Wiederauffüllung Globaler Fonds und GAVI 2010
Investieren und die Millennium-Entwicklungsziele zu Gesundheit erreichen!
Um die Millennium-Entwicklungsziele im Bereich Gesundheit bis 2015 zu erreichen, werden bei den Geberkonferenzen in diesem Jahr erhebliche Erhöhungen der Mittel sowohl für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria als auch für die GAVI Alliance notwendig sein. Diese Mechanismen arbeiten, einander ergänzend und jeder auf seine eigene Weise, daran, die Gesundheit der Menschen in den ärmsten Ländern der Welt zu verbessern. Dies geschieht durch neuartige Herangehensweisen, breit gefächerte Partnerschaften und gezielte Investitionen. Als größter Finanzier im Kampf gegen Infektionskrankheiten ist der Globale Fonds der größte Verteiler von mit Insektizid behandelten Moskitonetzen und Medikamenten gegen TB sowie der zweitgrößte Verteiler von antiretroviralen Medikamenten zur Behandlung von HIV/Aids. GAVI auf der anderen Seite hat die unterschiedlichen Interessen im Bereich Impfung und Immunisierung zusammengebracht und so den Zugang zu bis dato wenig genutzten (etwa gegen Hepatitis B oder Hib) und neuen Impfstoffen (insbesondere gegen Pneumokokken oder das Rotavirus) in armen Ländern signifikant ausgeweitet.
Die Erfolge des Globalen Fonds und von GAVI bei der Unterstützung solider Pläne und Vorhaben der Entwicklungsländer haben zu einem verstärkten Bedarf an Finanzmitteln geführt. Das wiederum bedeutet, dass beide Mechanismen für 2010 und die folgenden Jahre gravierende Finanzierungslöcher aufweisen. Zwischen 2010 und 2013 gehen wir von insgesamt $20 Mrd. aus. Deshalb werden Globaler Fonds und GAVI in diesem Jahr auch gemeinsam daran arbeiten, die Mittel zu mobilisieren, die sie benötigen, um erfolgreiche Programme aufrecht zu erhalten und der Nachfrage nach neuen Programmen gerecht zu werden. Ohne die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft werden die Millennium-Entwicklungsziele 4 und 6 nicht bis zum Jahr 2015 erreicht sein.
Greifbare Resultate
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Zeichen des Erfolgs Die Rolle des Globalen Fonds im Kampf gegen Malaria Der Beitrag des Globalen Fonds war in vielen Ländern in den vergangenen Jahren entscheidend bei der Reduzierung der Todesfälle durch Malaria sowie der Zurückdrängung der Malaria insgesamt. In Ruanda beispielsweise haben $356 Mio. aus dem Globalen Fonds geholfen, die Zahl der Malariafälle bei Kindern zwischen 2005 und 2007 um 64 % zu senken; im gleichen Zeitraum starben außerdem 66 % weniger Kinder an der Krankheit. Dem Land ist es gelungen, 60 % der Bevölkerung mit insektizid behandelten Netzen zu versorgen und im ganzen Land Medikamente zur Behandlung der Malaria zur Verfügung zu stellen. Ähnliche Ergebnisse werden aus Äthiopien, Sambia und Ghana berichtet, die ebenfalls zur den größten Empfängern von Mitteln aus dem Globalen Fonds gehören.
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Sowohl der Globale Fonds als auch die GAVI Allianz haben seit ihrer Gründung erstaunliche Resultate erzielt. Der Globale Fonds hat Finanzierungszusagen über $18,7 Mrd. erteilt. Davon sind $9,3 Mrd. bereits in Programme in 140 Ländern investiert worden. Diese Programme haben seit 2002 geholfen, geschätzt 4,9 Millionen Leben zu retten. GAVI hat in 72 Ländern $3 Mrd. investiert. Diese Gelder haben dazu beigetragen, 250 Millionen Kinder mit Impfstoffen zu erreichen und laut WHO geschätzt fünf Millionen Todesfälle zu vermeiden.
