Mitmachen
Afrikas Zukunft ist weiblich

Eine gesunde Zukunft

Frauen sind von wesentlicher Bedeutung für die drei Millennium-Entwicklungsziele, die die Verbesserung der weltweiten Gesundheitssituation betreffen. Also insbesondere für die Senkung der Kinder- und Müttersterblichkeit und die Eindämmung der Ausbreitung von HIV/Aids, Malaria und sonstigen Infektionskrankheiten.

Gesundheit

Von Krankheiten wie HIV/Aids und Malaria sind afrikanische Frauen am stärksten betroffen. Sie leiden auch am meisten unter fehlendem medizinischem Fachpersonal, fehlenden Medikamenten und medizinischer Grundausstattung sowie schlechtem Zugang zu Gesundheitszentren und Krankenhäusern. Als Mütter können sie jedoch wesentlich dazu beitragen, die Gesundheit ihrer Kinder zu verbessern.

Wenn man eine Frau mit dem notwendigen Wissen und den Mitteln versorgt, zum Beispiel, um HIV/Aids vorzubeugen oder Familienplanung und Geburtenkontrolle zu betreiben, ihr ermöglicht, ihre Kinder sicher in einer medizinischen Einrichtung zur Welt zu bringen und sie vor vermeidbaren Erkrankungen wie Durchfall und Malaria zu schützen, dann bedeutet das eine bessere Gesundheitssituation für die ganze Familie. Da Frauen oft für von HIV/AIDS betroffene Nachbarn und Familienmitglieder die Rolle der Krankenschwestern, Gesundheitsberaterinnen und Pflegerinnen einnehmen, liegt es häufig auch in ihrer Verantwortung, die Gesundheitssituation in der gesamten Gemeinde zu verbessern.

Der Weg zu einer gesünderen Zukunft für Ä?thiopien

LomitaLomita muss täglich viele Kilometer zurücklegen, um Krankheiten zu bekämpfen. Seit drei Jahren arbeitet sie in Ä?thiopien als Gesundheitsberaterin – wenn man ihr intensives Ausbildungsjahr dazu zählt, sogar bereits seit vier Jahren.

Sie ist eine von über 30.000 äthiopischen Frauen, die auf dem Land von Haus zu Haus gehen, um den Familien zu erklären, wie sie Krankheiten vorbeugen können.

„Ich liebe meine Arbeit, weil ich selbst ein Teil dieser Gemeinschaft bin. Ich teile ihre Trauer und ihren Schmerz. Den Menschen als Gesundheitsberaterin helfen zu können, ist ein wahres Geschenk”, erklärt sie.

Mittlerweile hat die Regierung für jedes Dorf zwei Beraterinnen ausgebildet, die dabei helfen, die Familien mit Moskitonetzen gegen Malariamücken, Impfungen für die Kinder und Medikamenten für die Kranken zu versorgen. Außerdem führt Lomita im Zuge ihrer Arbeit Aufzeichnungen über die Anzahl der Schwangerschaften, Geburten und Krankheiten im Dorf. Diese Zahlen stellt sie der Regierung zur Verfügung, damit diese ihre Geldmittel auf Basis der Statistiken gezielter einsetzen kann.

Dank Lomitas intensiver Arbeit treten im Dorf inzwischen deutlich weniger Krankheiten auf. Sie berichtet: „Wir klären die Gemeinde auf und dadurch treffen die Menschen bessere Entscheidungen.” Sie ist stolz, dass ihre Gemeinde und auch ihr Land auf dem richtigen Weg sind. Das Ausbildungsprogramm für Gesundheitsberaterinnen wurde vom Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria (GFATM) und der Globalen Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (GAVI) gefördert und hat dabei geholfen, die Fälle von Malaria zu halbieren und mehr Äthiopier als je zuvor durch Impfungen zu schützen.

Lomita leistet einen Beitrag zum langfristigen Schutz ihrer Familie, ihrer Gemeinde und ihres Landes.

– Dieser Bericht wurde vom Living Proof Projekt und der Bill and Melinda Gates Foundation übernommen

Verbesserung der Gesundheitssituation — Empfehlungen an Staats- und Regierungschefs

Der Zugang zu lebensrettenden Maßnahmen wie der antiretroviralen Therapie für HIV/Aids, Moskitonetzen zum Schutz gegen Malaria und Impfungen konnte im Laufe des vergangenen Jahrzehnts drastisch ausgeweitet werden. Die Gesundheitssysteme in Afrika südlich der Sahara sind jedoch weiterhin nur sehr schwach ausgebildet. Die gesamte Region hinkt in Bezug auf die Prävention und Behandlung von Krankheiten der restlichen Welt hinterher, insbesondere, was Tuberkulose und die Versorgung von Müttern, Neugeborenen und Kindern betrifft. Ab dem Jahr 2010 sollten die Entwicklungspartner daher auf die folgenden Ziele hinarbeiten:

Infektionskrankheiten weiter bekämpfen: Wenn die Gesundheitssituation afrikanischer Frauen und ihrer Familien verbessert werden soll, dann dürfen die Fortschritte im Kampf gegen Krankheiten wie HIV/Aids, Tuberkulose, Malaria und Polio, unter denen Frauen und Kinder oft am stärksten zu leiden haben, nicht aufhören. Von 2011 bis 2013 wird der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria zwischen 17 und 20 Milliarden US-Dollar benötigen, um erfolgreiche Programme weiterführen und notwendige neue Maßnahmen treffen zu können.

Verstärkung der Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheit von Müttern, Neugeborenen und Kindern: Die Entwicklungspartner müssen vermehrt den Zugang zu Maßnahmen fördern, die Müttern und Kindern eine bessere Gesundheit ab der Schwangerschaft bis zum 5. Lebensjahr ermöglichen. Darüber hinaus müssen die übergreifenden Gesundheitssysteme und die Infrastrukturen auf einer breiten Basis verstärkt werden. Ein wichtiger multilateraler Mechanismus zur Verbesserung der Gesundheit von Kindern ist die Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (GAVI). Die GAVI wird zwischen 2010 und 2015 zusätzliche 4,3 Milliarden US-Dollar benötigen. Die Entwicklungspartner sollten ihre im Rahmen der Muskoka-Initiative von 2010 getätigten Zusagen zur Verbesserung der Gesundheit von Müttern, Neugeborenen und Kindern klar formulieren und diese auch umsetzen.