Sep 7th, 2009 4:39 PM UTC
By Andreas Hübers
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Am 3. und 4. September hatten Inwent und DIE in Berlin zur Konferenz „Global Financial Governance – Challenges and Regional Responses“ geladen. 50 Experten, unter anderem aus den Schwellenländern Brasilien, Indien, China und Südafrika sowie aus Deutschland, tauschten sich über die bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung der globalen Finanz-und Wirtschaftskrise aus und diskutierten, wie die internationale Reaktion koordiniert werden kann. Im Vorlauf gab es in den Hauptstädten dieser Länder bereits Arbeitstreffen worden, deren Ergebnisse nun zusammengetragen wurden.
Die südafrikanischen Vertreter Dr. Johann Delpoort und Francis Selialia stellten in ihren Beiträgen heraus, dass Südafrika von den direkten Folgen der Finanzkrise verschont geblieben ist. Südafrika hatte die nationalen Finanzmärkte ausreichend reguliert und die Banken im Land hatten somit auch keine „Giftpapiere“ angesammelt. Trotzdem spürt die südafrikanische Volkswirtschaft die Krise sehr stark: Da Südafrika stark von Rohstoffexporten abhängt, ist der Preisverfall auf den Rohstoffmärkten sehr negativ für das Wirtschaftswachstum. Außerdem hat die Finanzmarktkrise große Auswirkungen auf den Zugang zu Infrastrukturfinanzierungen. Laut Sam Muradzwika, Chefökonom der südafrikanischen Entwicklungsbank DBSA, wurde in jüngster Zeit die Finanzierung für 19 % der Infrastrukturprojekte gekündigt. Andere Projekte wurden teurer oder verzögern sich.
Die südafrikanische Strategie zur Krisenbekämpfung besteht darin, die Abhängigkeit vom Weltmarkt durch regionale Integration zu verringern. Dazu gehören neben der Handelsintegration auch die Integration der Geldmärkte und eine Vereinheitlichung der Finanzregulierungssysteme. Ein regionaler Finanzmarkt kann auch als zusätzliches Standbein wirken, wenn internationales Kapital ausbleibt.
– Andreas Hübers –
TAGS: Andreas Hübers, Handel, InWEnt, Politik Aktuell, Südafrika
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