Im Detail haben diese beiden Mechanismen folgendes erreicht:
Wirkungsvolle und nachvollziehbare Finanzierungsmechanismen
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Innovative Ansätze im Gesundheitssektor GAVIs Rolle im globalen Markt für Impfstoffe GAVIs bahnbrechende, marktbasierte Strategie hat dazu beigetragen, in den ärmsten Ländern der Welt die Preise für bereits existierende Impfstoffe zu senken und die Einführung neuer Impfstoffe zu beschleunigen. Aktuelle Daten belegen, dass der Preis für die Fünffachimpfung bis 2012 um 22 % sinken wird. Dieser Rückgang ist auch Ergebnis der Bemühungen von GAVI, in armen Ländern die Nachfrage nach Impfstoffen zu erhöhen und zu bündeln. So sind inzwischen drei neue Hersteller in den Markt eingestiegen und das weltweite Angebot wurde vergrößert. GAVI hat durch das Advanced Market Commitment (AMC) und die International Finance Facility for Immunization (IFFIm) auch auf die Potenziale der Privatwirtschaft gesetzt. Über AMC förderte GAVI die Entwicklung eines Impfstoffes gegen Pneumokokken für arme Länder, indem man dem Hersteller vor der Markteinführung einen lohnenden Preis fest zusagte. IFFIm auf der anderen Seite setzt die Mittelvergabe durch die Geberländer als Hebel ein, indem sie Geberverpflichtungen am Kapitalmarkt geltend macht. |
Der Ansatz und der Aufbau von Globalem Fonds und GAVI tragen dazu bei, ihre Wirksamkeit sicher zu stellen und die Ergebnisse zu maximieren. Dazu gehören folgende Eigenschaften:
Konzentration auf Transparenz und nachgewiesene Ergebnisse: Der Globale Fonds verfolgt das Modell der nachgewiesenen Ergebnisse und Ziele (also etwa die Bereitstellung greifbarer Dienstleistungen wie Moskitonetze oder HIV/Aids-Medikamente). Die Finanzierung wird eingestellt, reduziert oder beschleunigt, je nach Leistung der Empfänger, gemessen an den Zielen. In den letzten Jahren führte der Nachweis von Mittelmissbrauch zu einer Unterbrechung oder Einstellung der Zahlung unter anderem in Uganda, Mauretanien und Tschad. In einem ähnlichen Fall wurde 2007 das Impfserviceunterstützungsprogramm von GAVI unterbrochen, nachdem Bedenken bezüglich der Qualität der national erhobenen Daten laut geworden waren. Erst 2009 wurde das Programm nach genauer Untersuchung und Reformierung neu gestartet.
Koordination für erhöhte Effizienz: Indem sie Gebern, Empfängern und anderen Partnern als Koordinierungsstelle dienen, sind der Globale Fonds und GAVI in der Lage, ihre Ergebnisse auf den jeweiligen Gebieten zu maximieren. Auf globaler Ebene ist es GAVI gelungen, den Impfmarkt neu zu ordnen. Als zentraler Ansprechpartner zur Bündelung der Nachfrage konnte die Organisation das Angebot an Impfstoffen ausweiten und beschleunigen und eine Nachfrage generieren, wie es kein einzelner Abnehmer könnte. Auf Länderebene arbeiten die Länder-Koordinierungs-Mechanismen ( country-coordinating mechanisms (CCM) ) des Globalen Fonds mit allen Partnern zusammen, um Vorhaben einzureichen, die Umsetzung der bewilligten Programme zu überwachen und die Ergebnisse über die Durchsicht von Berichten der Hauptempfänger (prinzipal recipients) abzusichern.
Investitionen in lokale Kapazitäten: Während der Globale Fonds und GAVI wachsen, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, konzentrieren sich beide Organisationen mehr und mehr darauf, systemimmanente Barrieren für ihre Kernaufträge zu überwinden. GAVI hat zudem Schritte unternommen, die Eigenverantwortung der Länder zu erhöhen. Durch ein Ko-Finanzierungssystem soll die finanzielle Nachhaltigkeit der Programme gesichert werden. Dieses erhöht nach und nach - entsprechend der Fähigkeit der Länder, eigene Mittel aufzubringen - deren Finanzierungsanteil an den Impfstoffen.
Der Globale Fonds und GAVI stehen durch ihr Wachstum vor neuen Herausforderungen. Beim Globalen Fonds sind bereits Reformen eingeleitet worden, die den Auszahlungsprozess beschleunigen, alle aktiven Beihilfen verbinden und die Beantragung von Mitteln durch Zusammenschlüsse von Projekten ermöglichen sollen. Es wird von entscheidender Bedeutung sein, dass beide Mechanismen sich auch weiterhin regelmäßigen und bedingungslosen Beurteilungen von unabhängiger Seite unterwerfen. Nur so werden Innovationen und Verbesserungen gefördert und die Mechanismen optimale Ergebnisse erzielen können.
[1] Directly Observed Therapy - Therapie unter direkter Aufsicht
[2] Hib ist die Hauptursache von Meningitis und die zweithäufigste Ursache von bakterieller Lungenentzündung bei Kindern unter fünf Jahren.
Den 3.200 Menschen, die täglich eine Behandlung beginnen, stehen 7.100 Neuinfektionen gegenüber.
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Täglich sterben fast 11.000 Menschen an HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria. Fast zwei Drittel dieser Menschen leben in afrikanischen Ländern südlich der Sahara.
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Alle 40 Sekunden stirbt in Afrika südlich der Sahara ein Kind an den Folgen eines Mückenstichs.
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1,8 Millionen Menschen sterben jährlich an Tuberkulose (davon sind 456.000 HIV-positiv).
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Jährlich sterben geschätzt 8,8 Millionen Kinder vor Vollendung ihres fünften Lebensjahrs. Fast alle von ihnen an vermeidbaren oder behandelbaren Ursachen. WEITERLESEN
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