Intelligente Hilfe hilft Kindersterblichkeit zu senken


11.09.2009 16:30Uhr
von Carola Bieniek

Gestern veröffentlichte Unicef aktuelle Zahlen zur Kindersterblichkeit: Jedes Jahr sterben weltweit 8.800.000 Kinder vor ihrem fünften Geburtstag. Trotz dieser immens hohen Zahl gibt es eine gute Nachricht: es ist der niedrigste Wert seit Unicef Berichte zur weltweiten Kindersterblichkeit veröffentlicht. Wir haben Beispiele zusammengetragen, wie intelligente Hilfe dazu beigetragen hat:

In Äthiopien beispielsweise, hat intelligente Hilfe dabei geholfen, die Zahl der Todesfälle durch Malaria drastisch zu reduzieren. Im Jahr 2005 hat die äthiopische Regierung (mit der Unterstützung von Gebern) eine ambitionierte Strategie angekündigt, mit der jeder gefährdeten Familie zwi Moskitonetze zur Verfügung gestellt werden sollten. Bis Januar 2008 waren 20,5 Mio. Netze verteilt worden und ein Drittel der gefährdeten Kinder schliefen nun sicher unter Netzen (2005 waren es nur zwei Prozent gewesen). Innerhalb von drei Jahren nach Beginn des Programmes war die Zahl der Todesfälle durch Malaria um die Hälfte gesunken.

Dieser Erfolg entstand auch Dank wirksamer Malaria-Behandlungsmöglichkeiten. Äthiopien arbeitet unerlässlich daran, den Zugang zu grundlegenden Gesundheitsangeboten zu verbessern. Dabei wurden 30.000 junge Frauen ausgebildet, damit in jedem einzelnen Dorf zwei Gesundheitsarbeiter (health extension workers) vorhanden sind. Die Ausbildung dieser Gesundheitsarbeiter und die Verteilung der Tests für verschiedene Krankheiten wurden aus Mitteln des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, TB und Malaria bezahlt.

Eine weitere Erfolgsgeschichte kommt aus Malawi, das laut UNICEF nun auf dem besten Weg ist, das Millennium-Entwicklungsziel zur Reduzierung der Todesrate bei Unterfünfjährigen um zwei Drittel zwischen 1990 und 2015 zu erreichen – als eines von zehn Ländern, bei denen die Sterblichkeit der Unterfünfjährigen besonders hoch war.

Schätzungen gehen davon aus, dass die Zahl der Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren von 225 pro 1.000 Lebendgeburten im Jahr 1990 auf 100 pro 1.000 Lebendgeburten im Jahr 2008 gefallen ist. Im Jahr 200 schliefen nur drei Prozent der Kinder unter einem Moskitonetz. 2006 waren es bereits 25 Prozent. Die besondere Aufmerksamkeit für diesen Bereich hat eine erhebliche Anzahl von Kinderleben gerettet.
Intelligente Hilfe hat auch geholfen, die Nahrungsmittelproduktion in Malawi stark auszubauen. 2006 hat die malawische Regierung eine wichtige Düngemittelsubvention eingeführt, mit der Kleinbauern unterstützt werden (das Programm wird jetzt vom britischen Entwicklungsministerium DFID unterstützt). Diese Subvention erlaubt es ihnen, mit Gutscheinen bessere Düngemittel und Samen zu kaufen. Das hat in den letzten beiden Jahren zu einem Rekordüberschuss in der Maisproduktion geführt. Und es scheint, als könnte diese Subvention auch zur Reduzierung der Kindersterblichkeit durch schwere Unterernährung beitragen und dazu beitragen, dass sich die Zahl der Mahlzeiten pro Tag erhöht.

Lesen Sie auch unsere Presseerklärung zur den aktuellen Unicef-Zahlen zur Kindersterblichkeit.

Schlagworte: Äthiopien, Gesundheit von Müttern und Kindern, Globaler Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM), Intelligente Hilfe, Landwirtschaft, Malaria, Malawi, Politik Aktuell, UNO, Wirksamkeit

 



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