Die Herausforderung
HIV/Aids, Tuberkulose (TB) und Malaria sind behandelbare und vermeidbare Krankheiten, von denen die Ärmsten überdurchschnittlich stark betroffen sind. Die afrikanischen Länder südlich der Sahara tragen die schwerste Last: Auf sie entfallen 90 % aller Malariatoden, zwei Drittel aller HIV-Infizierten und fast ein Drittel aller TB-Fälle. Die Folgen für die Betroffenen sind unvorstellbar, und auch die Folgen für Gesellschaft und Wirtschaft sind verheerend. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara droht Aids eine ganze Generation in ihren produktivsten Jahren auszulöschen. Firmen verlieren ihre Angestellten, Regierungen verlieren Beamte und Familien verlieren neben geliebten Angehörigen häufig auch ihren Ernährer.
Malaria und Tuberkulose werden bereits seit Jahrhunderten bekämpft. Mit Aids entstand Ende der 1990er eine neue Bedrohung und die Notwendigkeit, in Prävention und Behandlung zu investieren. Der Umfang der für die Bekämpfung dieser Krankheiten eingesetzten Mittel wuchs in den vergangenen Jahren zwar sprunghaft, dennoch fließen die Mittel nach wie vor zu schwach und zu langsam. Darüber hinaus verhindern insbesondere in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara die schwach ausgebauten Gesundheitssysteme größere Erfolge im Kampf gegen diese Krankheiten. Der Mangel an Ärzten und Pflegepersonal bildet eine der größten Hürden für die Ausweitung der Behandlungs- und Präventionsprogramme. Auf die afrikanischen Länder südlich der Sahara entfallen 24 % der weltweiten Krankheitsfälle, aber nur drei Prozent der weltweit im Gesundheitswesen Beschäftigten. Voraussetzung für eine wirksamere Bekämpfung von Aids, TB und Malaria ist eine Verbesserung der Situation im Gesundheitswesen - also mehr Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Apotheken sowie das zugehörige Personal.
Die Chance
Der Kampf gegen HIV/Aids, Tuberkulose (TB) und Malaria erlebte durch besondere Aufmerksamkeit der Geber eine Zunahme wirksamer und kostengünstiger Präventions- und Behandlungsleistungen für Millionen von Menschen. Antiretrovirale Medikamente für Menschen, die mit HIV/Aids leben, kosteten noch vor zehn Jahren fast €7.000 pro Patient und Jahr. Heute sind es nur noch €100. Die vier Maßnahmen zur Ausrottung der Malaria (mit Insektizid behandelte Moskitonetze, Malariabehandlungen, das Einsprühen von Hausinnenwänden mit Insektiziden und eine vorbeugende Behandlung schwangerer Frauen) sind ebenfalls nicht teuer. So kostet die Beschaffung und Verteilung von Moskitonetzen beispielsweise pro Stück 7 Euro. Eine Behandlung schlägt pro Dosis mit weniger als 2 Euro zu Buche. Auch eine TB-Infektion lässt sich in vielen endemischen Ländern verhindern und behandeln: 10 bis 25 Euro kostet eine komplette, sechsmonatige Behandlungsreihe, mit der sich TB heilen lässt.
Die Mittel zur Bekämpfung der drei Krankheiten wurden in den vergangenen Jahren enorm aufgestockt. In vielen afrikanischen Ländern südlich der Sahara ist dadurch bereits eine wesentliche Verbesserung der Lage zu verzeichnen. In Ruanda und Äthiopien beispielsweise konnte die Zahl der Todesfälle durch die Ausweitung der Programme zur Verteilung von Moskitonetzen und der Behandlung von Malariafällen innerhalb von zwei Jahren um 50 % gesenkt werden. Und für Millionen von Menschen überall in Afrika südlich der Sahara bewirkte der verbesserte Zugang zu lebensrettenden antiretroviralen Behandlungen, dass eine Aids-Diagnose nicht länger das Todesurteil bedeutet. Derzeit erhalten etwa drei Millionen Menschen in Afrika eine lebensrettende antiretrovirale Behandlung. 2002 waren es nur 50.000. In einigen Ländern sind sogar noch größere Fortschritte zu verzeichnen. In Botswana und Ruanda gibt es für HIV/Aids-Patienten nun einen flächendeckenden Zugang. Das bedeutet, dass 80 % der Infizierten erreicht werden. In Benin, Äthiopien, Mali, Namibia, Senegal, Swasiland und Sambia liegt der Anteil der Behandelten bei über 50 %. Und diese Länder befinden sich auf einem guten Weg in Richtung der 80 %-Marke.
Hier erfahrt ihr mehr über die kommenden Herausforderungen und neuen Chancen im Kampf gegen HIV/Aids, Tuberkulose (TB) und Malaria.
in Subsahara-Afrika erhalten lebensrettende Aids-Medikamente. 2002 waren es nur 50.000 Menschen.
entfallen auf die afrikanischen Länder südlich der Sahara - aber nur 3 % aller Beschäftigten im Gesundheitswesen.
kosten Moskitonetze für den Schutz gegen Malaria - einschließlich Verteilung und Einweisung der Nutzer in ihre Verwendung.
Davos/Berlin. „Diese Woche feiert ONE zehn Jahre lebensrettende Arbeit des Globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria. Eines innovativen, transparenten Mechanismus, der Monat für Monat mehr als 100 000 Leben rettet", sagte heute Michael Elliott, Chef der entwicklungspolitischen Organisation ONE in Davos.
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Berlin. Die entwicklungspolitische Organisation ONE hat erfreut auf den Zwischenbericht des internationalen Prüfpanels des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM) reagiert, der heute fertiggestellt wurde. Die rigorose Bekämpfung von Korruption und die Bereitschaft der Organisation zum offenen Umgang mit Korruptionsvorwürfen muss honoriert werden, fordert ONE. WEITERLESEN
Berlin. Die entwicklungspolitische Organisation ONE begrüßt die Berufung eines unabhängigen Panels zur Untersuchung der Korruptionsvorfälle beim Globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria. WEITERLESEN
Berlin. Bill Gates besucht heute Berlin, um zu beweisen, dass intelligente Entwicklungszusammenarbeit wirkt. Dazu stellt er die Kampagne Living Proof vor, die darauf abzielt, verbreitete Vorurteile über Entwicklungszusammenarbeit zu widerlegen. Living Proof liefert Beweise, dass intelligente, gezielt eingesetzte Investitionen in Entwicklung Millionen Leben retten und Menschen dazu befähigen, sich und ihre Familien aus der Armut zu befreien. WEITERLESEN
Berlin. Kaum 2 US-Dollar kostet ein Medikament, das die Übertragung des HI-Virus von einer infizierten Mutter auf ihr Kind verhindert. Die Organisation ONE hatte eine Petition initiiert, die bis zum Jahr 2015 ein völliges Ende der HIV-Übertragung von Mutter zu Kind fordert. Gestern übergab die Organisation 269.664 Unterschriften an die Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gudrun Kopp. WEITERLESEN
Den 3.200 Menschen, die täglich eine Behandlung beginnen, stehen 7.100 Neuinfektionen gegenüber.
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