Die Herausforderung
Jährlich sterben geschätzt 7,6 Millionen Kinder vor Vollendung ihres fünften Lebensjahrs. Fast alle von ihnen an vermeidbaren oder behandelbaren Ursachen, die in Industriestaaten schon lange kein Problem mehr darstellen. Neugeborene sind einem besonders hohen Risiko ausgesetzt, denn die Sterbewahrscheinlichkeit ist im ersten Lebensmonat am höchsten. Die Kindersterblichkeit ist in der letzten Zeit zurückgegangen Doch die Fortschritte sind zu klein und regional unterschiedlich verteilt. Die Mehrzahl der Todesfälle ist in Entwicklungsländern zu verzeichnen: Die durchschnittliche Sterblichkeitsrate bei Kindern in den Ländern südlich der Sahara ist 24mal so hoch wie in den Industriestaaten. Die Gesundheit von Neugeborenen hat sich verglichen mit der Sterblichkeitsrate bei Kindern unter fünf Jahren insgesamt weniger verbessert. Hier ist dringend weitere Unterstützung notwendig.
Zu den Haupttodesursachen in den ersten Lebenswochen gehören: Frühgeburten, eine Sauerstoffunterversorgung während der Geburt und Infektionen. Nach dem ersten Lebensmonat sterben Kinder unter fünf Jahren häufig an Lungenentzündung, Durchfall, Malaria, Masern und HIV/Aids. Unter- und Mangelernährung schwächen die Kinder noch weiter und sind für mehr als ein Drittel der Todesfälle verantwortlich.
Das größte Hindernis bei der Reduzierung der Kindersterblichkeit ist der mangelnde Zugang zu bereit existierender Technik und einfachsten lebensrettenden Maßnahmen. Schwangerschaftsfürsorge sowie die Versorgung der Kinder in den Wochen nach der Geburt und wenn sie sich entwickeln werden erschwert, weil Gesundheitssysteme zu schwach sind. Schwache Gesundheitssysteme zeichnen sich durch einen Mangel an medizinischem Personal und einfachster Ausrüstung sowie völlig unzureichende Infrastruktur in Form von Kliniken oder Versorgungseinrichtungen aus. Stärkere Gesundheitssysteme sind die Grundvoraussetzung, um für Kinder lebensrettende Maßnahmen bereitstellen zu können.
Die Chance
Es liegt in unseren Händen, den unnötigen Tod eines Kindes vermeiden. Es gibt einfache, bezahlbare Maßnahmen für gesunde Kinder, die auch in Situationen mit eingeschränkten Ressourcen angewendet werden können. Die Versorgung von Neugeborenen in den ersten Lebenswochen ist entscheidend. Einfachste Maßnahmen können dramatische Erfolge bewirken: die Kinder trocken und warm zu halten, direkt nach der Geburt mit dem Stillen zu beginnen, die Kinder ausschließlich zu Stillen, Versorgungsmöglichkeiten für Frühgeborene bereit zu halten, eine Sauerstoffunterversorgung (Asphyxie) oder eine Entzündung (Sepsis) direkt zu versorgen. Millionen weitere Leben können gerettet werden, indem der Zugang zu Impfungen - einer der preiswertesten Investitionen in Gesundheit - ausgebaut wird. Mit ihnen können Kinder vor Krankheiten wie Hepatitis B, HiB (Haemophilus influenzae Typ B), Lungenentzündung, Kinderlähmung, Keuchhusten, Masern, den vom Rotavirus verursachten Durchfall und das Gelbfieber geschützt werden. Allein durch Impfungen gegen das Rotavirus und Lungenentzündung könnten Jahr für Jahr eine Million Kinderleben gerettet werden. Die Gabe von Vitamin A bei Kosten in Höhe von $1,25 pro Kind und Jahr könnte mehr als eine Viertel Million Leben retten, weil sich so das Risiko und die Schwere des Verlaufs von Durchfallerkrankungen und Infektionen senken lassen. Orale Hydrationssalze (ORS) und Zinkpräparate können ebenfalls bei der Behandlung von Kindern mit Durchfallerkrankungen helfen. Die Abwehr von Infektionskrankheiten - indem die Übertragung des HI-Virus von Müttern auf ihre Kinder verhindert, Moskitonetze verteilt und Familien in der richtigen Nutzung dieser unterrichtet werden - ist ebenso wichtig.
