Gesundheit von Kindern und Müttern in Afrika südlich der Sahara

Dank des besseren Zugangs zu einer elementaren medizinischen Versorgung und einfachen Mitteln wie Impfungen, Moskitonetzen und Vitamin-A-Nahrungsergänzung wächst die Zahl geretteten Kinder und Mütter jährlich.

Fakten:

  • Im Senegal sank die Sterblichkeitsrate bei Unterfünfjährigen zwischen 1990 und 2006 um 22 Prozent. Zudem weist das Land die niedrigste Zahl an Unterernährten in Westafrika auf.
  • Todesfälle durch Masern gingen in Afrika zwischen 2000 und 2007 nach einem umfassenden Impfprogramm in Zusammenarbeit von afrikanischen Regierungen, UNICEF, dem amerikanischen roten Kreuz und der Weltgesundheitsorganisation um 89 Prozent zurück.
  • Malariafälle bei Kindern in Äquatorial-Guinea gingen zwischen 2003 und 2008 um 49 Prozent zurück.

 

Rückgang der Kindersterblichkeit in mehreren afrikanischen Länder südlich der Sahara

Trotz der weiterhin hohen Kindersterblichkeit in afrikanischen Ländern südlich der Sahara waren in einigen Ländern dank der höheren Impfungsrate, der Ergänzung der Nahrung durch Vitamin A, der Verteilung von Moskitonetzen und des besseren Zugangs zu sauberem Wasser enorme Erfolge zu verzeichnen. In Eritrea sank die Kindersterblichkeit bei Unterfünfjährigen zwischen 1990 und 2007 um 52 Prozent. In Malawi, Mosambik, Niger und Äthiopien sank die Kindersterblichkeitsrate im gleichen Zeitraum um mehr als 40 Prozent. In Tansania ging die Kindersterblichkeit dank größerer Investitionen in das Gesundheitssystem und wichtiger Maßnahmen wie die Verteilung von mit Insektizid behandelten Moskitonetzen, die Ergänzung von Nahrungsmitteln um Vitamin A, Impfkampagnen und Initiativen zur Förderung des Stillens zwischen 2000 und 2004 um 24 Prozent zurück.

Ruanda: Krankenversicherungsprogramm und Erhöhung der Ausgaben verbessert Zugang zu Geburtenbetreuung

Die ruandische Regierung realisierte in Zusammenarbeit mit Geldgebern ein Krankenversicherungsprogramm (Mutuelles de Santé), das von Vertretern der Gemeinden und lokalen Gesundheitsdienstleistern getragen wird. Das Programm, das 85 Prozent der ruandischen Bevölkerung erfasst, senkt durch Subvention der Krankenversicherungsbeiträge die finanziellen Hürden für den Zugang zu medizinischen Leistungen: Versicherte zahlen bei Mutuelle einen Jahresbeitrag von 2 Dollar. Für Frauen werden die Kosten der Entbindung übernommen, wenn diese während der Schwangerschaft vier Untersuchungen wahrgenommen haben und etwa 10 Prozent der üblichen Kosten für die Schwangerenbetreuung entrichten. In Ergebnis der höheren Beteiligung bei Mutuelles sowie der Erhöhung der Ausgaben für die Gesundheit von Müttern stieg die Zahl der Frauen, die in Ruanda unter ärztlicher Betreuung entbanden, von 31 Prozent im Jahr 2000 auf 49,5 Prozent im Jahr 2006.

Zentralafrikanische Republik: Kooperation bei Impfkampagne für Mütter

In der zentralafrikanischen Republik entwickelte das Gesundheitsministerium in Zusammenarbeit mit der WHO, dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen und UNICEF zur Bekämpfung der hohen Kinder- und Müttersterblichkeit die Mother and Child Survival Campaign. Im Rahmen der Kampagne wurden im Januar 2008 mehr als 700.000 Frauen im geburtsfähigen Alter gegen Tetanus geimpft. Für März 2008 war die Ausdehnung der Kampagne auf 1,5 Millionen Frauen geplant. In anderen Ländern wie Kenia, dem Sudan und der Demokratischen Republik Kongo gibt es Impfprogramme gegen Tetanus und andere verhinderbare Krankheiten. Dadurch wird die hohe Müttersterblichkeit in den Ländern südlich der Sahara mit hoher Wahrscheinlichkeit zurückgehen.

Mali: Realisierung eines Mutterfürsorge-Programms verbessert Zugang zur Schwangerenbetreuung

Im Rahmen des in Mali mit Hilfe der UNICEF gestarteten ACSD-Programms (Accelerated Child Survival and Development) konnte für Frauen in ländlichen Gebieten, die einer höheren Gefahr ausgesetzt sind, während der Entbindung oder durch dabei auftretende Komplikationen zu sterben, der Zugang zu medizinischen Leistungen verbessert werden. Seit 2001 konnten die im Rahmen der ACSD-Strategie durchgeführten Maßnahmen die Ungleichheiten im Zugang zur Schwangerenbetreuung zwischen armen und reichen Frauen verringert und der Anteil der Frauen, die während der Schwangerschaft dreimal oder öfter untersucht werden, verdoppelt werden.

Alle Links zum Thema