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Die Herausforderung
Die Folgen des Klimawandels bedrohen einige Fortschritte im Kampf gegen extreme Armut. Fachleute sagen voraus, dass in vielen afrikanischen Ländern südlich der Sahara die Häufigkeit von Dürren und Überschwemmungen und die Wasserknappheit in Folge des Klimawandels zunehmen werden. Darüberhinaus gibt es Gefahren für die Gesundheitssituation und die Ernährungssicherheit. Dadurch wird das Erreichen der Millennium-Entwicklungsziele erschwert.
Die Berichte des Weltklimarates (Intergovernmental Panel on Climate Change) und des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen liefern die ersten alarmierenden Details zu den möglichen verheerenden Folgen des Klimawandels für die Entwicklung Afrikas. Die Prognosen gehen von folgenden möglichen Auswirkungen aus:
Die Chance
2009 will sich die Welt auf ein globales Abkommen zum Klimaschutz verständigen. Auf die Industrieländer entfällt der Großteil der bisher in die Atmosphäre freigesetzten Treibhausgase. Eine bedeutsame Reduzierung des Ausstoßes an Treibhausgasen ist heute jedoch nur unter Einbeziehung der Schwellenländer realisierbar. Darüber hinaus müssen aufstrebende Regionen wie das sub-saharische Afrika dabei unterstützt werden, im Zuge des Ausbaus ihrer Energieversorgung und ihrer Wirtschaft den Weg eines klimaneutralen Wachstums einzuschlagen. Aufgrund des Verursacherprinzips sind die Industrieländer in der Pflicht, Afrika und andere Regionen in diesen Bemühungen zu unterstützen. Dies sollte auch in ihrem Interesse liegen: Die Entwicklungs- und Schwellenländer haben signalisiert, einem globalen Klimaschutzabkommen zuzustimmen, wenn sie im Gegenzug entsprechende Unterstützung erfahren. Darüber hinaus bieten sich viele bisher ungenutzte Möglichkeiten, in Zusammenarbeit mit den afrikanischen Ländern südlich der Sahara einen weiteren Rückgang der CO2-Emissionen zu realisieren. So ließen sich im Rahmen von Wiederaufforstung und forstwirtschaftlicher Programme die ausgedehnten Regenwälder und andere Wälder in Afrika nutzen, um einerseits Menschen nachhaltig das Auskommen zu sichern und andererseits die sogenannten „Kohlenstoffsenken" zu erhalten und auszuweiten.
Der Klimawandel erfordert gezieltes Handeln an zwei Fronten: zum Einen die „Anpassung" an die gegenwärtigen und zukünftigen Folgen des Klimawandels und zum Anderen die „Vermeidung " des Klimawandels durch drastische Reduzierung des weltweiten Ausstoßes an Treibhausgasen, die Vermeidung künftiger Emissionen in Entwicklungsländern sowie die Erhaltung wichtiger Kohlenstoffsenken (z. B. Regenwälder).
Zunächst sollten die G8-Staaten nach dem in den reichen Ländern weitgehend anerkannten Verursacherprinzip finanzielle Mittel bereitstellen, um den ärmsten und am stärksten betroffenen Ländern die Anpassung an den Klimawandel zu erleichtern. „Anpassung" schließt eine Vielzahl von Maßnahmen ein, die Ländern, Gemeinschaften und Einzelnen dabei helfen, die Folgen des Klimawandels zu bewältigen. Der beste Weg, sich an den Klimawandel anzupassen, ist für die armen Länder letzten Endes die Umsetzung der Millennium-Entwicklungsziele, da nur Länder mit einem fortgeschrittenen sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungsstand im Stand sind der Bedrohungen durch den Klimawandel zu trotzen.
Infrastrukturmaßnahmen müssen „klimafest" durchgeführt werden. Die Folgen des Klimawandels sollten für die Menschen durch soziale Schutzprogramme (beispielsweise durch das neue Instrument der Mikroversicherungen) aufgefangen werden. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Maßnahmen bilden Investitionen in die Landwirtschaft: u. a. verbesserte Bewässerung, dürreresistente Getreidesorten und Erosionsschutz. Im landwirtschaftlichen Bereich können außerdem durch den Ausbau von Wetterbeobachtungsstationen kostengünstig Ernten gesichert werden.
