Fortschrittsbericht

Wasser und sanitäre Versorgung in Afrika südlich der Sahara

Eine zunehmende Anzahl von Menschen in afrikanischen Ländern südlich der Sahara erhält Zugang zu sauberem Wasser und elementarer sanitärer Versorgung, weil Regierungen und Geber diesem Bereich Priorität eingeräumt haben.

Fakten

  • Der Anteil der Bevölkerung in afrikanischen Ländern südlich der Sahara, der Zugang zu verbesserter Wasserversorgung hat, stieg von 49 Prozent im Jahr 1990 auf 58 Prozent im Jahr 2006.
  • Der Anteil der Bevölkerung in afrikanischen Ländern südlich der Sahara, der Zugang zu verbesserter sanitären Versorgung hat, stieg von 26 Prozent im Jahr 1990 auf 31 Prozent im Jahr 2006.
  • In einzelnen Ländern waren die Fortschritte noch größer: In Malawi stieg der Bevölkerungsanteil mit ständigem Zugang zu Wasser zwischen 1990 und 2006 von 41 auf 76 Prozent und in Namibia von 57 auf 93 Prozent.
  • Sieben der zehn Länder in der Welt, in denen hinsichtlich der Situation der Wasserversorgung die größten Fortschritte zu verzeichnen sind, liegen südlich der Sahara: Burkina Faso, Namibia, Malawi, Ghana, Uganda, Mali und Djibouti. In Bezug auf die Realisierung des Millennium-Entwicklungsziels (MDG) eines flächendeckenden Zugangs zu sauberem Wasser liegen diese Länder zwar noch im Rückstand, aber mindestens 47 Prozent ihrer Einwohner haben mittlerweile bereits Zugang zu sauberem Wasser.

 

SÜDAFRIKA: 10 Millionen erhalten Zugang zu sauberem Wasser

Die südafrikanische Regierung hat den Zugang zu sauberem Wasser für seine Bevölkerung zum Grundrecht erklärt. Die Ausgaben für Wasser und sanitäre Versorgung übersteigen den Militärhaushalt des Landes. Damit ist Südafrika eines der wenigen afrikanischen Länder südlich der Sahara, die dem Zugang zu sauberem Wasser eine derartige Priorität einräumen. Die Ergebnisse sprechen für sich: Seit 1994 erhielten 10 Millionen Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser. Ihr Anteil stieg damit von 60 auf 86 Prozent.

SENEGAL: flächendeckender Zugang zu Wasser in den Städten fast realisiert

Der Regierung des Senegal gelang es mithilfe von Mitteln von bilateralen und multilateralen Gebern, für 98 Prozent der in Städten wohnenden Bevölkerung den Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen. Damit liegt das Land hinsichtlich der Umsetzung des Millennium-Entwicklungsziels (Reduzierung des Anteils der Bevölkerung ohne Zugang zu sauberem Wasser um die Hälfte) im Zeitplan. In den Städten stieg der Anteil der Menschen mit Zugang zur Wasserversorgung zwischen 74 und 81 Prozent im Jahr 1996 auf 98 Prozent im Jahr 2006. Das ist ein Zuwachs von etwa 1,6 Millionen Menschen. Weitere 830.000 haben zudem mittlerweile Zugang zu sanitärer Versorgung. Zahlen belegen eindeutig einen Rückgang von durch Wasser übertragenen Krankheiten und Durchfall bei Kindern. Dies trug augenscheinlich dazu bei, dass die Kindersterblichkeit im Senegal zwischen 1990 und 2006 um 22 Prozent zurückging.

MALAWI: dank eigener Toiletten gehen mehr Mädchen zur Schule

Mit Unterstützung durch UNICEF und einem Zuschuss in Höhe von $1,4 Mio. durch das britische Entwicklungsministerium (DFID) setzte Malawi ein strategisches Programm zur Verbesserung der sanitären Situation in Schulen um. Im Rahmen des Programmes wurden die sanitären Einrichtungen in 400 Schulen verbessert. Davon profitierten seit 2003 etwa 381.000 Kinder. In 158 Schulen wurde der Zugang zu sauberem Wasser verbessert. Statt wie früher ihre Notdurft im Freien verrichten zu müssen, können die Kinder jetzt hygienische Toiletten nutzen - insbesondere für Mädchen ein Grund, nicht mehr der Schule fernzubleiben. 2006 wurden in Malawi 94 Prozent aller Mädchen im Grundschulalter eingeschult. Auf dem übrigen Kontinent liegt der Durchschnitt bei 67 Prozent.

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