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Bob Geldof drängt Italiens „Mr. Drei Prozent" seine Entwicklungsbilanz dramatisch zu verbessern
Berlin/L'Aquila, 7. Juli. Die Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten Industrienationen und Russlands müssen in dieser Woche handeln, um ihre Versprechen an Europas Nachbarkontinent Afrika auf eine neue Basis zu stellen, forderte heute die entwicklungspolitische Organisation ONE.
Die Weltwirtschaftskrise trifft die Ärmsten. Die Zahl der Hungernden überschreitet weltweit erstmals die Milliardengrenze. ONE fordert daher von den G8, 2010 zusätzliche 5 Milliarden US-Dollar in die landwirtschaftliche Entwicklung Afrikas zu investieren. Innerhalb der kommenden drei Jahre würden insgesamt 25 Milliarden US-Dollar benötigt.
„Die Bauern Afrikas sehen sich einer doppelten Bedrohung ausgesetzt: Der Rezession und dem Klimawandel. Leider wurde in den letzten zwei Jahrzehnten viel zu wenig in diesen Sektor investiert - obwohl Wachstum hier laut Weltbank doppelt so viel zu Armutsbekämpfung beiträgt wie in anderen Sektoren", erklärt der Deutschlandchef von ONE, Tobias Kahler.
Zusätzliche Mittel für Landwirtschaft würden den G8-Staaten auch helfen, die Bilanz der Versprechen aufzupolieren, die sie den Regierungen Afrikas 2005 in Gleneagles gegeben haben: die Unterstützung des Kontinents bis 2010 um rund 22 Milliarden US-Dollar jährlich zu erhöhen und die Qualität der Hilfe zu verbessern. Der jüngste DATA Bericht der Organisation ONE zeigt, dass die G8 gemeinsam bislang nur ein Drittel ihrer Zusagen eingehalten haben. G8-Gastgeber Italien hat bislang sogar nur 3 Prozent eingehalten und im letzten Jahr seine Unterstützung Afrikas um 580 Millionen US-Dollar gekürzt.
„Wie können Sie die G8 anführen? Wo ist Ihre Glaubwürdigkeit?", fragte Bob Geldof Premierminister Berlusconi entsprechend letzten Sonntag in einem Interview für die italienische Tageszeitung La Stampa. Berlusconi versprach Besserung: „Es tut mir leid. Wir haben einen Fehler gemacht", so Berlusconi. „Sie haben recht. Wenn man etwas verspricht muss man es halten. Wir liegen zurück und wir müssen das in Ordnung bringen."
„Entschuldigungen bringen den Hungernden und Kranken nichts", sagt Tobias Kahler. „In den kommenden drei Tagen muss Premier Berlusconi handeln und den Ausgabenplan seiner Regierung ändern. Unser Einsatz für Afrika ist nicht nur eine moralische Verpflichtung. Aus deutscher Sicht ist das auch im Eigeninteresse des größten Exportlandes der Welt. Und es geht es hier auch um die Glaubwürdigkeit von Bundeskanzlerin Merkel, die in den vergangenen Monaten mehrfach betont hat, dass sie Deutschlands Zusagen an die Ärmsten einhalten wird."
Der Appell erhält in diesen Tagen zusätzliches Gewicht: Auf den U2-Konzerten in Mailand wird Erzbischof Tutu heute und morgen eine Videobotschaft veröffentlichen. Darin wird er die Fans bitten, mit ihrem Namen die Organisation ONE zu unterstützen und so den Druck auf die Staatenlenker zu verstärken, um extreme Armut zu bekämpfen.
Hinweise:
Kontakt zu ONE vor Ort in L'Aquila: Helen Palmer, helen.palmer@one.org, Tel. +44 7500 797599.
Afrika ist Teil der Lösung.
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Die G8-Staaten müssen wahre Führungsstärke beweisen und - wenn sie denn das G8-Format weiter relevant halten wollen - beim Thema Entwicklung beweisen, dass sie handlungsfähig sind. WEITERLESEN