Mai bis Juli 2008
Sechs Wochen leistete ONE Überzeugungsarbeit bei der japanischen Regierung: Japan wurde aufgerufen, sich hinsichtlich der Erfüllung der Versprechen in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Landwirtschaft und Bildung an die Spitze der G8 zu setzen.
Seit Entstehung der Schuldenerlassbewegung in den späten 1990ern steht die G8 im Fokus der Entwicklungsaktivisten. Auf dem Gleneagles-Gipfel im Jahr 2005 gingen die Staats- und Regierungschefs historische Zusagen hinsichtlich der Ausweitung der Entwicklungszusammenarbeit für Afrika ein. Auf dem 2007er-Gipfel in Heiligendamm machte Deutschland die Afrikafrage erneut zu einem zentralen Thema.
Der Gipfel von Toyako bot ein weiteres Mal die Möglichkeit, Druck auf die dort versammelten hochrangigen Politiker auszuüben. 2008 war ein wichtiges Jahr, markierte es doch die Mitte des Weges bis 2015, dem für das Erreichen der Millennium-Entwicklungsziele anvisierten Zieltermin, und zugleich die Mitte zwischen 2005 und 2010, dem Zieltermin für die Erfüllung der Zusagen der G8 wie die Verdopplung der Entwicklungszusammenarbeit für Afrika und die Gewährleistung eines nahezu universellen Zugangs zu Aids-Behandlungen. Mit all diesen Zusagen liegt die G8 hinter dem Soll.
ONE und seine Verbündeten im Kampf gegen extreme Armut wandten sich mit Petitionen an Staats- und Regierungschefs. In ihnen riefen sie die Politik zur Einhaltung ihrer Versprechen und insbesondere zu Maßnahmen gegen die anhaltende Hungerkrise auf. Als Gastgeber des G8-Gipfels von 2008 stand Japan natürlich im Mittelpunkt unserer Aktionen. Mit ihnen wollten wir erreichen, dass Japan seine Möglichkeit und Verantwortung wahrnimmt, die G8 im Kampf gegen die Armut anzuführen.
Bob Geldof und Bono sind als Gastredakteure an der Gestaltung einer Sonderausgabe von „Asahi Shimbun“ beteiligt. „Asahi Shimbun“ erscheint mit der zweitgrößten Auflage der Welt.
Bono, Mitbegründer und Mitglied des Vorstandes von ONE, erhält die Ehrendoktorwürde der juristischen Fakultät der Keio-Universität. In seiner Dankesrede vor Studenten der Universität spricht er über extreme Armut und die Chancen, die der kommende G8-Gipfel bietet.
In Yokohama findet die vierte Tokyo International Conference on African Development statt. Dort kommen im Vorfeld des Treffens der G8 unter dem Vorsitz des japanischen Premierministers Yasuo Fukuda Vertreter aus 51 afrikanischen Ländern zu Gesprächen über die Zukunft der Entwicklung Afrikas zusammen. Zu den Teilnehmern zählen unter anderem 40 Staatschefs sowie führende Aktivisten im Kampf gegen extreme Armut, darunter Bono.
Einen Monat vor dem Treffen der G8 beginnt ONE mit der Mobilisierung der öffentlichen Unterstützung für die Entwicklung Afrikas. Dazu schaltet ONE eine Website in japanischer Sprache live und bringt einen Film heraus, in dem japanische und internationale Künstler auftreten, die sich im Kampf gegen Armut engagieren. Innerhalb von zwei Monaten wächst die Zahl der ONE-Unterstützerinnen und -Unterstützer in Japan auf das Doppelte.
ONE-Unterstützerinnen und -Unterstützer werden aktiv und unterzeichnen eine Petition, in der die Staats- und Regierungschefs der G8-Staaten zur Einhaltung ihrer Versprechen aufgefordert werden. Am Ende trägt die Petition 91.000 Unterschriften.
In der Financial Times erscheint ein Artikel, in dem es unter anderem heißt: „Die Staats- und Regierungschefs der acht reichsten Nationen werden ihr 2005 auf dem Gleneagles-Gipfel gegebenes Versprechen, die Entwicklungszusammenarbeit für Afrika auf $25 Mrd. pro Jahr zu erhöhen, voraussichtlich brechen.“ Daraufhin unterzeichnen viele weitere ONE-Unterstützerinnen und -Unterstützer die G8-Petition und überzeugen Freunde, sich ihnen anzuschließen.
Die Abschlusserklärung des G8-Gipfels erscheint. Nach massivem Druck von Unterstützern aus aller Welt, so auch von ONE--Unterstützerinnen und –Unterstützer wie zum Beispiel Bob Geldof, zieht die G8 ihre Zusagen nicht zurück, lässt aber auch keine deutlichen Fortschritte bei der Erfüllung dieser Zusagen erkennen. Japan sagt die Verdopplung der Entwicklungszusammenarbeit für Afrika zu. Aufgrund des geringen Ausgangswertes bedeutet dies in absoluten Zahlen jedoch nur eine moderate Erhöhung. Mit der Einhaltung seiner Zusage liegt Japan im Plan.
Berlin. Die Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer treffen sich in Pittsburgh. Die entwicklungspolitische Organisation ONE drängt sie, Afrika ins Zentrum der Überlegungen zur Überwindung der Krise zu stellen - und einem G20-Gipfel in Afrika zuzustimmen. WEITERLESEN
Bis Ende des Jahres soll ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll beschlossen werden. Afrika ist vom Klimawandel am stärksten betroffen, obwohl der Kontinent am wenigsten dazu beträgt. WEITERLESEN
Afrika ist Teil der Lösung.
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umfasst der Betrag, um den die G8 ihre Entwicklungszusammenarbeit für Afrika seit den Gleneagles-Zusagen von 2005 bis zum Gipfel von 2008 erhöhte.
lautet die „neue“ Zusage der G8 für den weltweiten Kampf gegen Armut und vermeidbare Krankheiten. Neu an dieser Zusage ist lediglich der erstmals angegebene Zeitrahmen. Die USA haben bereits die Bereitstellung von $48 Mrd. über PEPFAR (President's Emergency Plan for AIDS Relief) zugesagt.
Menschen in 190 Ländern, darunter 200.000 ONE-Unterstützerinnen und -Unterstützer mit ihren zwei Petitionen, riefen die Staats- und Regierungschefs der G8 zur Bekräftigung ihrer Zusagen gegenüber den Ärmsten der Welt auf.