veröffentlicht am 11.09.2009
Einfache, gezielte Investitionen bringen Erfolge.
Berlin, 11. September. Jedes Jahr sterben weltweit 8.800.000 Kinder vor ihrem fünften Geburtstag. Trotz dieser immens hohen Zahl gibt es eine gute Nachricht: es ist der niedrigste Wert seit Unicef Berichte zur weltweiten Kindersterblichkeit veröffentlicht. Grund für diesen Erfolg ist die Ausweitung relativ einfacher und preisgünstiger Maßnahmen wie Impfungen gegen Masern, Moskitonetze und Vitaminpräparate.
„Das ist ein enormer Fortschritt. Heute sterben jeden Tag 10.000 Kinder weniger als noch 1990", kommentiert der Direktor der entwicklungspolitischen Organisation ONE, Tobias Kahler den Bericht. „Wir sehen damit, dass gezielte Investitionen lebensrettende Resultate bringen. Aber die unvorstellbare Zahl von 8,8 Millionen Todesfällen zeigt auch, dass noch viel zu tun ist."
Laut dem jüngsten Unicef-Bericht konnte Kindersterblichkeit in den letzten 20 Jahren um mehr als ein Viertel reduziert werden. 1990 starben weltweit noch jedes Jahr 12,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren.
Dieser Erfolg beruht auf Investitionen in den Gesundheitsbereich, die in den letzten Jahren in vielen der ärmsten Länder ausgeweitet und zudem transparenter und erfolgsorientierter gestaltet wurden. Dazu gehören Impfungen, Moskitonetze zur Vermeidung von Malaria, Vitaminpräparate, mehr Prävention von Dehydrierung der Kleinkinder und ein verbesserter Schutz vor der Übertragung des HI-Virus von der Mutter auf das Kind.
In Afrika hat dies in einzelnen Ländern wie Malawi, Äthiopien und Mosambik zu erfreulichen Resultaten geführt - Länder in denen gute Regierungsführung und stabile Unterstützung durch Geber zusammenkamen. So fiel in Malawi die Sterblichkeitsrate von 225 Todesfällen pro 1000 Geburten im Jahr 1990 auf ein Zehntel im Jahr 2008. Ein Erfolg gerade der letzten Jahre: Vor neun Jahren schliefen nur 3 Prozent der Kinder unter fünf Jahren unter einem Moskitonetz. Heute hat schon jedes vierte Kind in Malawi diesen Schutz.
Trotzdem steht der afrikanische Kontinent insgesamt noch vor großen Herausforderungen. Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums liegt die Kindersterblichkeit in absoluten Zahlen heute mit 4,4 Millionen höher als 1990 (4 Millionen). Damit sterben über die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren weltweit in Afrika. Und während Malaria und Masern nun gezielter bekämpft werden sind Lungenentzündungen und Durchfallerkrankungen nach wie vor ein Problem.
„Damit wir diesen positiven Trend weltweit fortschreiben können müssen wir weiter dort investieren wo es nachweislich Erfolge gibt: Malaria, Impfungen, HIV/Aids", fordert Kahler. „Aber wir müssen uns auch den Bereichen zuwenden, die bislang vernachlässigt wurden und die zahllosen Kindern das Leben kosten: Lungenentzündungen und Durchfallerkrankungen."
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