Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria

Der 2002 gegründete Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria sammelt und verteilt beträchtliche Mittel für den Kampf gegen HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria - Krankheiten, die 2007 fast 4,2 Millionen Opfer forderten. Durch innovative Partnerschaften mit Regierungen, der Zivilgesellschaft, dem privaten Sektor und den Empfängern leitet der Globale Fonds seine Mittel in auf Länderebene entwickelte und gelenkte Programme. Die Ergebnisse in den Bereichen Behandlung, Prävention und Betreuung sind überzeugend. Man geht davon aus, dass mit Hilfe der seit 2002 vom Globalen Fonds finanzierten Programme 4,9 Millionen Leben gerettet werden konnten.

Alleinstellungsmerkmale des Globalen Fonds

Der Globale Fonds arbeitet mit einem innovativen Konzept: Mittel fließen an regional geleitete Programme. Das garantiert Kosteneffizienz, Bürgerbeteiligung und Transparenz der Mittelverwendung. Möglich ist dies durch die besondere Grundausrichtung des Globalen Fonds:

  • Erfolgsorientierte Finanzierung: Die Freigabe von Mitteln erfolgt schrittweise und auf der Basis der Erfüllung vorgegebener Ziele (z. B. die Erbringung materieller Leistungen wie die Bereitstellung von Moskitonetzen oder Aids-Medikamenten). Werden die vereinbarten Ziele nicht erreicht, friert der Fonds die Mittel ein oder reduziert diese. Liegen die Ergebnisse über den Vorgaben, werden die Mittel erhöht.
  • Eigenverantwortung: Strukturen im jeweiligen Land ermöglichen es den Empfängerländern, im Einklang mit den nationalen Schwerpunkten im Gesundheitsbereich Programme zu entwickeln und Mittel zuzuteilen. Die Antragstellung und Durchführung liegt in den Händen lokaler Partnerschaften zwischen Regierungen, Gesundheitsexperten, Zivilgesellschaft, Kirchen und dem privaten Sektor.
  • Fachwissen: Ein technischer Prüfungsausschuss (Technical Review Panel), der sich aus internationalen Gesundheits- und Entwicklungsexperten zusammensetzt, prüft alle Anträge auf fachliche Qualität. So wird sichergestellt, dass nur die Projekte mit den größten Erfolgsaussichten für die Ausweitung von Prävention, Behandlung und Betreuung finanziert werden.
  • Geringe Verwaltungskosten: Durch die extrem niedrigen Verwaltungskosten gehen die Mittel fast vollständig an die Bedürftigen. Der Fonds schätzt, dass 97 Cent jedes gesammelten Euro direkt in Zuschüsse fließt.
  • Transparenz: Sämtliche Vorschläge, Anträge, Zuschussbewilligungen und Fortschrittsberichte werden auf der Website des Globalen Fonds veröffentlicht.

Greifbare Ergebnisse

Seit seiner Gründung wurden vom Globalen Fonds Zuschüsse in Höhe von $19,2 Mrd. für Projekte in 140 Ländern bewilligt. Davon wurden bisher $10 Mrd. ausgezahlt. Bis dato hat der Globale Fonds folgende Ergebnisse vorzuweisen:  

  • Behandlung von 2,5 Millionen HIV-Infizierten mit antiretroviralen Medikamenten
  • DOTS-Behandlung von sechs Millionen Patienten mit Tuberkulose
  • Verteilung von 104 Millionen mit Insektizid behandelten Moskitonetzen zum Schutz vor Malaria
  • 108 Millionen Behandlungen von Malariakranken
  • HIV-Beratungen und -Tests für 105 Millionen Menschen
  • Grundversorgung von 4,5 Millionen Waisen
  • Ausbildung von 11,3 Millionen Menschen zu Gesundheitspersonal

Auswirkungen

Obwohl der Globale Fonds ein noch recht junges Finanzierungsinstrument ist, zeigt sich schon heute, dass die vom Fonds bereitgestellten Mittel erheblich zum Erreichen der Millennium-Entwicklungsziele beitragen. In mehreren Ländern wirken sich die Programme des Globalen Fonds bereits greifbar auf das Leben der Menschen aus. Nachstehend sind einige Beispiele genannt:

