Gemeinguts Atmosphäre“ aufzubrauchen, so der Bericht weiter. Der Bericht stellt auch dar, dass Entwicklungsländer ohne negativen Einfluss auf ihre Entwicklung oder die Armutsbekämpfung auf klimafreundliche Aktivitäten ausweichen können. Allerdings werden dazu von den Industriestaaten mehr finanzielle und technische Unterstützung – sowohl von der öffentlichen Hand als auch von privaten Gebern – benötigt. Der Bericht warnt, dass nur mit schnellem und gemeinsamem Handeln eine „klima-intelligente“ Welt entstehen kann. Die Kosten dafür wären zwar hoch, aber es sei nicht unmöglich sie aufzubringen.

Mit Blick auf die Abmilderung des Klimawandels (mitigation) stellt der Bericht fest, dass die Ausweitung von Vorsorgeprojekten (z.B. neue Technologien, Aufforstung und Schutz von Wäldern) Schlüssel für den Umgang mit dem Klimawandel sein wird. Nur so kann Entwicklung weiterhin stattfinden – auf klimafreundliche Art und Weise. Laut Weltentwicklungsbericht könnten bereits bekannte Technologien und Verfahrensweisen zur Reduzierung des CO2-Ausstosses nicht nur den Stromverbrauch senken, sondern auch Geld einsparen und gleichzeitig die Entwicklung unterstützen. Mit Blick auf die Anpassung an den Klimawandel (adaptation) stellt der Bericht ganz klar heraus, dass Entwicklungsländer den Großteil der Kosten tragen werden und dass Entwicklungsländer – insbesondere jene, die dem Klimawandel am stärksten ausgesetzt sind – Unterstützung bei der Anpassung benötigen werden. Klimafinanzierung muss ausgeweitet werden, so der Bericht, denn die derzeitig verfügbaren Mittel reichen bei weitem nicht an den geschätzten Bedarf heran. Laut Weltbank werden für Forschung und Entwicklung jährlich $100 bis 700 Mrd. benötigt. Derzeit stehen aber nur $13 Mrd. an öffentlichen Geldern und $40 bis 60 Mrd. an privaten Geldern zur Verfügung.

– Beth Adler –

Schlagworte: Beth Adler, Entwicklungszusammenarbeit, Klimawandel, Landwirtschaft, Politik Aktuell, Weltbank

 



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