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Tuberkulose

Die Herausforderung

90 % aller TB-Fälle entfallen auf die Entwicklungsländer. Schlechte Gesundheitssysteme und veraltete Technik untergraben die Bemühungen, die Ausbreitung von TB zu verhindern und die bereits Infizierten zu behandeln. Hinzu kommt noch die Schwächung des Immunsystems bei HIV/Aids-Patienten. Die Bevölkerungsgruppen mit den höchsten HIV-Infektionsraten sind am anfälligsten für Tuberkulose. Menschen, die relativ problemlos mit Aids leben, sterben letztlich, weil eine so genannte „opportunistische Infektion" die Schwäche des Immunsystems ausnutzt. Tuberkulose ist für HIV-Infizierte die häufigste dieser opportunistischen Infektionen - und in Ländern mit mittleren bis niedrigen Einkommen die häufigste Todesursache für Menschen, die mit HIV leben.

TB ist eine Tröpfcheninfektion, die hauptsächlich die Lungen angreift. Menschen, die TB-Bakterien in den Lungen haben, können diese durch Husten an andere weitergeben. Dank des Einsatzes von Antibiotika schien die Tuberkulose in den 1960ern bereits ausgerottet zu sein. Durch träge und inadäquate Gesundheitssysteme, verstärkte Reisen in und aus Gegenden, in denen TB verbreitet ist, sowie die Ausbreitung von HIV, ist die Tuberkulose mit Vehemenz zurückkehrt. Heute infiziert sich pro Sekunde ein Mensch mit Tuberkeln - den Bakterien, die Tuberkulose auslösen. Befinden sich diese Bakterien im Körper, kann der Infizierte erkranken. Gegenwärtig sind mehr als zwei Milliarden Menschen mit Tuberkeln infiziert. Jedes Jahr erkranken mehr als 9,4 Millionen und sterben 1,8 Millionen Menschen an dieser Krankheit (davon fünf Millionen Personen, die außerdem HIV-positiv sind).

Die Evolution der Erreger (neben der missbräuchlichen Verwendung der zur Behandlung eingesetzten Medikamente) hat zur Entwicklung weit resistenterer Formen der Tuberkulose geführt. Multiresistente Tuberkulose (MDR-TB) ist schwierig und oft nur kostenintensiv zu behandeln, weil die normalen Medikamente häufig nicht anschlagen. Mit MDR-TB infizieren sich jährlich eine halbe Million Menschen. Medikamentenresistente TB-Stämme sind in 55 Ländern aufgetaucht, unter anderem auch in den USA. Seit kurzer Zeit gibt es einen noch tödlicheren Stamm dieser Krankheit, die XDR-Tuberkulose (Extensively Drug Resistant Tuberculosis). Die XDR-Tuberkulosebakterien sind auch gegen die Medikamente resistent, die zur Heilung von multiresistenter TB eingesetzt werden.

Die Chance

TB ist behandelbar. In vielen stark betroffenen Ländern kostet eine komplette sechsmonatige TB-Behandlungsreihe lediglich 16 bis 35 Dollar. Bei Verabreichung nach dem DOTs-Prinzip (Directly Observed Therapy) sind die Erfolgsraten hoch. Zwischen 1995 und 2008 wurden 36 Millionen Neu- und Wiedererkrankungen mit DOTs behandelt. Die Stop TB-Partnerschaft entwickelte eine mehrjährige, länderbezogene Strategie für den Kampf gegen Tuberkulose. Die Kosten sind bekannt, es gibt einen Plan, jetzt ist schnelleres Handeln gefragt. Und es müssen mehr Mittel investiert werden, damit der Plan realisiert werden kann.

Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria hat in 7,7 Millionen Fällen die Erkennung und Behandlung der ansteckenden Tuberkulose unterstützt. Trotz dieser Fortschritte bleibt noch viel zu tun. Die Mittel für die Bekämpfung von TB sind seit 2002 zwar gestiegen, in den 90 Ländern mit der stärksten Belastung durch TB fehlte 2008 jedoch $1 Mrd. 

 

 

 

Fakten auf einen Blick

  • 16 bis 35 Dollar

    kostet eine komplette sechsmonatige TB-Behandlungsreihe in vielen stark betroffenen Ländern.

  • 90 % der TB-Fälle

    treten in Entwicklungsländern auf.

  • Mit 20 bis 37mal höherer Wahrscheinlichkeit

    entwickelt ein HIV-Infizierter Tuberkulose als ein Nichtinfizierter.

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