Kenia: Den Wind fangen


16.09.2009 16:30Uhr
von Carola Bieniek

In Kenia wird derzeit an Plänen für den größten Windpark Afrikas gearbeitet. Ein Wüstengebiet im Norden des Landes rund um den Turkanasee soll bis 2012 Heimat für 365 Windturbinen werden. Wenn der Windpark fertig gestellt ist, sollen 300 Megawatt in das kenianische Stromnetz fließen – dies entspricht etwa einem Viertel der derzeitig bestehenden Kapazitäten. Unter anderem wird das Projekt von der Afrikanischen Entwicklungsbank gefördert.

Nordafrikanische Länder wie Ägypten und Marokko nutzen schon länger den Wind zur Energieerzeugung. Doch nun werden auch in den Ländern südlich der Sahara größere Projekte in Angriff genommen. Dort besteht nicht nur ständig die Gefahr von Stromausfällen, der Energiebedarf wächst auch stetig an. Neben weiteren Projekten in Kenia, sind auch Windparks in Äthiopien und Südafrika geplant. Diese Art der Energiegewinnung ist nicht nur umweltfreundlicher als Kohle oder andere fossile Brennstoffe; Ländern wie Kenia ermöglicht sie darüber hinaus die Möglichkeit, Überschüsse in Nachbarländer zu exportieren oder in Form von Anleihen an die Industrieländer zu verkaufen, in denen CO2-Emmissionen ausgeglichen werden müssen.

Die Nachfrage nach Elektrizität in Kenia – die derzeit vor allem aus Wasserkraft und mit Hilfe einiger Erdwärmekraftwerke gewonnen wird – steigt weiter an. Dies gilt insbesondere in den ländlichen Gebieten aber auch im ganzen Land aufgrund der Entwicklung der Wirtschaft. Dazu kommt, dass ausbleibende Regenfälle und die Zerstörung von Schlüsselanlagen zur Wasserspeicherung die Produktion von Strom aus Wasserkraft in letzter Zeit erheblich eingeschränkt haben. Um diese Lücke zu schließen, importiert die Regierung derzeit fossile Brennstoffe. Es ist jedoch erklärtes Ziel, die Abhängigkeit von Wasserkraft in den nächsten fünf Jahren zu senken, indem mehr Energie aus Erdwärme und Windkraft in das Stromnetz fließt. Diese Alternativen sind nicht nur umweltfreundlicher, sondern über längere Zeit auch preiswerter als fossile Brennstoffe. Außerdem gehen sie mit der Möglichkeit, in Zukunft CO2-Zertifikate an Industrieländer zu verkaufen, einher.

– Beth Adler –

Schlagworte: Beth Adler, Handel, Kenia, Klimawandel, Politik Aktuell

 



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