Das im südlichen Afrika gelegene Sambia erfreut sich einer Bevölkerung von 12 Millionen Menschen. Aber jedes Jahr verliert eine riesige Zahl von ihnen ihr Leben aufgrund einer Ursache, die leicht zu verhindern wäre: Durchfall. In meinem Land sterben daran jährlich 14.000 Kinder unter fünf Jahren.
Der Grund: Mangelnder politischer Wille, Durchfallerkrankungen und deren Ursachen – wie fehlender Zugang zu sauberem Wasser und ungenügende hygienische Bedingungen – als gesundheitspolitische Priorität anzuerkennen.
Die zwölffache Mutter Christina Pede (Foto) aus der Ortschaft Chipongwe im Distrikt Kafue weiß, welche zentrale Rolle sauberes Wasser und angemessene sanitäre Einrichtungen bei der Vorbeugung gegen Durchfallerkrankungen spielen. In Christinas Worten:
„Diese Handpumpe bedeutet einen großen Fortschritt im Vergleich zu früher. Vorher tranken wir Wasser aus dem Stausee und bekamen häufig Durchfall. Diese Probleme haben jetzt aufgehört.“
In Sambia ist es dringend nötig, der Bekämpfung von Durchfallerkrankungen Priorität einzuräumen: Über 80 % der Patienten in den Krankenhäusern leiden unter Krankheiten, die sich auf mangelhafte hygienische Bedingungen zurückführen lassen. Dennoch zeigt eine kürzlich vorgestellte Studie von WaterAid („Fatal neglect: How health systems are failing to comprehensively address child mortality“), dass Maßnahmen zur Verbesserung der hygienischen Gegebenheiten, die Durchfallerkrankungen verhindern können, von der Regierung und den Gebern gleichermaßen bei der Verteilung der Gelder im Gesundheitssektor vernachlässigt werden.

Es sind allesamt einfache Mittel, die verhindern, dass Kinder an Durchfall sterben: WaterAid fördert in Afrika, Asien und der pazifischen Region den Ausbau der Wasserversorgung und informiert die Bevölkerung über hygienische Grundregeln, außerdem schützen Rehydrationstherapien, Zinktabletten, Impfungen gegen das Rotavirus und auch das Stillen die Kinder vor Durchfallerkrankungen. Die Gesundheitsorganisation PATH weist in ihrem neuen Bericht („Diarrheal Disease: Solutions to Defeat a Global Killer“) auf die Bedeutung all dieser Maßnahmen hin. WaterAid hat gemeinsam mit PATH und mehr als 80 anderen Organisationen dazu aufgerufen, stärker in diese lebenswichtigen Präventions- und Behandlungsmaßnahmen zu investieren.
Solange nicht genügend Mittel für die Behandlung und Prävention von Durchfallerkrankungen bereitgestellt werden, werden Kinder weiterhin an diesen leicht behandelbaren Krankheiten sterben – trotz aller Bemühungen ihrer Eltern: So berichtet Stella Musanda (Foto) aus Jeremiah im Distrikt Kafue, dass sie ihrem kleinen Sohn Joseph nur gerade so viel Wasser gibt, dass er nicht verdurstet, um so die Wahrscheinlichkeit, dass er sich mit einer tödlichem Durchfallerkrankung ansteckt, möglichst gering zu halten.
– Nancy C. Bwalya-Mukumbuta, WaterAid-Projektleiterin in Zambia –
– Fotos von WaterAid/Jon Spaull –
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