ONE: Niebels Abrücken vom EU-Stufenplan „befremdlich“

veröffentlicht am 19.11.2009

Erhöhungen im Bereich Landwirtschaft begrüßt

Entwicklungsminister Dirk Niebel rückt im Interview mit der Nachrichtenagentur epd davon ab, im nächsten Jahr 0,51 Prozent der Wirtschaftsleistung in Entwicklungspolitik zu investieren. Die entwicklungspolitische Organisation ONE reagiert darauf mit deutlicher Kritik und Unverständnis.

Der Minister hatte sich vom 0,51-Prozentziel mit den Worten distanziert, der EU-Stufenplan von 2005 sei völkerrechtlich nicht bindend. Der Direktor von ONE in Deutschland, Tobias Kahler, kommentierte: „Die Bundeskanzlerin betont seit mehreren Jahren gegenüber den ärmsten Menschen der Welt, dass Deutschland zu diesen Verpflichtungen stehe. Die Bundesregierung hat entsprechende Erwartungen geweckt. Der plötzliche Verweis auf die juristische Natur dieser Zusagen wirkt in diesem Zusammenhang sehr befremdlich. Ohne eine Erläuterung, wie die Bundesregierung mit der Situation konkret umgehen will, schadet das Deutschlands Glaubwürdigkeit."

ONE fordert von der Bundesregierung einen nachvollziehbaren Finanzplan zur Erreichung des 0,7-Prozentzieles bis 2015. Dieses Ziel war von Minister Niebel und seiner Staatssekretärin Kopp in den vergangenen Tagen wiederholt bestätigt worden. Dies würde eine Erhöhung des Entwicklungsetats bedeuten, die deutlich über dem liegt, was derzeit vom Entwicklungsministerium beantragt ist. „Die von Staatssekretärin Kopp für den Bereich Landwirtschaft angekündigten zusätzlichen Finanzmittel in Höhe von 200 Millionen Euro sind erfreulich. Sie reichen jedoch bei weitem nicht aus", so Kahler.

 

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  • Be ONE of us – die Kampagne zum Artikel ONE

    04.02.2010

    Im Februar 2009 startete ONE seine Kampagne zur Bundestagswahl. Kern der Kampagne war der Artikel ONE, eine Zusammenfassung unserer entwicklungspolitischen Kernforderungen an die noch zu wählende Bundesregierung. Unser Ziel: vor der Wahl möglichst viele Unterstützer für den Artikel ONE bekommen und möglichst großen öffentlichen Druck aufbauen - um nach der Wahl möglichst viele Punkte aus dem Artikel ONE im Koalitionsvertrag zu verankern und somit für die neue Bundesregierung verbindlich zu machen.
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