Die Gesundheit der Kinder hängt eng mit der ihrer Mütter zusammen: Kinder, die ihre Mutter verloren haben, sterben mit fünfmal höherer Wahrscheinlichkeit vor Erreichen des Kleinkindalters als Kinder mit einer Mutter. Gleichzeitig nutzen gesunde Kinder mit größerer Wahrscheinlichkeit Bildungsmöglichkeiten und werden so zu produktiven Erwachsenen. In Bolivien etwa hat ein Rückgang der Sterblichkeitsrate bei Unterfünfjährigen um 35 % die Einschulungsrate der Kinder im schulfähigen Alter um 30 % erhöht. Die gute Gesundheit der Mütter spielt also auch eine entscheidende Rolle für die Gesundheit von Kindern.
Im Millennium-Entwicklungsziel 4 geht es um die Gesundheit von Kindern. Es zu erreichen würde bedeuten, bis 2015 die Kindersterblichkeit um zwei Drittel zu senken. Derzeit sinkt die Kindersterblichkeit um 2,2 % pro Jahr - ein Fortschritt zwar, aber einer, der nicht ausreicht, um das Millennium-Entwicklungsziel 4 zu erreichen. Seit 1960 ist es uns gelungen, die Kindersterblichkeit zu halbieren. Wenn sie gemeinsame Anstrengungen unternehmen, um lebensrettende Maßnahmen weiträumiger zugänglich zu machen und Gesundheitssysteme zu stärken, können Partner- und Geberländer zusammen weltweit Leben retten und bis 2020 diese Zahl noch einmal halbieren.
Kinder unter fünf Jahren werden 2010 wahrscheinlich sterben. Die meisten von ihnen aufgrund vermeidbarer oder behandelbarer Ursachen.
könnten wahrscheinlich jährlich gerettet werden, allein durch das flächendeckende Angebot von Impfungen gegen Lungenentzündung und das Rotavirus.
beträgt der jährliche Rückgang der Kindersterblichkeit.
Am 25. April ist Weltmalariatag und damit Anlass, eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte zu erzählen. Im Jahr 2000 starben eine Million Menschen an der durch Moskitostiche übertragenen Krankheit. Durch kontinuierliche Arbeit ist es trotz steigender Weltbevölkerung gelungen, diese Zahl um gut ein Drittel auf etwa 655.000 zu reduzieren. WEITERLESEN
Hochkarätige Gäste, eine packende Doku und die Frage: wie hilft Voodoo beim Kampf gegen Kindersterblichkeit? Unsere Auftaktveranstaltung 2012.
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Davos/Berlin. „Diese Woche feiert ONE zehn Jahre lebensrettende Arbeit des Globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria. Eines innovativen, transparenten Mechanismus, der Monat für Monat mehr als 100 000 Leben rettet", sagte heute Michael Elliott, Chef der entwicklungspolitischen Organisation ONE in Davos.
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Berlin. Die entwicklungspolitische Organisation ONE hat erfreut auf den Zwischenbericht des internationalen Prüfpanels des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM) reagiert, der heute fertiggestellt wurde. Die rigorose Bekämpfung von Korruption und die Bereitschaft der Organisation zum offenen Umgang mit Korruptionsvorwürfen muss honoriert werden, fordert ONE. WEITERLESEN
Berlin. Die heute vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) angekündigte Erhöhung über 10 Millionen Euro für die Globale Impfallianz „GAVI" im Jahr 2012 ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Damit steigt das Gesamtvolumen der deutschen Beiträge für GAVI im Jahr 2012 auf 30 Millionen Euro. WEITERLESEN
Impfen ist der effektivste Ansatz um in Entwicklungsländern das Leben von Kindern unter fünf Jahren zu retten. WEITERLESEN