Dank steigender Investitionen, einer Zunahme des Handels und eines besseren Geschäftsklimas erfuhren die afrikanischen Wirtschaften das nachhaltigste Wachstum seit Jahrzehnten.
Durch Mittel aus dem privaten Sektor und dem US-Entwicklungshilfeministerium konnten sich Kaffeeproduzenten in Ruanda zu Kooperativen zusammenschließen, gemeinsam genutzte Waschstationen aufbauen und selbst an die Käufer herantreten. Die Investitionen bewirkten, dass Starbucks ruandischen Blue Bourbon-Kaffee kauft und diesen in 5.000 Filialen unter eigener Marke verkauft. Programme wie diese bescheren Ruanda ein jährliches Exportaufkommen von $35 Mio. allein durch den Verkauf von Kaffee an Starbucks, Costco und andere Unternehmen.
Durch den im Jahr 2002 beschlossenen African Growth and Opportunity Act (AGOA) erhielten mehrere afrikanische Staaten für bestimmte Warengruppen (z. B. Textilien) zoll- und quotenfreien Zugang zum US-amerikanischen Markt. Dies gab Lesotho die Möglichkeit, Textilwaren im Wert von $300 Mio. pro Jahr in die USA einzuführen. Das machte die Bekleidungsindustrie noch vor der öffentlichen Hand zum größten Arbeitgeber in Lesotho und interessant für ausländisches Kapital. Auch Mittel aus der Entwicklungszusammenarbeit spielen eine Rolle, weil die Regierung gemeinsam mit der Millennium Challenge Corporation (MCC) den Zugang zu sauberem Wasser in der Industrieregion Lesothos ausbaut und in die Produktion von Stoffen einsteigt.
Im Rahmen einer neuen Initiative möchte Kenia die Rentabilität seiner Bauern mittels Mobilfunktechnik erhöhen. Die Zahl der Mobilfunkteilnehmer in Kenia stieg zwischen 1999 und 2007 um 300 Prozent. Die kenianische Agrarrohstoffbörse (Kenyan Agricultural Commodity Exchange, KACE) versorgt Bauern in Zusammenarbeit mit Safaricom, dem größten kenianischen Mobilfunkbetreiber, über das Handy mit aktuellen Warenmarktpreisen. Für 20 Cent haben Bauern in ganz Kenia Zugriff auf die Preisinformationen. Dadurch können Sie Transaktionskosten sparen und Zwischenhändler umgehen, die häufig unter Marktpreis bezahlen. Die KACE prüft jetzt, ob als zweiter Verbreitungsweg für Preisinformationen in ländlichen Gebieten UKW-Funk in Frage kommt.
Im Oktober 2007 kündigte die Groupe Speciale Mobile Association (GSMA), die die Interessen der weltweiten Kommunikationsbranche vertritt, ihre Absicht an, in den kommenden fünf Jahren $50 Mrd. in die afrikanischen Länder südlich der Sahara zu investieren. Laut einer Studie von GSMA und Deloitte kann ein 10prozentiger Anstieg der Zahl der Mobilfunkteilnehmer (Zahl der Menschen, die mobil erreichbar sind und direkte Verbindung zum Mobilfunknetz haben) die jährliche Wachstumsrate des Bruttosozialprodukts in einem Entwicklungsland um 1,2 Prozent erhöhen.
Den Schlüssel für die Überwindung der Armut bildet auf lange Sicht der Handel mit Gütern und Dienstleistungen.
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