veröffentlicht am 21.08.2009
Spitzenkandidat der Linkspartei beantwortet den ONE-Fragebogen
Berlin, 21. August. Der Spitzenkandidat der Linkspartei, Gregor Gysi, fordert eine Ausweitung der Entwicklungszusammenarbeit, drängt jedoch zugleich auf ihre Neuausrichtung. Die Hilfe sei in der Vergangenheit zu häufig von den Interessen der Geber bestimmt gewesen. „Seit Jahrhunderten wird Umverteilung zugunsten des Nordens organisiert. Daran ist viel Entwicklung im Süden gescheitert", sagte er im Interview mit der Organisation ONE.
Liberalisierung und Privatisierung seien als Standardrepertoire für mehr Wohlstand eingesetzt worden. In den betroffenen Ländern sei jedoch meist das Gegenteil eingetreten. Erforderlich sei „eine grundlegende Abkehr von der neoliberal dominierten Zusammenarbeit und Neuverhandlungen der Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPAs)", so Gysi.
Als zentrales Ziel nannte Gysi die Verwirklichung des Menschenrechts auf Nahrung, und forderte dafür eine Fokussierung auf die Förderung von Kleinbauern. Zur Finanzierung strebe seine Partei „schnelle Entschuldung, faire Schiedsverfahren für insolvente Staaten und schnelle Schritte in Richtung der international vereinbarten 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für die Entwicklungshilfe" an. Im Falle einer Regierungsbeteiligung seiner Partei würde Entwicklungszusammenarbeit erheblich zu Lasten der Rüstungsausgaben gestärkt werden.
Das vollständige Interview mit Gregor Gysi zu Fragen rund um Afrika und Entwicklungspolitik ist nachzulesen unter www.one.org.
Entwicklungszusammenarbeit spielt eine entscheidende Rolle im Kampf gegen Armut und vermeidbare Krankheiten.
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Im Februar 2009 startete ONE seine Kampagne zur Bundestagswahl. Kern der Kampagne war der Artikel ONE, eine Zusammenfassung unserer entwicklungspolitischen Kernforderungen an die noch zu wählende Bundesregierung. Unser Ziel: vor der Wahl möglichst viele Unterstützer für den Artikel ONE bekommen und möglichst großen öffentlichen Druck aufbauen - um nach der Wahl möglichst viele Punkte aus dem Artikel ONE im Koalitionsvertrag zu verankern und somit für die neue Bundesregierung verbindlich zu machen.
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