Dank des besseren Zugangs zu einer elementaren medizinischen Versorgung und einfachen Mitteln wie Impfungen, Moskitonetzen und Vitamin-A-Nahrungsergänzung wächst die Zahl geretteten Kinder und Mütter jährlich.
Trotz der weiterhin hohen Kindersterblichkeit in afrikanischen Ländern südlich der Sahara waren in einigen Ländern dank der höheren Impfungsrate, der Ergänzung der Nahrung durch Vitamin A, der Verteilung von Moskitonetzen und des besseren Zugangs zu sauberem Wasser enorme Erfolge zu verzeichnen. In Eritrea sank die Kindersterblichkeit bei Unterfünfjährigen zwischen 1990 und 2007 um 52 Prozent. In Malawi, Mosambik, Niger und Äthiopien sank die Kindersterblichkeitsrate im gleichen Zeitraum um mehr als 40 Prozent. In Tansania ging die Kindersterblichkeit dank größerer Investitionen in das Gesundheitssystem und wichtiger Maßnahmen wie die Verteilung von mit Insektizid behandelten Moskitonetzen, die Ergänzung von Nahrungsmitteln um Vitamin A, Impfkampagnen und Initiativen zur Förderung des Stillens zwischen 2000 und 2004 um 24 Prozent zurück.
Die ruandische Regierung realisierte in Zusammenarbeit mit Geldgebern ein Krankenversicherungsprogramm (Mutuelles de Santé), das von Vertretern der Gemeinden und lokalen Gesundheitsdienstleistern getragen wird. Das Programm, das 85 Prozent der ruandischen Bevölkerung erfasst, senkt durch Subvention der Krankenversicherungsbeiträge die finanziellen Hürden für den Zugang zu medizinischen Leistungen: Versicherte zahlen bei Mutuelle einen Jahresbeitrag von 2 Dollar. Für Frauen werden die Kosten der Entbindung übernommen, wenn diese während der Schwangerschaft vier Untersuchungen wahrgenommen haben und etwa 10 Prozent der üblichen Kosten für die Schwangerenbetreuung entrichten. In Ergebnis der höheren Beteiligung bei Mutuelles sowie der Erhöhung der Ausgaben für die Gesundheit von Müttern stieg die Zahl der Frauen, die in Ruanda unter ärztlicher Betreuung entbanden, von 31 Prozent im Jahr 2000 auf 49,5 Prozent im Jahr 2006.
In der zentralafrikanischen Republik entwickelte das Gesundheitsministerium in Zusammenarbeit mit der WHO, dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen und UNICEF zur Bekämpfung der hohen Kinder- und Müttersterblichkeit die Mother and Child Survival Campaign. Im Rahmen der Kampagne wurden im Januar 2008 mehr als 700.000 Frauen im geburtsfähigen Alter gegen Tetanus geimpft. Für März 2008 war die Ausdehnung der Kampagne auf 1,5 Millionen Frauen geplant. In anderen Ländern wie Kenia, dem Sudan und der Demokratischen Republik Kongo gibt es Impfprogramme gegen Tetanus und andere verhinderbare Krankheiten. Dadurch wird die hohe Müttersterblichkeit in den Ländern südlich der Sahara mit hoher Wahrscheinlichkeit zurückgehen.
Im Rahmen des in Mali mit Hilfe der UNICEF gestarteten ACSD-Programms (Accelerated Child Survival and Development) konnte für Frauen in ländlichen Gebieten, die einer höheren Gefahr ausgesetzt sind, während der Entbindung oder durch dabei auftretende Komplikationen zu sterben, der Zugang zu medizinischen Leistungen verbessert werden. Seit 2001 konnten die im Rahmen der ACSD-Strategie durchgeführten Maßnahmen die Ungleichheiten im Zugang zur Schwangerenbetreuung zwischen armen und reichen Frauen verringert und der Anteil der Frauen, die während der Schwangerschaft dreimal oder öfter untersucht werden, verdoppelt werden.
In den ärmsten Ländern der Welt riskieren Frauen bei der Geburt eines Kindes ihr Leben. Jedes Jahr sterben Millionen von Kindern an behandelbaren und vermeidbaren Krankheiten wie Durchfall.
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Jährlich sterben geschätzt 8,8 Millionen Kinder vor Vollendung ihres fünften Lebensjahrs. Fast alle von ihnen an vermeidbaren oder behandelbaren Ursachen. WEITERLESEN
99 % aller Todesfälle durch Schwangerschaft und Geburt sind in Entwicklungsländern zu beklagen WEITERLESEN