  • In Ruanda: Durch drei Zuschüsse in Höhe von $166,8 Mio. durch den Globalen Fonds konnte der Kampf gegen HIV/Aids deutlich ausgeweitet werden. 2003 hatte weniger als ein Prozent der Menschen, die eine Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten benötigten, Zugang zu einer solchen Behandlung. UNAIDS geht davon aus, dass dank der Bemühungen der ruandischen Regierung sowie der Unterstützung durch den Globalen Fonds und weiterer Geber Ruanda bis 2010 den universellen Zugang zu antiretroviraler Therapie wird sicherstellen können. Im Rahmen der vom Globalen Fonds finanzierten Programme erhielten 59.900 Patienten eine antiretrovirale Therapie, bekamen 20.000 Frauen eine komplette ARV-Prophylaxe zur Senkung des Risikos einer Mutter-Kind-Übertragung und wurden mehr als 120 Beratungs- und Teststellen eingerichtet.
  • In Äthiopien konnte die Regierung mit Hilfe von zwei Zuschüssen in Gesamthöhe von $214,5 Mio. vom Globalen Fonds und weiterer Gelder von anderen Gebern eine aggressive Strategie zur Zurückdrängung der Malaria umsetzen. Bis vor kurzem bildete Äthiopien noch eines der Schlusslichter beim Kampf gegen die Malaria in Afrika. 2003 besaßen lediglich fünf Prozent aller Haushalte ein Moskitonetz. 2004 beschloss die Regierung das ehrgeizige Ziel, bis 2008 jeden Haushalt in besonders gefährdeten Regionen mit mindestens zwei Moskitonetzen mit Langzeitwirkung auszustatten. Bis März 2008 waren in Äthiopien 20,5 Millionen Moskitonetze verteilt worden. Das bedeutete einen Anstieg auf das Dreifache und eine Verteilungsdichte von 95 Prozent in endemischen Gebieten. Damit war das selbstgesteckte Ziel übertroffen. Im Verbund mit dem erweiterten Zugang zu einer wirksamen Behandlung wurde so ein erheblicher Rückgang der Malariafälle sowie der malariabedingten Todesfälle erreicht. Zwischen 2004 und 2006 gingen die Malariafälle um 60 Prozent und die gemeldeten Todesfälle bei Kindern um 50 Prozent zurück.

 

Alle Links zum Thema

  • ONE gratuliert zu zehn Jahren Globaler Fonds

    26.01.2012

    Davos/Berlin. „Diese Woche feiert ONE zehn Jahre lebensrettende Arbeit des Globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria. Eines innovativen, transparenten Mechanismus, der Monat für Monat mehr als 100 000 Leben rettet", sagte heute Michael Elliott, Chef der entwicklungspolitischen Organisation ONE in Davos.
    WEITERLESEN

  • ONE zu Aids-Fonds Zwischenbericht: Transparenz honorieren

    01.07.2011

    Berlin. Die entwicklungspolitische Organisation ONE hat erfreut auf den Zwischenbericht des internationalen Prüfpanels des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM) reagiert, der heute fertiggestellt wurde. Die rigorose Bekämpfung von Korruption und die Bereitschaft der Organisation zum offenen Umgang mit Korruptionsvorwürfen muss honoriert werden, fordert ONE. WEITERLESEN

  • Unabhängiges Panel zum Global Fund eingerichtet

    04.05.2011

    Berlin. Die entwicklungspolitische Organisation ONE begrüßt die Berufung eines unabhängigen Panels zur Untersuchung der Korruptionsvorfälle beim Globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria. WEITERLESEN

  • Bill Gates Botschaft für Deutschland: Intelligente Entwicklungsprogramme retten Millionen von Menschenleben

    05.04.2011

    Berlin. Bill Gates besucht heute Berlin, um zu beweisen, dass intelligente Entwicklungszusammenarbeit wirkt. Dazu stellt er die Kampagne Living Proof vor, die darauf abzielt, verbreitete Vorurteile über Entwicklungszusammenarbeit zu widerlegen. Living Proof liefert Beweise, dass intelligente, gezielt eingesetzte Investitionen in Entwicklung Millionen Leben retten und Menschen dazu befähigen, sich und ihre Familien aus der Armut zu befreien. WEITERLESEN

  • Über 260.000 Stimmen für den Schutz ungeborener Babies vor HIV/Aids

    10.03.2011

    Berlin. Kaum 2 US-Dollar kostet ein Medikament, das die Übertragung des HI-Virus von einer infizierten Mutter auf ihr Kind verhindert. Die Organisation ONE hatte eine Petition initiiert, die bis zum Jahr 2015 ein völliges Ende der HIV-Übertragung von Mutter zu Kind fordert. Gestern übergab die Organisation 269.664 Unterschriften an die Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gudrun Kopp. WEITERLESEN

  • HIV/Aids

    06.12.2010

    Den 3.200 Menschen, die täglich eine Behandlung beginnen, stehen 7.100 Neuinfektionen gegenüber.
    WEITERLESEN