Versammlung der Nationen – aller Nationen


21.09.2009 16:30Uhr
von Carola Bieniek

Letzten Dienstag begann die 64. Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York. Aber was geschieht dort eigentlich? Und warum sollte es uns interessieren?

Die Vollversammlung wurde 1945 gegründet. Unter anderem ist sie das Gremium der Vereinten Nationen (Uno), in dem meisten politischen Richtlinien der Uno vereinbart werden (die Uno besteht aus fünf Hauptgremien: Vollversammlung, Sicherheitsrat, Wirtschafts- und Sozialrat, Treuhandrat und Internationaler Gerichtshof). Da in ihr alle 192 Mitglieder der Uno zusammenkommen, stellt die Vollversammlung die einzigartige Gelegenheit dar, verschiedenste Themen, die alle Staaten betreffen, zu diskutieren. Jedes Mitgliedsland – egal wie groß oder einflussreich außerhalb der Vollversammlung – hat eine Stimme. Das bedeutet, dass es oft die Entwicklungsländer sind, die die Tagesordnung und den Verlauf der Debatten bestimmen.

Obwohl die Vollversammlung nur nicht-verbindliche Empfehlungen beschließ, haben viele dieser Vorschläge die Leben von Millionen Menschen überall auf der Welt verändert. Im Jahr 2000 zum Bespiel verabschiedete die Vollversammlung die Millenniumserklärung, die historische Vereinbarung, mit der acht Ziele zur Reduzierung weltweiter Armut und vermeidbarer Krankheiten bis zum Jahr 2015 herausgestellt wurden. Wir kennen diese Ziele heute als Millennium-Entwicklungsziele (MDGs). Seit dem Jahr 2000 wurde erhebliche Fortschritte bei der Erreichung einiger dieser MDGs gemacht: geschätzte 3,2 Millionen HIV-positive Afrikaner erhalten derzeit antiretrovirale Medikamente und 88 Millionen Moskitonetze wurden vom Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria ausgegeben, was die Zahl der Todesfälle durch Malaria in Ländern wie Äthiopien, Ruanda und Kenia drastisch senkte.

Die Vollversammlung ist eines der wenigen Gremien, in dem jedes Land der Welt vertreten ist. Und obgleich die Empfehlungen nicht bindend sein mögen, sind sie doch repräsentativ und wirken nach. In diesem Jahr gibt es eine Menge zu tun im Kampf gegen extreme Armut und Krankheiten – unter anderem die Beschleunigung auf dem Weg zur Erreichung der MDGs -, insbesondere mit Blick auf die Nahrungsmittelkrise, die Finanzkrise und die Klimakrise. Lasst uns also hoffen, dass wenn sich diese Woche die Vollversammlung trifft und die G20 in Pittsburgh zusammenkommt, am Ende lebensrettende Maßnahmen stehen.

Die Vollversammlung geht übrigens noch bis Dezember weiter. Wir halten euch über Neuigkeiten auf dem Laufenden.

– Kara Arsenault –

Schlagworte: Entwicklungszusammenarbeit, HIV/Aids, Kara Arsenault, Malaria, Politik Aktuell, UNO

 



Kommentar hinzufügen

 

Name (Pflichtfeld)

 

E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) (Pflichtfeld)

 

 

Der ONE Blog

Im ONE Blog berichten wir über Hintergründe und Neuigkeiten rund um die Armutsbekämpfung weltweit. Die Beiträge stammen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ONE, aber auch von Unterstützerinnen und Unterstützern, Netzwerkpartnern, Freunden der Organisation und Entwicklungsexperten.

Der Inhalt der Beiträge und Kommentare spiegelt die Meinung der Autoren wider und entspricht nicht immer den Ansichten von ONE.