Die Herausforderung
Für Millionen Menschen auf aller Welt kann ein einfacher Mückenstich tödliche Folgen haben. Jedes Jahr sterben ca. 781.000 Menschen durch Malaria - zum überwiegenden Teil Säuglinge, Kinder und Schwangere. Etwa 90 % aller malariabedingten Todesfälle treten im Afrika südlich der Sahara auf. Hier fällt dieser Krankheit alle 40 Sekunden ein Kind zum Opfer. Von den 3,3 Mrd. Menschen, die in den gefährdeten Gebieten leben, infizieren sich pro Jahr schätzungsweise 225 Millionen mit Malaria. Voraussagen zufolge wird sich das Malaria-Problem im Zuge des Klimawandels noch verschärfen, weil sich die Malariamücke bei höheren Temperaturen stärker vermehrt.
Malaria beeinträchtigt die Produktivität und erhöht die Armutsgefahr in den betroffenen Ländern und Bevölkerungsgruppen. Häufig sind die Infektionsraten in der Regensaison am höchsten. Das wirkt sich nachteilig auf die landwirtschaftliche Produktion aus. Es wird geschätzt, dass die Malaria durch ihre Folgen für Wirtschaft, Auslandsinvestitionen, Tourismus und Handel in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara jährliche Gesamtkosten von $12 Mrd. verursacht. Zudem stellt Malaria eine große Belastung für die Gesundheitssysteme dar. In den sub-saharischen Ländern mit den höchsten Ansteckungsraten verschlingt die Krankheit 40 % der Gesundheitsausgaben.
Die Chance
Malaria lässt sich mit kostengünstigen Mitteln komplett verhindern. Für nur 10 Dollar kann ein speziell mit Insektiziden behandeltes Moskitonetz gekauft und verteilt sowie seine Empfänger in dessen Verwendung eingewiesen werden. Verbindet man die Verteilung von Netzen mit anderen einfachen Maßnahmen wie dem Sprühen von Insektenvernichtungsmitteln in Häusern könnten Millionen von Erkrankungen vermieden werden. Kommt es trotz Netz zu einer Infektion, lässt sich die Krankheit mit Medikamenten schon für 6 bis 10 Dollar pro Dosis behandeln (Kombinationstherapien auf Basis von Artemisinin). Damit ließe sich die Zahl der Menschen, die der Malaria zum Opfer fallen, drastisch senken. Deutlich mehr kostet es, wenn die Erkrankten keine Behandlung erhalten: Ökonomen glauben, dass die Malaria und ihre Folgen das Wirtschaftswachstum in den Ländern südlich der Sahara um 1,3 % pro Jahr abschwächen.
In den zurückliegenden Jahren wurden drastisch mehr Mittel die für die Bekämpfung von Malaria zur Verfügung gestellt. Jetzt zeigen sich erste Ergebnisse. Initiativen wie der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM), die President's Malaria Initiative (PMI) sowie das Malaria Booster-Programm der Weltbank haben die Versorgung mit Moskitonetzen und den Zugang zu Behandlungen erheblich verbessert. Allein der GFATM finanzierte mehr als 160 Millionen Moskitonetze und 142,4 Millionen ACT-Behandlungen. Die PMI verteilte etwa 20 Millionen Bettnetze und finanzierte rund 40 Millionen Behandlungen. Diese Anstrengungen zeigen erste Ergebnisse: Mit der Einführung des Programms zur Verteilung von Moskitonetzen in Äthiopien fiel die Zahl der von Kliniken gemeldeten Malariafälle bei Kindern um 60 %. Die Sterberaten sanken zwischen 2005 und 2007 auf die Hälfte. Ähnliche Ergebnisse sind in den am stärksten betroffenen Gegenden Kenias, Ruandas und Tansanias zu beobachten. Das zeigt, dass eine deutliche Verbesserung der Lage möglich ist, wenn die wirksamen Maßnahmen so ausgeweitet werden, dass sie ihr volles Potenzial entfalten.
Trotz ermutigender Zeichen des Fortschritts wird der Kampf gegen Malaria noch nicht mit den notwendigen Mitteln unterstützt, die erforderlich wären, um das Maximum an möglichen Ergebnissen zu erzielen. Zur Koordinierung und Beschleunigung der Bemühungen wurde von der Roll Back Malaria-Partnerschaft der Globale Malaria-Aktionsplan (GMAP) entwickelt und im September 2008 auf dem Kongress der Vereinten Nationen zu den Millennium-Entwicklungszielen vorgestellt. Der GMAP beschreibt eine Strategie zur Eliminierung von Malaria als Todesursache bis 2015. Als Zwischenziel soll bis 2010 die flächendeckende Versorgung der Bedürftigen mit Moskitonetzen und Medikamenten zur Behandlung von Malaria erreicht werden. Bisher wurde dieses Ziel nicht erreicht. In Afrika fehlen noch immer etwa 50 Millionen Moskitonetze.
geht im Afrika südlich der Sahara auf das Konto der Malaria.
kostet durchschnittlich die wirksame Behandlung von Malaria.
gehen in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara durch die Folgen der Malaria für Wirtschaft, Auslandsinvestitionen, Tourismus und Handel verloren.
Davos/Berlin. „Diese Woche feiert ONE zehn Jahre lebensrettende Arbeit des Globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria. Eines innovativen, transparenten Mechanismus, der Monat für Monat mehr als 100 000 Leben rettet", sagte heute Michael Elliott, Chef der entwicklungspolitischen Organisation ONE in Davos.
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Berlin. Die entwicklungspolitische Organisation ONE hat erfreut auf den Zwischenbericht des internationalen Prüfpanels des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM) reagiert, der heute fertiggestellt wurde. Die rigorose Bekämpfung von Korruption und die Bereitschaft der Organisation zum offenen Umgang mit Korruptionsvorwürfen muss honoriert werden, fordert ONE. WEITERLESEN
Berlin. Die entwicklungspolitische Organisation ONE begrüßt die Berufung eines unabhängigen Panels zur Untersuchung der Korruptionsvorfälle beim Globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria. WEITERLESEN
Berlin. Bill Gates besucht heute Berlin, um zu beweisen, dass intelligente Entwicklungszusammenarbeit wirkt. Dazu stellt er die Kampagne Living Proof vor, die darauf abzielt, verbreitete Vorurteile über Entwicklungszusammenarbeit zu widerlegen. Living Proof liefert Beweise, dass intelligente, gezielt eingesetzte Investitionen in Entwicklung Millionen Leben retten und Menschen dazu befähigen, sich und ihre Familien aus der Armut zu befreien. WEITERLESEN
Den 3.200 Menschen, die täglich eine Behandlung beginnen, stehen 7.100 Neuinfektionen gegenüber.
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Täglich sterben fast 11.000 Menschen an HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria. Fast zwei Drittel dieser Menschen leben in afrikanischen Ländern südlich der Sahara.
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