Landwirtschaft in Afrika südlich der Sahara

Viele Regierungen und Geberländer haben durch geeignete Investitionen begonnen, das große Potenzial der Landwirtschaft in den Ländern südlich der Sahara stärker zu nutzen und damit die wirtschaftlichen Möglichkeiten sowie die Versorgungssicherheit zu verbessern.

Fakten:

  • Laut Weltbank trägt das Wachstum im Bereich Landwirtschaft doppelt so stark zur Reduzierung der Armut bei wie Wachstum in anderen Sektoren.
  • Im Dezember 2008 beschloss die Europäische Union, €1 Mrd. aus ungenutzten Budgets für die Förderung der Landwirtschaft in Entwicklungsländern einzusetzen.
  • In Äthiopien investierte die Internationale Entwicklungsorganisation der Weltbank seit 1991 mehr als $500 Mio. in den Bau von Straßen, über die Bauern ihre Produkte auf lokale Märkte bringen können. Zwischen 1995 und 2005 wuchs das äthiopische Straßennetz von weniger als 23.500 km auf 37.000 km.

 

Malawi: Produktivitätszuwachs in der Landwirtschaft durch kostengünstigen Dünger

2005 waren circa fünf Millionen der 13 Millionen Einwohner von Malawi auf Lebensmittel aus Hilfsprogrammen angewiesen. 2007 produzierte Malawi einen Überschuss von mehr als einer Million Tonnen Mais. Zu verdanken war dies zum Großteil einem neuen Dünger und Beihilfen für Saatgut, die von der malawischen Regierung mit Hilfe des britischen Entwicklungsministeriums (DFID) finanziert wurden. Der Überschuss von 2007 hatte einen Wert von $100-160 Mio. - also weit mehr als die $70 Mio., die in Saatgut und Dünger investiert worden waren.

Burkina Faso: höhere Einkommen durch Investitionen in Bewässerungssysteme und Infrastruktur

In Burkina Faso, wo 80 Prozent der Bevölkerung auf dem Land lebt und die Landwirtschaft 2004 einen Anteil von 31 Prozent am Bruttonationaleinkommen hatte, finanzierte die Internationale Entwicklungsorganisation der Weltbank Bewässerungsprogramme und Infrastrukturprojekte zum Bau von Straßen und Kühlhäusern in der Nähe von Flughäfen. Jetzt können Bauern ihr Land in der trockenen Jahreszeit bewässern und hochwertiges Gemüse für den Export - wie Tomaten und Zwiebeln - anbauen.

In circa 3.000 Dörfern stieg der Anteil der bewässerten Flächen auf das Doppelte. Die Einkommen der Haushalte in den Dörfern wuchsen um 30 Prozent.

Madagaskar: besserer Zugang zu Märkten für Bauern durch landwirtschaftliche Geschäftszentren

Dank einer Investition in Höhe von $17,7 Mio. durch die Millennium Challenge Corporation (MCC) in das Agricultural Business Investment Project konnten Bauern in Madagaskar ihre Produktion und ihre Einkommen steigern. Die sechs Agricultural Business Center in Madagaskar helfen den Bauern, Märkte zu erschließen und Verbände zu bilden, um eine höhere Nachfrage aufzufangen. Zudem bieten sie technische Unterstützung bei Prozessen wie beispielsweise der Einlagerung von Ernten. Eine Kooperative in der Menabe-Region produzierte 2007 600 Tonnen Limabohnen. Durch den Export der Bohnen nach Mauritius stieg der Nettoerlös der Kooperation um $200.000. Die 78 Bauern der Kooperative verdienten dadurch pro Kopf $940 und damit $300 mehr als der durchschnittliche Haushalt in der Region.

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  • Landwirtschaft

    01.11.2010

    Wachstum in der Landwirtschaft ist für die Reduzierung der Armut doppelt so wirksam wie Wachstum in anderen Sektoren.
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