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Neue Studie zu G8: 50 Millionen Menschen könnten sich aus extremer Armut befreien

veröffentlicht am 10.04.2012

Laut einer Analyse, die heute von der entwicklungspolitischen Organisation ONE vorgestellt wird, könnte die G8 dazu beitragen, 50 Millionen Menschen aus extremer Armut zu befreien und zudem für 15 Millionen Kinder die tragischen Effekte von Mangelernährung beenden.

Diese neuen Ergebnisse bilden den Auftakt der Kampagne „In die Zukunft säen” mit der die Organisation mit Hilfe von Bürgerinnen und Bürgern weltweit auf die Gründe des Welthungers aufmerksam machen und den Teufelskreis von Hunger und Armut durchbrechen will.

Mehr als eine Milliarde Menschen – ein Fünftel der Weltbevölkerung – lebt von weniger als 1,25 US-Dollar am Tag. Dieses Jahr werden 178 Millionen Kinder – doppelt so viele, wie die Bevölkerung Deutschlands – Entwicklungsstörungen erleiden, weil ihre Nahrung nicht ausreichend nährstoffreich ist. Ihre Körper und Gehirne werden sich davon nie erholen.

ONE und seine Unterstützerinnen und Unterstützer rufen deshalb Regierungen in Afrika, Regierungen der Geberstaaten und den Privatsektor dazu auf, einen Plan mit Schwerpunkt auf 30 der ärmsten Länder zu vereinbaren. Die drei Millionen Unterstützer von ONE werden heute dazu aufgerufen, eine entsprechende Petition zu unterzeichnen, der sich jeder auf one.org/indiezukunft anschließen kann. Wie die neue Studie ausführt, haben diese Länder bereits intelligente, nachgeprüfte und durchgerechnete nationale Strategien für bessere Ernährung und ländliche Entwicklung ausgearbeitet. Investitionen in diese Pläne würden Kleinbauern dazu befähigen, mehr zu produzieren, mehr Einkommen zu erwirtschaften und sich so aus der Armut zu befreien. Auch Kinder hätten durch bessere Ernährung bessere Entwicklungschancen. Ein Fokus auf diese 30 Länder hätte eine Leuchtturmwirkung auf andere Staaten.

Die Studie identifiziert allerdings eine Finanzierungslücke zwischen jetzt und 2015 in Höhe von 27 Milliarden US-Dollar, da bisher erst 50 Prozent der Mittel für diese 30 Strategien aufgebracht sind.

Ein Pakt für qualitative Ernährungssicherheit sollte die folgenden Punkte aufweisen:

  • Eine neue G8-Initiative, die auf die L’Aquila Food Security Initiative aufbaut, die in diesem Jahr ausläuft. Sie sollte ergebnisorientiert sein und sich klare Ziele setzen, um durch die Finanzierung ländereigener Strategien 50 Millionen Menschen aus extremer Armut zu befreien und 15 Millionen Kinder vor den Folgen von Mangelernährung zu bewahren.
  • Eine Erneuerung der Zusage afrikanischer Regierungen aus dem Jahr 2003, mindestens 10 Prozent ihrer nationalen Haushalte in die Entwicklung des landwirtschaftlichen Sektors zu investieren, wobei neue und bessere Zielvorgaben und mehr Transparenz und Rechenschaftspflicht enthalten sein sollten.
  • Ein neuer Anlauf, um nachhaltige private Investitionen in den landwirtschaftlichen Sektor anzuregen.
  • Maßnahmen, um die Volatilität auf den Agrarrohstoffmärkten einzudämmen, die unverhältnismäßig hohe Auswirkungen auf die ärmsten Menschen der Welt haben.

„Nachhaltige Investitionen in kleinbäuerliche Landwirtschaft und ein integrierter Fokus auf eine bessere Ernährung von Kindern, können auf das Leben von Millionen von Menschen eine immense Auswirkung haben. Dies ist der Anfang eines entschiedenen Eintretens dafür, dass sich diese Menschen selbst aus der Armut befreien und ihren Weg zu mehr Wohlstand ebnen können“, sagt Tobias Kahler, Direktor von ONE in Deutschland.

Bilder zum weltweiten Kampagnenstart finden Sie hier.

Der Bericht. Kurz notiert.

Den vollständigen Bericht „Land. Wirtschaft. Nahrung” finden Sie hier.

Der Bericht identifiziert 30 so genannte Low Income Countries, die bereits selbst geprüfte Strategien zur Belebung ihres landwirtschaftlichen Sektors entwickelt haben. Etwa 26 Prozent der ärmsten Menschen der Welt leben in diesen Ländern und etwa 90 Prozent der ärmsten Menschen in Sub-Sahara Afrika. Wenn sie vollständig finanziert sind können diese Strategien innerhalb der nächsten zehn Jahre etwa 50 Millionen Menschen aus extremer Armut befreien.

Von diesen 30 Ländern orientieren sich zudem 18 Staaten an der „Scaling Up Nutrition“-Initiative (SUN) der Vereinten Nationen, die auf die Reduzierung von Mangelernährung bei Kindern abzielt. Diese Pläne sind bereit zur Umsetzung – benötigen allerdings zusätzliche Finanzierung. In diesen 18 Staaten leben 24 Prozent der Kinder weltweit, die an Entwicklungsschäden leiden. ONE schätzt, dass eine ausreichende Finanzierung dieser Pläne die Auswirkungen von Mangelernährung für 100 Millionen Kinder reduzieren und 15 Millionen vor irreversiblen Entwicklungsschäden bewahren würde.

Alle Links zum Thema

  • G8, G20 und extreme Armut

    07.05.2012

    Wenn sich die mächtigsten Regierungen der Welt treffen, bietet sich eine große Chance für die ärmsten Menschen der Welt. WEITERLESEN

  • Landwirtschaft

    01.11.2010

    Wachstum in der Landwirtschaft ist für die Reduzierung der Armut doppelt so wirksam wie Wachstum in anderen Sektoren.
    WEITERLESEN