Einzelne Themen im Detail
Die Herausforderung
Lange Zeit tilgten Entwicklungsländer Darlehen in Milliardenhöhe, die meist während des kalten Krieges unter korrupten Regimes angehäuft worden waren. Jahre danach bildeten diese Schulden in vielen armen Ländern ein großes Hemmnis für den Abbau der Armut und die Entwicklung der Wirtschaft. Es wurden neue Schulden aufgenommen, um alte zu bezahlen. In vielen Ländern lagen die Ausgaben für den Schuldendienst dadurch über der Summe der Ausgaben für Gesundheit und Bildung. Reiche Länder und internationale Finanzinstitutionen haben die Schulden vieler hochverschuldeter armer Länder (Heavily Indebted Poor Countries - HIPC) erlassen. Dennoch ist die Schuldenlast nach wie vor ein großes Problem. Das hat zwei Gründe:
Die Chance
1996 begannen die Industrieländer mit dem Erlass der Schulden hochverschuldeter armer Länder. Dafür wurden vorrangig zwei Instrumente genutzt: die HIPC-Initiative (Heavily Indebted Poor Country) und die MDRI (Multilateral Debt Relief Initiative). Zusammen wurden im Rahmen dieser beiden Initiativen Schulden in Höhe von fast $110 Mrd. erlassen, $93 Mrd. davon für afrikanische Länder. Im Gegenzug verpflichteten sich die begünstigten Länder, die dadurch frei werdenden Mittel in Maßnahmen zur Reduzierung der Armut fließen zu lassen. Infolge dessen stiegen die von den HIPC-Ländern für die Bekämpfung der Armut aufgewendeten Mittel im selben Maße wie ihr Schuldendienst zurückging. In vielen afrikanischen Ländern flossen die frei gewordenen Mittel in die Abschaffung von Schulgebühren. Mosambik finanzierte damit die Impfung von Kindern gegen Tetanus, Keuchhusten und Diphtherie sowie den Anschluss von Schulen an die Stromversorgung und den Bau neuer Schulen. In Kamerun wurden die eingesparten Gelder in ein nationales HIV/Aids-Programm gesteckt, das Aufklärung, Tests und Prävention umfasste.
Um auf die Erfolge auszubauen und sie zu erhalten, sollten die Geber drei Maßnahmen ergreifen:
Drittens muss die internationale Gemeinschaft ein internationales Insolvenzrecht entwickeln. Wenn einige Länder trotz aller Bemühungen in eine Überschuldung zurückfallen, muss unbedingt verhindert werden, dass sich anschließend über Jahrzehnte ein Umschuldungskreislauf hinzieht. Ein internationales Insolvenzrecht hätte eine mit der WTO vergleichbare Schiedsgerichtsstruktur, durch die Fälle von Staateninsolvenz auf faire, transparente und regelgebundene Weise behandelt werden würden.
wurden afrikanischen Ländern südlich der Sahara seit 1996 erlassen.
an seine Kreditgeber. Dies entspricht zwei Dritteln der Mittel aus Entwicklungszusammenarbeit, die das Land jährlich erhält.
besuchten erstmalig eine Schule, nachdem die Regierung mit den durch den Schuldenerlass freiwerdenden Mitteln 2001 die Schuldgebühren abgeschafft hatte.
Die Schauspielerin Minh-Khai Phan-Thi spricht im Interview mit Ulrike Thiele über ihr Engagement in Afrika, das Wohltätigkeitsimage von Promis und die Wirksamkeit von Reisen in arme Länder. WEITERLESEN
Während sich Haiti von dem schweren Erdbeben erholt, muss die internationale Gemeinschaft sicherstellen, dass die Schulden des Landes erlassen werden und Notfallhilfe in Form von Zuschüssen - nicht Krediten - geleistet wird. WEITERLESEN
Eine ausführliche Analyse der Aussagen zur Entwicklungszusammenarbeit im aktuellen Koalitionsvertrag und ein Vergleich mit den Forderungen im Artikel ONE.
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Die neue Regierung aus CDU/CSU und FDP kann bereits mit dem Koalitionsvertrag zeigen, dass sie den Kampf gegen extreme Armut ernsthaft voranbringen will. WEITERLESEN
Auf Grundlage des Artikel ONE haben wir ein detaillierteres zehn Punkte Papier für eine starke Entwicklungspolitik verfasst mit dem Titel „Krisen überwinden. Chancen nutzen. Globales Miteinander gestalten." ONE fordert von Unterhändlern bei den Koalitionsverhandlungen, dass sie folgende zehn Punkte für eine starke Entwicklungspolitik berücksichtigen. WEITERLESEN
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