Vereinte Nationen warnen: Um bis 2015 die MDGs zu erreichen, müssen noch weit mehr Fortschritte gemacht werden


31.07.2009 16:30Uhr
von Carola Bieniek

Es sind nur noch sechs Jahre bis 2015 – dem Jahr, bis zu dem die meisten der Millennium-Entwicklungsziele (MDGs) erreicht werden sollen. Doch der aktuelle Bericht der Vereinten Nationen zu den MDGs hat ermittelt, dass Fortschritte nicht schnell genug gemacht werden. Die weltweite Wirtschaftskrise und die Nahrungsmittelkrise zusammen mit den immer stärker sichtbaren Folgen des Klimawandels haben die Situation nicht nur erschwert, sie drohen auch bereits erreichte Erfolge zunichte zu machen.

In der letzten Woche veranstalteten die United Nations Foundation und die Millenniumkampagne gemeinsam eine Diskussion zum aktuellen Bericht. Dabei waren unter anderem Anita Sharma, die Koordinatorin für Nordamerika der Millenniumkampagne, Francesca Perucci von der Statistikabteilung der Vereinten Nationen und Dan Carucci von der Abteilung Internationale Gesundheitsprogramme der United Nations Foundation.

Die Teilnehmer sprachen die Erfolge aber auch die Misserfolge der letzten Jahre an. Ein Großteil der Diskussion drehte sich jedoch um die Folgen des wirtschaftlichen Abschwungs für die MDGs. Vor der Krise, so Perucci, die auch die Hauptautorin des Berichts ist, wäre die Zahl der Menschen, die in Armut leben, von 1,8 Milliarden im Jahr 1990 auf 1,4 Milliarden im Jahr 2005 gefallen. 2009 jedoch, lebten 55 bis 90 Millionen Menschen mehr in extremer Armut als vor Beginn der Finanzkrise geschätzt worden war. Perucci sprach auch von einem „kargen Fortschritt” bei der Ernährung von Kindern, der durch die hohen Nahrungsmittelpreise und die Situation der Weltwirtschaft weiter erodiert würde. In Südasien und Afrika südlich der Sahara sind laut Perucci weltweit die Anteile an der Bevölkerung, die an Unterernährung leiden, am höchsten. Am schwerwiegendsten ist aber wahrscheinlich die Tatsache, dass das MDG zur Müttersterblichkeit die wenigsten Fortschritte erfahren hat und damit am wahrscheinlichsten von allen MDGs nicht erreicht wird.

Natürlich gab es auch Erfolge, versicherten die Teilnehmer. Der Schutz von Kindern unter fünf Jahren habe sich dramatisch verbessert, berichtete Curucci. Perucci fügte hinzu: „Wir sind am Wendepunkt zu universeller Schulbildung.“ Außerdem habe die massive Zunahme der Nutzung von Moskitonetzen entscheidend zum Kampf gegen Malaria beigetragen. Curucci sprach von „Erfolgen in Einzelbereichen“. Und obgleich diese Erfolge uns noch immer in weiter Entfernung von der Erreichung der MDGs halten, sind sie doch Grundstein für weitreichendere Erfolge. Der Bericht spricht einen entschlossenen und nachhaltigen Handlungsaufruf an internationale Geber, Regierungen und die internationale Gemeinschaft aus, wenn die MDGs bis 2015 noch erreicht werden sollen.

– Pooja Gupta –

Den kompletten 2009er Bericht der Vereinten Nationen zu den Millennium-Entwicklungszielen finden Sie hier (Englisch)

Schlagworte: Entwicklungszusammenarbeit, Gesundheit von Müttern und Kindern, Hintergrundberichte, Klimawandel, Malaria, Politik Aktuell, Pooja Gupta

 



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