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Afrikas Zukunft ist weiblich

Eine Partnerschaft für die Zukunft Afrikas

Verantwortungsbewusste Regierungsführung und Wirtschaftswachstum werden Afrika mittel- und langfristig auf dem Weg aus der Armut helfen. Die kurzfristige Verbesserung der Lebensgrundlage wird jedoch ebenfalls verstärkte, ergebnisorientierte Entwicklungsressourcen von afrikanischen Ländern sowie Geberländern erfordern.

Entwicklungsressourcen: Empfehlungen an Staats- und Regierungschefs

Investitionen in das Gesundheitswesen, die Bildung und Ernährungssicherheit führten im vergangenen Jahrzehnt zu beeindruckenden Ergebnissen. Diese sollten, im Hinblick auf die Millennium-Ziele, bis zum Jahr 2015 fortgesetzt und intensiviert werden. Folgende Zielsetzungen sollten bei der Zusammenarbeit der Entwicklungspartner im Jahr 2010 und in den Jahren darauf im Vordergrund stehen:

Erhöhung der inländischen Ressourcen zugunsten der Entwicklung: Entwicklungsländer sollten bei der Armutsbekämpfung eigene Ressourcen nutzen und darüber Rechenschaft ablegen. Dies beinhaltet das Einhalten der Zielsetzungen aus Abuja und Maputo, wo afrikanische Länder sich zur Bereitstellung von jeweils 15 beziehungsweise 10 % ihres Staatsbudgets für Gesundheit und Landwirtschaft verpflichtet haben.

Erhöhung der Entwicklungshilfe für bewährte, wirksame Programme: Geberländer mit Entwicklungshilfeverpflichtungen über das Jahr 2010 hinaus (wie z. B. die Zielsetzung der EU-Staaten, auf 0,7 % ihres Bruttonationaleinkommens bis zum Jahr 2015 oder früher zu kommen) sollten ihre Versprechen erneuern und klären, wie viel für das subsaharische Afrika eingeplant wurde. Länder, die über keine Verpflichtungen über das Jahr 2010 hinaus verfügen, sollten sich ehrgeizige Ziele setzen und dabei das subsaharische Afrika berücksichtigen. Diese Investitionen sollten für bewährte, nachhaltige und wirksame Einrichtungen verwendet werden, von denen viele, wie der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM), im Jahr 2010 mit finanziellen Herausforderungen zu kämpfen haben.

Verantwortungsbewusste Verpflichtungen eingehen: Entsprechend der „TRACK-Prinzipien” von ONE (auf Englisch: Transparent, Results-oriented, Additional, Conditional, Kept promises) für verbesserte Rechenschaftspflicht sollten alle Verpflichtungen der Geberländer transparent und ergebnisorientiert sein, klar den erzielten Mehrwert und die Bedingungen aufweisen und von unabhängigen Einrichtungen geprüft werden, um die Einhaltung der Versprechen zu gewährleisten.

Verbesserung der Qualität in der Entwicklungshilfe:: Alle Geberländer sollten sich zu verstärkten Bemühungen verpflichten, damit ihre Unterstützung nachhaltiger wirkt und somit mit ihrer Entwicklungshilfe maximale Ergebnisse erzielt werden. Entwicklungspartner sollten sich stärker für die Verwirklichung der Paris-Deklaration über die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit und des Aktionsplans von Accra einsetzen. Sie sollten Aktionspläne ausarbeiten, die klare Ziele und Zeitpläne festlegen, um die Transparenz und Berechenbarkeit zu verbessern, den Einsatz ländereigener Systeme zu fördern und Hilfe nicht mit der Bedingung zu verknüpfen, Leistungen beim Geber einzukaufen („tied aid“).

Geschlechterpolitik zu einem festen Bestandteil der Entwicklungspolitik machen und priorisieren: Hilfsprogramme, die in das Potenzial von Frauen und Mädchen investieren und auf die Bedeutung der Geschlechterrollen und ihrer Dynamik in der Entwicklungspolitik eingehen, sollten mit verstärkt unterstützt werden. Entwicklungspartner sollten sich dafür einsetzen, dass Geschlechterpolitik in allen Phasen der Gestaltung und Umsetzung politischer Maßnahmen sowie durchgehend in multilateralen und bilateralen Entwicklungsprogrammen Berücksichtigung findet. Die neue Struktur für die geschlechterpolitische UN-Unterorganisation „United Nations Entity for Gender Equality and the Empowerment of Women” (kurz: UN Women) könnte mit Hilfe adäquater Ressourcen und politischer Unterstützung von Seiten der Entwicklungspartner ebenfalls dabei helfen, die Rolle der Frauen in der Entwicklungszusammenarbeit zu verbessern und die Geschlechterpolitik in die Formulierung weltweiter politischer Maßnahmen und Entscheidungsprozesse einzubinden.