Diese Beispiele zeigen, dass die mit dem Klimawandel einhergehenden Risiken das Erreichen der Millennium-Entwicklungsziele verteuern. Aus diesem Grund müssen die G8-Länder sicherstellen, dass die Ressourcen für die Anpassung an den Klimawandel zusätzlich zu den langfristigen Zusagen bezüglich der Entwicklungszusammenarbeit bereitgestellt werden und nicht nur eine Umschichtung der Mittel von der Armutsbekämpfung zur Anpassung an den Klimawandel erfolgt. Schätzungen zufolge werden die Anpassungsmaßnahmen zwischen $28 Mrd. und $86 Mrd. jährlich kosten.
Zudem gibt es bereits Initiativen zur Emissionsreduktion wie das europäische System des Handels mit Emissionsrechten. Diese sollten ausgeweitet und von anderen Industrieländern übernommen werden. Im Rahmen des Emissionsrechtehandels der EU versteigern Regierungen Emissionszertifikate an Emittenten (z. B. Kraftwerke). Diese Zusatzeinnahmen werden in Deutschland bereits zum Teil zur Finanzierung internationaler Klimaschutzprogramme verwendet. Andere G8-Staaten sollten diesem Beispiel folgen und diese oder andere Mittel Entwicklungsländern zur Verfügung stellen. Dafür bieten sich drei Möglichkeiten an:
1. Eine enge Zusammenarbeit der G8 mit Entwicklungsländern und dem privaten Sektor, um den Schadstoffausstoß durch Nutzung energiesparender Technik und erneuerbarer Energien von vornherein gering zu halten.
2. Nutzung der ausgedehnten Regenwälder im Kongo-Becken und anderer Wälder, um einerseits Menschen nachhaltig das Auskommen zu sichern und andererseits die sogenannten „Kohlenstoffsenken" zu erhalten und auszuweiten.
3. Nutzung von Erdwärme und Solarenergie in Afrika - zum Einen für den Eigenbedarf und zum Anderen für den Export in die Industrieländer, um diese beim Erreichen ihrer Reduktionsziele unterstützen. Der Human Development Report der Vereinten Nationen fordert beispielsweise die Einrichtung eines Fonds zur Vermeidung des Klimawandels (Climate Change Mitigation Facility), der den Einsatz schadstoffarmer Technik in den Entwicklungsländern mit $25 bis 50 Mrd. pro Jahr fördern soll.
in den afrikanischen Länder südlich der Sahara könnten in Folge des Klimawandels bis 2020 unter Wasserknappheit leiden.
könnten in Folge der steigenden Temperaturen bis 2080 in malariaverseuchten Gebieten leben.
und machen es damit zu einer der wichtigsten Kohlenstoffsenken der Welt.
Der Klimawandel ist eine Krise, für die Afrika nicht verantwortlich ist. Es sind aber die Afrikaner, insbesondere die ärmsten unter ihnen, die als erste und am schlimmsten darunter zu leiden haben werden. Das muss das neue Klimaabkommen berücksichtigen. Aber der Gipfel von Kopenhagen kann auch die Chance für Afrika bedeuten, von Beginn an auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zu gelangen und die Fehler der Industriestaaten zu vermeiden. ONE formuliert in diesem Forderungspapier an die Verhandler von Kopenhagen, wie das geschehen kann.
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Bis Ende des Jahres soll ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll beschlossen werden. Afrika ist vom Klimawandel am stärksten betroffen, obwohl der Kontinent am wenigsten dazu beträgt. WEITERLESEN
Eine ausführliche Analyse der Aussagen zur Entwicklungszusammenarbeit im aktuellen Koalitionsvertrag und ein Vergleich mit den Forderungen im Artikel ONE.
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Die neue Regierung aus CDU/CSU und FDP kann bereits mit dem Koalitionsvertrag zeigen, dass sie den Kampf gegen extreme Armut ernsthaft voranbringen will. WEITERLESEN
Auf Grundlage des Artikel ONE haben wir ein detaillierteres zehn Punkte Papier für eine starke Entwicklungspolitik verfasst mit dem Titel „Krisen überwinden. Chancen nutzen. Globales Miteinander gestalten." ONE fordert von Unterhändlern bei den Koalitionsverhandlungen, dass sie folgende zehn Punkte für eine starke Entwicklungspolitik berücksichtigen. WEITERLESEN
Berlin. Die Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer treffen sich in Pittsburgh. Die entwicklungspolitische Organisation ONE drängt sie, Afrika ins Zentrum der Überlegungen zur Überwindung der Krise zu stellen - und einem G20-Gipfel in Afrika zuzustimmen. WEITERLESEN