Aufregung um die Geldof-Ausgabe von „La Stampa“


06.07.2009 20:02Uhr
von Carola Bieniek

Die von Bob Geldof am Sonntag herausgegebene Afrikaausgabe der La Stampa – insbesondere das Interview mit Premierminister Berlusconi – hat in Italien einige Aufregung ausgelöst.

Die Titelseite der La Stampa-Afrikaausgabe

In dem Interview entschuldigte sich Berlusconi bei Afrika dafür, dass Italiens Zusagen an die Länder Afrikas nicht eingehalten wurden. Die Überschrift in La Stampa: „Afrika, es tut mir leid“. Berlusconi versprach seinen „Fehler“ zu korrigieren. Bob ging mit Nachdruck auf die Tatsache ein, dass Italien bisher nur drei Prozent seiner Versprechen vom 2005er G8-Gipfel in Gleneagles eingehalten hat, und wies darauf hin, dass die Glaubwürdigkeit Berlusconis als Gastgeber der G8 auf dem Spiel steht. In den kommenden Tagen bis zum Beginn des Gipfels in L’Aquila am Mittwoch werden wir weiterhin zu diesem Thema aktiv werden. Wir werden uns insbesondere ansehen, ob Berlusconi mit konkreten Taten die blamable Leistung Italiens zu verbessern sucht.

Doch in der Sonntagsausgabe der La Stampa ging es um viel mehr als nur die Leistung Italiens in Sachen Entwicklungszusammenarbeit. Unter der Überschrift „Afrika, die Möglichkeit“ präsentierte sie den italienischen Lesern ein anderes, umfassenderes Bild von Afrika und zeigt die Vielfältigkeit und Lebendigkeit des Kontinents, der sich direkt vor Italiens Haustür befindet. Die Zeitung und ihr angesehener junger Chefredakteur Mario Calabresi haben mit der Ausgabe großes Engagement bewiesen. Am Sonntag erschienen etwa 30 Seiten voll mit Themen rund um Afrika. Und in dieser Woche soll noch mehr folgen.

Es gab Beiträge von 30 Gastautoren zu unterschiedlichsten Themen: Erzbischof Tutu schrieb eine Predigt zur Moral des Einhaltens von Versprechen, Bono schrieb einen „Liebesbrief an Italien“ und Sophia Loren erzählte, wie sie selbst in Armut und Krieg aufwuchs. Außerdem gab es eine Vorschau auf Präsident Obamas Reise nach Ghana und Beträge zu Themen wie Afrikas Potential für Handel und Investitionen, Klimawandel, Einwanderung, Musik, Mode und Fußball.

Das alles – sowie Bilder und Videos von Bobs Arbeit als Chefredakteur – können Sie unter www.lastampa.it/Africa sehen. Einige Ausschnitte gibt es auch auf Englisch.

– Helen Palmer –

Schlagworte: Bob Geldof, G8, Italien, Was wir lesen

 



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