Gesundheit von Müttern und Kindern

Die Herausforderung

Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich etwa 358.000 Frauen aufgrund von Komplikationen bei der Entbindung sterben. Millionen weitere leiden unter schwangerschaftsbedingten Krankheiten und Verletzungen. 2009 starben 8,1 Millionen Kinder vor dem Erreichen ihres fünften Lebensjahres - zum überwiegenden Teil an vermeidbaren bzw. behandelbaren Krankheiten. Einige Länder verzeichnen in den zurückliegenden Jahren Fortschritte bei der medizinischen Betreuung von Müttern und Kindern; die Lücke zwischen Industrie- und Entwicklungsländern ist jedoch nach wie vor groß: Die Kindersterblichkeit in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara ist 24mal höher als in den Industrieländern. Frauen, die in den ärmsten Ländern leben, sterben mit 300mal höherer Wahrscheinlichkeit durch Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Entbindung als Frauen in Industrieländern.

In den ärmsten Ländern der Welt ist der Zugang zu lebensrettenden Behandlungen eingeschränkt. Grund dafür sind die unzureichend ausgebauten Gesundheitssysteme, die durch einen Mangel an Ärzten und Pflegepersonal, fehlende grundlegende Ausstattung und das Fehlen einer medizinischen Infrastruktur wie Kliniken und Gesundheitszentren gekennzeichnet sind. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara treten 24 % aller weltweiten Krankheitsfälle auf, aber nur 3 % der weltweit im Gesundheitswesen Beschäftigten arbeiten hier.

Einige der in den zurückliegenden Jahren für die Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria mobilisierten Ressourcen haben die Situation für Mütter und Kinder verbessert. Es wurde aber zu wenig in die Gesundheitssysteme investiert, um die Nachhaltigkeit dieser Verbesserungen zu gewährleisten. Durch die mangelnde Vorhersagbarkeit der Mittel lassen sich langfristige Investitionen zum Ausbau der Gesundheitssysteme nur schwer planen. Dies betrifft vor allem die Ausbildung und Bezahlung von Ärzten und Pflegepersonal, die erhebliche und jährlich wiederkehrende Kosten verursacht.

Die Chance

Es gibt einfache und kostengünstige Lösungen zur Verbesserung der gesundheitlichen Lage von Kindern und Müttern. Diese lassen sich unter den in Entwicklungsländern herrschenden Bedingungen zu geringen Kosten realisieren. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich 80 % aller geburts- und schwangerschaftsbezogenen Todesfälle verhindern ließen, wenn diese Zugang zu grundlegender medizinischer Betreuung hätten. Mit einer Nahrungsergänzung durch Vitamin A, die nicht einmal 1 Euro pro Jahr kostet und die Gefahr und Schwere von Durchfall und Infektionen senkt, könnte jährlich mehr als eine Viertelmillion Kinder gerettet werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist zudem, dass sich Investitionen in die Gesundheit von Kindern und Müttern in vielerlei Hinsicht und über Generationen hinweg bezahlt machen. Das Überleben und die Gesundheit von Müttern sind entscheidend für das Wohl der gesamten Familie: Kinder, die ihre Mütter verlieren, sterben mit fünfmal höherer Wahrscheinlichkeit noch vor Vollendung ihrer Kindheit als Kinder mit Müttern. Gesunde Kinder können sich bietende Bildungschancen nutzen und zu produktiven Erwachsenen heranwachsen. Ein Beispiel soll dies verdeutlichen: Als die Kindersterblichkeit bei unter Fünfjährigen in Bolivien um 35 % sank, stiegen die Einschulungszahlen um 30 %.

Die Millennium-Entwicklungsziele 4 und 5 zu erreichen, hieße, bis 2015 die Kindersterblichkeitsraten um zwei Drittel und die Müttersterblichkeitsraten um drei Viertel zu senken. Leider hinkt die Welt dem Zeitplan zur Realisierung dieser Ziele hinterher. Mit den richtigen politischen Weichenstellungen in den Entwicklungsländern und der Gemeinschaft der Geberländer sowie dem entsprechendem Engagement ließe sich die Situation für Kinder und Mütter in den Entwicklungsländern dennoch deutlich verbessern.

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Mehr über die Gesundheit von Kindern

 

 

Fakten auf einen Blick

  • 8,1 Millionen Kinder

    unter fünf Jahren sterben jedes Jahr – häufig an vermeidbaren und behandelbaren Krankheiten.

  • 358.000 Mütter

    sterben jedes Jahr durch schwangerschaftsbedingte Komplikationen.

  • 80 % aller geburts- und schwangerschaftsbezogenen Todesfälle

    ließen sich verhindern, wenn die Frauen Zugang zu grundlegenden medizinischen Leistungen hätten.

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