IWF kündigt weitere Darlehen an

03.08.2009 16:30Uhr
von ONE Deutschland

Letzten Mittwoch kündigte der International Währungsfonds (IWF) an, dass er arme Länder (low income countries) mit weiteren Darlehen unterstützen wird, um ihnen in der derzeitigen Wirtschaftskrise zu helfen. Es wird erwartet, dass der IWF diesen Ländern bis 2014 bis zu $17 Mrd. zur Verfügung stellen wird; davon $8 Mrd. über die nächsten zwei Jahre. Zusätzlich kündigte der IWF an, dass die Länder auf IWF-Darlehen bis 2011 keine Zinsen zu zahlen haben würden, auch nicht auf bestehende Darlehen.

Während ihres Gipfels im April hatten die Staats- und Regierungschefs der G20 den IWF als Reaktion auf die weltweite Krise um neue Darlehen in Höhe von $6 Mrd. für arme Länder gebeten. Im April rief ONE gemeinsam mit anderen Organisationen den IWF auf, auf den Erfolgen des G20-Gipfels aufbauend afrikanischen Ländern die Mittel zu Verfügung zu stellen, die sie benötigen, um durch die Finanzkrise zu kommen, ohne unhaltbare Schuldenberge anzuhäufen. ONE forderte vom IWF, dass er dazu in größerem Maße eigene Mittel und erwartete Gewinne aus dem anstehenden Verkauf von Goldreserven nutze. Der IWF ist Forderungen nachgekommen, Mittel zu niedrigen Zinsen bereit zu stellen. Wichtiger noch: die Ankündigung, dass es bis 2011 keine Änderungen in den Zinssätzen geben wird und dass nach 2011 die Zinssätze gesenkt werden.

Die Ankündigungen des IWF beinhalteten auch neue Vorkehrungen zur Bereitstellung der Mittel, beispielsweise neue und überarbeitete Vergabeinstrumente, um sich besser an die individuellen Bedürfnisse der Empfängerländer anzupassen. Zu diesen Instrumenten gehört auch eine Bereitschaftskreditfazilität, aus der Länder dann Mittel erhalten, wenn sie sie benötigen. Damit verbessert sich die Flexibilität im Interesse der Empfänger. Die Mittel für die neuen Darlehen werden zum Teil aus dem Verkauf von Goldreserven des IWF kommen, erklärte ein Sprecher.

Der IWF berichtete außerdem, dass die Darlehen an arme Länder in den vergangenen zwölf Monaten auf ein vierfaches des bisherigen Höchststandes erhöht wurden. In den Ländern südlich der Sahara beliefen sich die neuen Zusagen des IWF zwischen Januar und Juli auf $2,7 Mrd. (verglichen mit $1,1 Mrd. für das gesamte Jahr 2008). Die Weltbank schätzt, dass 2009 allein bis zu 50 Millionen Menschen vor dem Risiko stehen, in die extreme Armut zu rutschen. Diese Erhöhung der Mittel durch den IWF dient lediglich dazu, diesen Schaden zu begrenzen. Die Folgen der Finanzkrise werden weiterhin die Länder südlich der Sahara in ihrer Entwicklung behindern.

ONE-Unterstützer Bob Geldof sagte als Reaktion auf die Ankündigung des IWF: „Bis vor kurzen war es möglich gewesen, Billionen aufzutreiben und in Konjunkturpakete für die Reichen zu stecken. Doch für die Unterste Milliarde war nichts drin. Dominic Strauss Kahns entschiedenes Eingreifen beim IWF hat einen unerlässlichen Durchbruch für die ärmsten Länder gebracht, die hart von der Wirtschaftskrise – für die sie nicht verantwortlich sind – getroffen sind. Großer Dank geht auch an Barney Frank und das US-Finanzministerium, die sich unaufhaltsam für diese Vereinbarung eingesetzt haben.”

Wir hoffen dass der IWF auch weitere Optionen erkunden wird, wie armen Ländern mehr Mittel durch Kredite oder Schuldenerlass zur Verfügung gestellt werden können.

– Pooja Gupta –

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Schlagworte: Bob Geldof, Entwicklungszusammenarbeit, G20, Internationaler Währungsfonds (IWF), Politik Aktuell, Pooja Gupta, Weltbank

 

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