Landwirtschaft

Wachstum in der Landwirtschaft ist für die Reduzierung der Armut doppelt so wirksam wie Wachstum in anderen Sektoren.

Die Herausforderung

Der Umfang der Mittel und Programme für die Landwirtschaft im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit ist in den zurückliegenden 20 Jahren ständig zurückgegangen. Das hat dazu geführt, dass viele arme Länder heute anfälliger für Hunger und Armut sind. Insbesondere in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara leidet die Landwirtschaft unter geringer Produktivität und unzureichenden Investitionen. Dies erschwert, dass Afrikaner sich selbst versorgen und mit der Arbeit in der Landwirtschaft ihre Existenz sichern können. Der sprunghafte Anstieg der Nahrungsmittelpreise, insbesondere für Getreide wie Reis, Weizen und Mais, im Jahr 2008 brachte in den armen Ländern noch mehr Menschen in Bedrängnis. Diese Entwicklung hatte verheerende wirtschaftliche Folgen für Familien, die häufig mindestens die Hälfte ihres Einkommens für Nahrung ausgeben. Zwischen 2007 und 2008 führte die Nahrungsmittelkrise dazu, dass 40 Millionen mehr Menschen Hunger litten. Damit wuchs die Zahl der Hungernden auf 963 Millionen. Und 2009 wächst sie weiter an.

Die Chance

Investitionen in die Landwirtschaft würden dazu beitragen, dass sich die Ärmsten der Welt aus der Armut befreien könnten. Dies gilt besonders für die afrikanischen Länder südlich der Sahara, wo die Landwirtschaft das Rückgrat der meisten Ökonomien bildet und nahezu zwei Dritteln der Bevölkerung Arbeit gibt. Neben der Förderung des Wirtschaftswachstums tragen Investitionen in die Landwirtschaft auch dazu bei, dass die ärmsten Länder der Welt ihre Bevölkerungen besser ernähren können und die durch schwankende Welthandelspreise für Nahrungsmittel ausgelösten Krisen besser überstehen.

Neben der Lebensmittelhilfe werden dringend Produktionsmittel wie Dünger und Saatgut benötigt, um den betroffenen Gemeinschaften zu helfen, die unmittelbaren Auswirkungen der Nahrungsmittelkrise zu meistern. Langfristig muss zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit und des Wirtschaftswachstums in die Landwirtschaft investiert werden. Bei besserer Infrastruktur, stärkerem Einsatz von Technik und entsprechender Ausbildung würden Bauern von höheren Erträgen und besserem Zugang zu einheimischen, regionalen und internationalen Märkten profitieren.

Das Thema im Detail

Politik aktuell

Fortschrittsbericht

  • Landwirtschaft in Afrika südlich der Sahara

    22.05.2009

    Viele Regierungen und Geberländer haben durch geeignete Investitionen begonnen, das große Potenzial der Landwirtschaft in den Ländern südlich der Sahara stärker zu nutzen und damit die wirtschaftlichen Möglichkeiten sowie die Versorgungssicherheit zu verbessern. WEITERLESEN

Brennpunkte zum Thema

  • Klima wandelt Entwicklung?

    13.11.2009

    Bis Ende des Jahres soll ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll beschlossen werden. Afrika ist vom Klimawandel am stärksten betroffen, obwohl der Kontinent am wenigsten dazu beträgt. WEITERLESEN

  • Die Koalitionsverhandlungen

    28.09.2009

    Die neue Regierung aus CDU/CSU und FDP kann bereits mit dem Koalitionsvertrag zeigen, dass sie den Kampf gegen extreme Armut ernsthaft voranbringen will. WEITERLESEN

  • G20-Gipfel in Pittsburgh

    11.09.2009

    Afrika ist Teil der Lösung.
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  • Der G8-Gipfel 2009

    12.08.2009

    Die G8-Staaten müssen wahre Führungsstärke beweisen und - wenn sie denn das G8-Format weiter relevant halten wollen - beim Thema Entwicklung beweisen, dass sie handlungsfähig sind. WEITERLESEN

  • DATA Bericht 2009

    11.06.2009

    Im DATA Bericht geht es um Verantwortung. Er beobachtet den Weg, den die G8 bei der Erfüllung der an Afrika gemachten Versprechen einschlagen. WEITERLESEN

  • Der G20-Gipfel von London 2009

    02.04.2009

    Am 2. April 2009 versammelten sich in London die Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten zur Fortsetzung der im November 2008 in Washington aufgenommenen Gespräche. WEITERLESEN

Mitmachen

Kampagnen zum Thema

  • Aufholjagd '08

    01.10.2008

    Oktober bis Dezember 2008

    Im Oktober 2008 begann ONE erstmals mit Kampagnen, die explizit auf der Hilfe deutschsprachiger Unterstützerinnen und Unterstützer baute. 2008 hatte ein wichtiges Jahr zur Bekämpfung extremer Armut werden sollen. Doch die Finanzkrise wollte es anders.
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  • Gipfel der Vereinten Nationen: die Finanzierungslücke schliessen

    01.09.2008

    September bis Oktober 2008

    Im September 2008 - vor den Gesprächen hochrangiger Vertreter über die Millennium-Entwicklungsziele am Rande der UN-Generalversammlung - wurden mehr als 50.000 ONE-Unterstützerinnen und -Unterstützer aus Europa aktiv und drängten Staats- und Regierungschefs, die Finanzierungslücke von $1 Mrd. bei der Bekämpfung der Nahrungsmittelkrise zu schließen.
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  • Eine Milliarde von der EU für Lebensmittel und Landwirtschaft

