Leitartikel des aktuellen Newsletters vom African Progress Panel (APP)
Dieser Tage existieren alle möglichen Varianten von Gs (siehe Abbildung unten). Da gibt es die G7, die fast die G8 ist. Die G5 (China, Indien, Mexiko, Brasilien und Ägypten) nimmt vielleicht im Juni wieder am G8-Gipfel teil. Momentan ist die G20 in den Schlagzeilen – die eigentlich die G22 ist, wenn man die EU und die AU dazuzählt. Und dann gibt es noch die G77, die eigentlich 130 Mitgliedstaaten hat. Und nicht zu vergessen die G15, die erstaunlicherweise aus 17 Mitgliedsstaaten besteht.
Es gibt Beobachter, die behaupten, einige dieser Gs wären irrelevant; und das es eigentlich nur eine Gruppe gäbe, die etwas erreichen könne: die G2 – die USA und China. Wieder andere behaupten, dass nur die G192, also die Vereinten Nationen, einen rechtlich begründeten Daseinsanspruch haben.
Die Welt in Gs:
Die Vermehrung der Gs mag verwirrend erscheinen, ist aber tatsächlich ein gutes Zeichen in einer Zeit, in der die Welt verzweifelt versucht, eine Finanzarchitektur zu schaffen, die sowohl wirtschaftliche Durchschlagkraft besitzt als auch politisch insoweit legitimiert ist, dass sie auch die anderen Krisen in der Welt – die oftmals direkt mit der wirtschaftlichen zusammenhängen – angehen können.
Für die G54 (also Afrika) zählt jetzt, dass sie von den mächtigsten der Welt gehört wird: zur Wiederaufnahme der Doha-Runde, zur Erweiterung des Zugangs zu Finanzmitteln und zur Einhaltung von Versprechen. Wenn Afrika nicht länger stiefmütterlich behandelt wird, sondern Teil eines koordinierten, globalen Konjunkturpaketes ist, wird die ganze Welt profitieren.
Damit dies überall verstanden wird, braucht Afrika eine starke Stimme, klare Standpunkte und genau zugeschnittene Vorschläge. Die besten Gs für Afrika sind diejenigen, die dem Kontinent eine sinnvolle – statt nur eine symbolische – Möglichkeit einräumen, sich einzubringen und die ihre Mitgliedsländer auf verlässliche Pläne zur Umsetzung bereits bestehender Zusagen festlegen.
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