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„Macht einen G20-Gipfel in Afrika“, fordert Entwicklungsorganisation

Afrikanische Länder entscheidender Faktor gegen Wirtschafts- und Klimakrise

Berlin, 23. September. Die Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer treffen sich in Pittsburgh. Die entwicklungspolitische Organisation ONE drängt sie, Afrika ins Zentrum der Überlegungen zur Überwindung der Krise zu stellen - und einem G20-Gipfel in Afrika zuzustimmen.

Der G20-Gipfel nach Pittsburgh wird in Seoul stattfinden. Aber der darauf folgende Veranstaltungsort ist noch offen.

„Ein G20-Gipfel in Afrika würde die Aufmerksamkeit der weltgrößten Volkswirtschaften auf die Bedeutung afrikanischer Entwicklung lenken und auf die dynamische Rolle, die der Kontinent bei der Überwindung von Armut, Hunger und Klimawandel spielen könnte", sagt der Direktor für Regierungsbeziehungen bei ONE, Tom Hart.

„Die G20 haben sich zu einer der einflussreichsten Entscheidungsplattformen des Planeten entwickelt", so Hart. „Sie müssen sich daher mit den Bedürfnissen der ärmsten Menschen auseinandersetzen."

Afrika wird mit 900 Millionen Konsumenten und Produzenten vielfach als Energie- und Nahrungsmittelproduzent der Zukunft betrachtet. „Afrika bietet lukrative Investitionschancen und ist ein unverzichtbarer Partner im Kampf gegen den Klimawandel", betont Hart.

ONE fordert von den Gipfelteilnehmern, einen Plan zur Unterstützung für die Landwirtschaft der ärmsten Länder weiter zu führen, der auf US-Initiative auf dem G8-Gipfel in Italien präsentiert wurde. Die Teilnehmer sollen deutlich machen, wie sie Qualität und Koordinierung ihrer Landwirtschaftshilfen verbessern und wie viel sie zu der Initiative beisteuern wollen, die sich auf 20 Milliarden US-Dollar belaufen soll.

„Langfristige Investitionen in ländliche Infrastruktur und Marktzugänge werden langfristig helfen, solche Nahrungsmittelkrisen zu verhindern, wie sie sich derzeit in Ostafrika abzeichnen", so Hart. „Afrika könnte durchaus seinen eigenen Nahrungsmittelbedarf decken und sogar Nahrungsmittel exportieren. Viele Länder haben selber entsprechende Pläne entwickelt. Die Geber sollten dem entsprechend Rechnung tragen."

ONE warnt darüber hinaus vor den erheblichen Belastungen, die vor allem den ärmsten Ländern der Welt durch den Klimawandel entstehen. Eine kürzlich von der Weltbank veröffentliche Studie beziffert die Kosten für erforderliche Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungsländern auf über 80 Milliarden US-Dollar jährlich. Eine gewaltige Summe, zumal der gesamte afrikanische Kontinent gerade einmal für 3,6 Prozent aller CO2-Emissionen verantwortlich ist. Afrika wird am stärksten von klimaverursachten Schäden betroffen sein, hat aber die geringsten Mittel um sich zu schützen.

ONE fordert von den G20, sich auf ausreichende und berechenbare Unterstützung für diese Länder zu verständigen. Es gibt zahlreiche innovative Finanzierungsmechanismen, die dafür genutzt werden könnten und teils schon genutzt werden. Afrika kann durch den Schutz seiner großen Regenwälder, die Nutzung innovativer landwirtschaftlicher Techniken und die Verwendung regenerativer Energien ein Schlüssel zur Bewältigung des Klimawandels sein.

Alle Links zum Thema

  • Klima wandelt Entwicklung?

    13.11.2009

    Bis Ende des Jahres soll ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll beschlossen werden. Afrika ist vom Klimawandel am stärksten betroffen, obwohl der Kontinent am wenigsten dazu beträgt. WEITERLESEN

  • G20-Gipfel in Pittsburgh

    11.09.2009

    Afrika ist Teil der Lösung.
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  • Landwirtschaft

    22.05.2009

    Wachstum in der Landwirtschaft ist für die Reduzierung der Armut doppelt so wirksam wie Wachstum in anderen Sektoren.
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  • Der G20-Gipfel von London 2009

    02.04.2009

    Am 2. April 2009 versammelten sich in London die Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten zur Fortsetzung der im November 2008 in Washington aufgenommenen Gespräche. WEITERLESEN

  • Eine goldene Gelegenheit für den IWF

    01.04.2009

    ONE-Unterstützerinnen und -Unterstützer engagierten sich, damit IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn und weitere hohe Mitarbeiter Entwicklungsländern mehr Geld zur Verfügung zu stellen, ohne dadurch die Schuldenlast dieser Länder zu erhöhen und ohne dass die zusätzlichen Mittel an nachteilige Bedingungen geknüpft sind. WEITERLESEN

  • Klima und Entwicklung

    10.03.2009

    Die Entwicklungsländer tragen keine Schuld am Klimawandel, unter seinen Folgen werden die Ärmsten der Welt jedoch besonders stark leiden.
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