    01.07.2008

    Juli bis November 2008

    Als Reaktion auf die Nahrungsmittelkrise war auf dem Gipfel in Rom ein Paket von Sofortmaßnahmen beschlossen worden. Die EU-Kommission schlug vor, einen europäischen Beitrag mit €1 Mrd. zu leisten, die sonst nicht in Entwicklung geflossen wären. ONE-Unterstützerinnen und -Unterstützer in Europa trugen im entscheidenden Moment dazu bei, den öffentlichen Druck so zu erhöhen, dass wirklich zusätzliches Geld half, die Krise abzufedern. WEITERLESEN

  • Eine einfache Forderung an die G8

    01.05.2008

    Mai bis Juli 2008

    Sechs Wochen leistete ONE Überzeugungsarbeit bei der japanischen Regierung: Japan wurde aufgerufen, sich hinsichtlich der Erfüllung der Versprechen in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Landwirtschaft und Bildung an die Spitze der G8 zu setzen.
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  • Nahrungsmittelkrise

    01.04.2008

    April bis Juli 2008

    2008 schossen die Preise für Grundnahrungsmittel auf Rekordhöhe. Besonders hart traf dies natürlich die Ärmsten der Welt. 140.000 ONE-Unterstützerinnen und -Unterstützer unterschrieben daraufhin eine an Präsident George W. Bush gerichtete Petition. In dieser wurde er aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass die Nahrungsmittelkrise auf die Agenda des G8-Gipfels von 2008 gesetzt wird und zur Nothilfe und zur Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktivität in Entwicklungsländern weitere Verpflichtungen eingegangen werden.  WEITERLESEN

Presse

Pressemitteilungen zum Thema

  • „Macht einen G20-Gipfel in Afrika“, fordert Entwicklungsorganisation

    23.09.2009

    Berlin. Die Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer treffen sich in Pittsburgh. Die entwicklungspolitische Organisation ONE drängt sie, Afrika ins Zentrum der Überlegungen zur Überwindung der Krise zu stellen - und einem G20-Gipfel in Afrika zuzustimmen. WEITERLESEN

  • ONE fordert Klarheit über G8-Plan zur Nahrungsmittelsicherheit

    10.07.2009

    Berlin/L'Aquila. Die entwicklungspolitische Organisation ONE hat den Plan der G8 zu mehr Nahrungsmittelsicherheit für die ärmsten Bauern der Welt begrüßt. Der Plan wurde in letzter Minute mit 20 Milliarden US-Dollar statt 15 Milliarden US-Dollar für die nächsten drei Jahre ausgestatte und enthält wichtige Schritte für eine effektivere Unterstützung der ländlichen Entwicklung.

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  • Geht Merkel mit leeren Händen zu Obama?

    24.06.2009

    Haushaltsentwurf der Bundesregierung ohne Spielraum für G8-Initiativen und Afrika-Versprechen
    Das Bundeskabinett hat heute seinen Entwurf für den Haushalt 2010 vorgelegt. Dessen Umsetzung würde bedeuten, dass Deutschland auf dem G8-Gipfel den afrikapolitischen Initiativen der USA und Großbritanniens nichts zur Seite stellen könnte. Deutschland würde mit einer Erhöhung von nur 30 Millionen Euro für das Entwicklungsministerium nach Angaben von ONE zudem sein G8-Versprechen verfehlen. WEITERLESEN

  • 18.800 bitten Uno-Klimamanager um Einsatz für die ärmsten Opfer des Klimawandels

    12.06.2009

    Der oberste Klimamanager der Uno, Yvo de Boer, nahm heute in Bonn über 18.800 Bitten von Unterstützern der entwicklungspolitischen Organisation ONE entgegen. ONE rief Yvo de Boer dazu auf, in den aktuellen Verhandlungen zur Kopenhagener Klimakonferenz sicherzustellen, dass die ärmsten Länder ausreichende Unterstützung zur Anpassung an den Klimawandel erhalten. Grund: Diese Länder haben den Klimawandel nicht verschuldet. Trotzdem trifft der Klimawandel die Ärmsten als erstes und am schwersten. WEITERLESEN

  • Scheitern die G8-Versprechen für Afrika an Italien und Frankreich?

    11.06.2009

    Die Mehrzahl der G8-Staaten, darunter Deutschland, kommt mit ihren Zusagen zur Entwicklungsfinanzierung für Afrika voran. Frankreich und G8-Gastgeber Italien jedoch gefährden mit ihrem schwachen Engagement die Glaubwürdigkeit der G8 als Ganzes. WEITERLESEN

Fakten auf einen Blick

  • 963 Millionen Menschen hungern

    heute täglich. Das sind 40 Millionen mehr als noch 2007. Und die Zahl steigt weiter an.

  • Wachstum in der Landwirtschaft ist doppelt so wirksam

    für die Reduzierung der Armut wie Wachstum in anderen Sektoren.

  • 2/3 der Menschen in afrikanischen Ländern südlich der Sahara

    arbeiten in der Landwirtschaft.

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Welternährungsgipfel in Rom

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