April bis Juli 2008
2008 schossen die Preise für Grundnahrungsmittel auf Rekordhöhe. Besonders hart traf dies natürlich die Ärmsten der Welt. 140.000 ONE-Unterstützerinnen und -Unterstützer unterschrieben daraufhin eine an Präsident George W. Bush gerichtete Petition. In dieser wurde er aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass die Nahrungsmittelkrise auf die Agenda des G8-Gipfels von 2008 gesetzt wird und zur Nothilfe und zur Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktivität in Entwicklungsländern weitere Verpflichtungen eingegangen werden.
Innerhalb weniger Jahre waren die Preise für Grundnahrungsmittel, die für die Ernährung von Milliarden Menschen benötigt werden, auf ein Rekordniveau gestiegen. So war beispielsweise bei Weizen, Mais und Reis ein Anstieg um mehr als 80 Prozent zu verzeichnen. Die Preisexplosion löste in mindestens 18 Ländern Aufstände und andere Unruhen aus. Die Stabilität ganze Regionen ist damit gefährdet. Millionen könnten unter die Armutsgrenze rutschen und die bisherigen Ergebnisse im Kampf gegen die weltweite Armut wären zunichte gemacht.
Dagegen stemmten sich die Unterstützer von ONE. Über 140.000 riefen US-Präsident George W. Bush und die G8 auf, die Initiative zu ergreifen und die Nahrungsmittelkrise auf die Agenda des im Juli 2008 stattfindenden G8-Gipfel zu setzen sowie Verpflichtungen zur Bereitstellung von Mitteln für Lebensmittelhilfe und langfristige Landwirtschaftsprogramme abzugeben.
Auf dem Gipfel kündigten die G8-Staaten dann an, zur Bekämpfung der Krise und ihrer Folgen mittels kurz- und langfristiger Maßnahmen $10 Mrd. bereitzustellen. Zudem erläuterten sie in einem Kommuniqué die geplanten mittel- und langfristigen Maßnahmen zur Sicherung der Nahrungsmittelversorgung und der Ertragssteigerung in der Landwirtschaft.
Diese umfassten
Die Entwicklung der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern muss Schwerpunktthema bleiben. Dass sich die G8 zu einem so wichtigen Zeitpunkt eingehend mit diesem Problem befassten, trug jedoch dazu bei, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass Investitionen in diesem Bereich Jahrzehnte lang vernachlässigt wurden.
ONE ruft Präsident Bush in einer Petition dazu auf, die weltweite Armut und die Nahrungsmittelkrise zu Schwerpunktthemen des G8-Gipfels 2008 zu machen und darauf hinzuarbeiten, dass die Verpflichtungen zur Soforthilfe eingehalten werden, um der Krise zu begegnen, durch die 100 Millionen Menschen in noch größere Armut zu geraten drohen.
UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon richtet bei den Vereinten Nationen einen Arbeitsstab zur Nahrungsmittelkrise ein.
Yasuo Fukuda, japanischer Premierminister und Gastgeber des G8-Gipfels 2008, setzt die Hungerkrise auf die Agenda und versichert, dass die Krise Gegenstand „eingehender Beratungen sein wird und hohe Dringlichkeit genießt“.
Der Chef der Weltbankgruppe Robert B. Zoellick ruft zu globalem Handeln bei der Bekämpfung der weltweiten Nahrungsmittelkrise auf, begrüßt die Maßnahme von Premierminister Fukuda und fordert „kurz-, mittel- und langfristige” Maßnahmen in Reaktion auf die gegenwärtige Krise sowie die Bekämpfung ihrer Ursachen.
Nur Stunden nach der Übergabe der Petition 140.000 Unterschriften an Präsident Bush ruft dieser auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz auf, zur Bekämpfung der globalen Hungerkrise $770 Mio. an Sofortmittelhilfe bereitzustellen.
In einer Videobotschaft schildert David Lane, Präsident und CEO von ONE, die Erfolge der ONE-Unterstützerinnen und -Unterstützer in der Kampagne zur Nahrungsmittelkrise sowie die vor ihnen liegende Arbeit.
Die Weltbank stellt im Rahmen eines Sofortmaßnahmenpakets $1,2 Mrd. zur Finanzierung von kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen für die am stärksten betroffenen Länder bereit.
Die Organisation für Ernährung und Landwirtschaft der Vereinten Nationen (FAO) organisiert in Rom einen großen Gipfel zur Nahrungsmittelsicherheit. Dort treffen führende Politiker der Welt zusammen, um sich mit den drängenden Herausforderungen zu befassen.
Auf dem G8-Gipfel 2008 in Hokkaido stellt Japan einen neuen Plan zur Bekämpfung der weltweiten Nahrungsmittelkrise vor. Die G8 verpflichten sich, eine Reihe von Initiativen zu Landwirtschaft und Nahrungsmittelsicherheit zu unterstützen, geben aber keine konkreten finanziellen Zusagen. Diese hätten sich aber - wie vom des Arbeitsstab der Vereinten Nationen für die Realisierung landwirtschaftlicher Programme empfohlen - an der im „Umfassenden Aktionsplan“ formulierten Empfehlung von $25–40 Mrd. pro Jahr orientieren müssen.
Berlin. Die Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer treffen sich in Pittsburgh. Die entwicklungspolitische Organisation ONE drängt sie, Afrika ins Zentrum der Überlegungen zur Überwindung der Krise zu stellen - und einem G20-Gipfel in Afrika zuzustimmen. WEITERLESEN
Afrika ist vom Klimawandel am stärksten betroffen, obwohl der Kontinent am wenigsten dazu beträgt. WEITERLESEN
Afrika ist Teil der Lösung.
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Die Preise für Grundnahrungsmittel stiegen zwischen 2005 und 2008 um nicht weniger als 83 %. Weizen und Reis waren so teuer wie seit 28 bzw. 19 Jahren nicht mehr. Die Weltbank geht davon aus, dass sich die Nahrungsmittelpreise noch bis mindestens 2015 erheblich über dem Preisniveau von 2004 bewegen werden. Die internationale finanzielle Förderung der Landwirtschaft wurde in den vergangenen 15 Jahren stark vernachlässigt – der Anteil der staatlichen Entwicklungshilfemittel, die in die Landwirtschaft flossen, sank von mehr als 16 % im Jahr 1980 auf unter 4 % im Jahr 2004.
Mehr als 140.000 ONE-Unterstützerinnen und -Unterstützer unterschrieben die Petition zur Nahrungsmittelkrise an Präsident George W. Bush.
Die Nahrungsmittelkrise war eines der Top-Themen auf dem G8-Gipfel 2008 im japanischen Hokkaido. Dies schlug sich in neuen Verpflichtungen nieder, denen zufolge wieder mehr Mittel in die Förderung der Landwirtschaft fließen sollen.