Berlin, 22. November 2010. Heute wurde der Weltgesundheitsbericht von der Direktorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Dr. Margaret Chan, Entwicklungsminister Dirk Niebel und Gesundheitsminister Philipp Rösler in Berlin vorgestellt.
ONE Deutschland begrüßt, dass der WHO-Bericht die Gesundheitssysteme weltweit in den Fokus nimmt. Insbesondere die Millennium-Entwicklungsziele 4 und 5, die Kindersterblichkeit zu senken und die Gesundheitsversorgung von Müttern zu verbessern, sind noch weit von ihrer Erfüllung entfernt. Experten machen dafür mangelhafte Gesundheitssysteme verantwortlich. Dazu Tobias Kahler: „Es ist erfreulich, dass der Entwicklungsminister angekündigt hat, die Mütter- und Kindergesundheit stärker in den Blick zu nehmen. Wenn wir diese Aussage und den WHO-Bericht ernst nehmen, heißt das, dass Deutschland die in Muskoka zugesagten 80 Millionen Euro für Mütter- und Kindergesundheit zusätzlich schnell bereitstellen muss." Für den kürzlich bewilligten Haushalt 2011 sind nur 22 Millionen Euro vorgesehen.
Insbesondere die Zusätzlichkeit der Mittel ist für ONE Deutschland entscheidend. „Für die Mütter- und Kindergesundheit müssen zusätzliche Gelder her. Die Zusagen dürfen nicht aus Umschichtungen zu Lasten anderer Bereiche der Entwicklungszusammenarbeit finanziert werden", kritisiert Kahler.
Weiterhin fordert Kahler: „Deutschland muss sich aktiv dafür einsetzen, dass internationale Organisationen effizienter werden. Dazu muss sich Dirk Niebel intensiver in multilateralen Organisationen engagieren."
Kahler sieht auch die Entwicklungsländer selber in der Pflicht: „Der Bericht zeigt, dass wesentlich mehr Investitionen in die Weltgesundheit nötig sind. Dazu müssen beide Seiten ihren Beitrag leisten: Die afrikanischen Staaten haben sich 2001 verpflichtet, 15 Prozent ihres Haushalts in Gesundheit zu investieren. Fast zehn Jahre später sind die Zahlen leider alles andere als zufriedenstellend. Wir erwarten, dass diese Staaten ihren Verpflichtungen nachkommen. Auch die Geberländer dürfen in ihrem Engagement nicht nachlassen, etwa was die Finanzierung lebensrettender, effizienter Instrumente wie den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose (GFATM) oder die Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (GAVI) anbelangt."