HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria in Afrika südlich der Sahara

 

Höhere Investitionen im Kampf gegen HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria führen zu einer Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung afrikanischer Länder südlich der Sahara.

FAKTEN

  • Die Zahl der Afrikaner mit Zugang zu lebensrettenden HIV/Aids-Medikamenten stieg in den zurückliegenden fünf Jahren drastisch. Derzeit erhalten 3,9 Millionen Afrikanerinnen und Afrikaner eine antiretrovirale Behandlung. 2002 waren es nur 50.000.
  • In Botswana und Ruanda gibt es für HIV-Infizierte nun einen flächendeckenden Zugang. In Benin, Äthiopien, Mali, Namibia, Senegal, Swasiland und Sambia liegt der Anteil der Behandelten bei 50 bis 80 % und diese Ländern befinden sich auf einem guten Weg in Richtung eines flächendeckenden Zugangs.
  • Der Globale Fonds verteilte zum Schutz vor Malaria 122 Millionen Moskitonetze.
  • In Sub-Sahara-Afrika erhielten 2009 54 % der HIV-positiven schwangeren Frauen Medikamente, die eine Übertragung des HI-Virus auf das ungeborene Kind verhindern. Im Jahr 2004 lag ihr Anteil noch bei 11 %.
  • Die Regierung von Botswana räumte der Verhinderung der Mutter-Kind-Übertragung von HIV (PMTCT) hohe Bedeutung ein. Dadurch gelang es, 2009 mehr als 95 % der HIV-positiven schwangeren Frauen mit Medikamenten zu versorgen, die eine Übertragung des Virus verhindern. Im Jahr 2005 lag deren Anteil noch bei lediglich 60 %.
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  • Zwischen 1995 und 2008 wurden fast 32 Millionen TB-Fälle nach dem DOTs-Konzept (Directly Observed Therapy) behandelt. 2006 betrug die weltweite durchschnittliche Heilungsrate bei Anwendung von DOTS 85 %.

 

RUANDA: Dank der höheren Zahl an Behandlungseinrichtungen erhalten mehr Menschen antiretrovirale Medikamente

2003 erhielt in Ruanda nur ein Prozent der Bedürftigen lebensrettende HIV/Aids-Medikamente. 2007 war der Anteil der Behandelten auf fast 71 % gestiegen. Und heute bietet das Land einen flächendeckenden Zugang zur Behandlung an. Der Anteil der Frauen, die Medikamente zur Verhinderung einer Mutter-Kind-Übertragung erhielten, lag 2005 noch bei 35 %. Dank der gestiegenen Anzahl an Behandlungseinrichtungen war er 2009 auf 69 % gestiegen. 2001 hatte es nur 11 Einrichtungen dieser Art gegeben, heute sind es  mehr als 285.

ÄTHIOPIEN: Moskitonetze senken Zahl der malariabedingten Todesfälle bei Kindern

In Äthiopien sank die Zahl der in Kliniken gemeldeten Malariafälle bei Kindern um 60 %. Die Sterberate wurde innerhalb von zwei Jahren (2005 bis 2007) halbiert. Dies war das Ergebnis einer flächendeckenden Verteilung von Moskitonetzen durch die äthiopische Regierung mit Unterstützung von Programmen wie dem Globalen Fonds und der Weltbank. 2004 besaßen weniger als fünf Prozent aller Haushalte in Äthiopien ein Moskitonetz zum Schutz gegen Malaria. Die Regierung setzte sich ein ehrgeiziges Ziel: Bis 2008 sollte jeder Haushalt in malariagefährdeten Regionen über zwei mit Insektizid behandelte Netze mit Langzeitwirkung verfügen. Dazu mussten insgesamt 20 Millionen Netze verteilt werden. Im Januar 2008 hatte Äthiopien das selbst gesteckte Ziel nach Verteilung von etwa 20,5 Millionen Netzen übererfüllt.

MALAWI: Rückgang der Sterblichkeit durch Verteilung von ARVs am Arbeitsplatz

Die Zahl der Menschen, die lebensrettende antiretrovirale Medikamente erhielten, stieg in Malawi von 500 im Jahr 2002 auf mehr als 200.000 in 2009. Das hat unter anderem folgenden Grund: Die Malawi Business Coalition Against HIV/AIDS (MBCA) lässt die Medikamente über Arbeitgeber verteilen. Über diesen Weg erhalten die Angestellten, deren Angehörige und die umliegenden Gemeinden Mittel für die Behandlung und Prävention. Dank dieser Maßnahmen sanken die Sterberaten bei den ausgewählten Unternehmen um 44 Prozent. Eines der beteiligten Unternehmen war der Stromversorger ESCOM (Electricity Supply Corporation of Malawi), einer der größten Arbeitgeber in Malawi. Die MBCA bietet diesen Service mehr als 70 Firmen an und betreibt in Malawi 46 Krankenhäuser.

GAMBIA: Ausrottung der Malaria in Sichtweite

Zwischen 2003 und 2007 fiel die Zahl der Malariafälle in Teilen von Gambia um 50 bis 82 %. Malariabedingte Todesfälle gingen 2007 in Gambia sogar um 100 % zurück. Das heißt, in diesem Jahr wurden keine Malariatoten registriert. Auslöser für diesen Erfolg waren die verstärkte Verteilung von mit Insektizid behandelten Moskitonetzen, Programme zur Behandlung von Gebäuden mit Insektiziden und der Einsatz neuer Medikamente zur Behandlung von Erkrankten.

SAMBIA: stärkere Prävention und Rückgang der Malaria

Dank eines guten nationalen Malaria-Strategieplans sowie verstärkter Partnerschaften und erhöhter Mittel erzielte Sambia bei der Bekämpfung der Malaria beeindruckende Ergebnisse: Zwischen 2006 und 2008 stieg die Verwendung von mit Insektizid behandelten Moskitonetzen durch Kinder unter fünf Jahren und Schwangere um mehr als 65 %. Dadurch sanken auch die Zahl der Unterfünfjährigen mit Malaria sowie die Fälle von schwerer Anämie. In fast zwei Dritteln des Landes verfügen die Haushalte entweder über ein mit Insektizid behandeltes Moskitonetz oder es wurde kürzlich Insektenvernichtungsmittel gesprüht.

RUANDA: Mobiltelefone lösen Infrastrukturprobleme

In ganz Afrika wird von den Gesundheitsbehörden innovative Technik genutzt, um die Probleme bei der Bereitstellung von Leistungen und der Erfassung von Daten zu überwinden. In Ruanda ermöglichten Mittel der Entwicklungszusammenarbeit die Einführung von TRACnet. Dabei handelt es sich um ein webbasiertes System, das ART-Programmberichte, Medikamenten-Engpässe und CD-4-Tests erfasst und weiterleitet. Mehr als 85 % der Nutzer von TRACnet geben ihre Daten per Mobiltelefon ein. TRACnet wurde in 50 von 53 Gesundheitseinrichtungen eingerichtet, die in Ruanda antiretrovirale Behandlungen anbieten. Damit sind 95 % aller in Behandlung befindlichen Patienten erfasst.

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