Wollen wir das große Potenzial der 430 Millionen afrikanischen Mädchen und Frauen freisetzen, haben wir noch einen langen Weg vor uns. Das UN-Gipfeltreffen zu den Millennium-Entwicklungszielen (MDGs) in diesem September bietet eine gute Gelegenheit, dieses Ziel weltweit zu unterstützen.[1] Wir wissen, was nötig ist, um das Potenzial von Frauen und Mädchen rund um den Globus freizusetzen: bessere Krankenhäuser, mehr Mädchen, die Schulen besuchen, bessere Unternehmensgründungs- und Entwicklungschancen und mehr Chancen für Frauen, in Führungspositionen zu gelangen.

Afrikas Zukunft hängt davon ab, ob es dem Kontinent in den kommenden zehn Jahren gelingen wird, scheinbar unüberwindbare Hürden zu nehmen: Frauen dürfen nicht mehr daran sterben, dass sie Leben schenken. Afrika muss sich innerhalb der globalen Wirtschaft durchsetzen. Seine Landwirte müssen ihre Familien und Gemeinden ernähren können und nicht zuletzt gilt es, die kommende Generation von Planern, Planerinnen, Entscheidern und Entscheiderinnen auszubilden. Afrika wird allerdings nur dann erfolgreich sein, wenn wir zunehmend in die Zukunft der Frauen investieren — als Bäuerinnen, Mütter, Ärztinnen, Unternehmerinnen — und ihnen so ermöglichen, Erfolg zu haben und einen Wandel in die Wege zu leiten — von ihrem Heim bis in die Hallen der Parlamente und Regierungen.
Die Frauen, über die hier berichtet wird — von der Süßkartoffelbäuerin aus Tansania bis zur Generaldirektorin der nigerianischen Börsenaufsicht — sind die treibende Kraft hinter dem Fortschritt, den Afrika in den vergangenen zehn Jahren erlebt hat. Sie sind der Beweis dafür, dass Frauen erfolgreich sein können — in kleinen Gemeinden und auf dem ganzen Kontinent.
Wir wissen: Afrikas Zukunft ist weiblich. Wir wollen für eine gute Zukunft sorgen. Dafür müssen wir unsere Investitionen in Frauen und Mädchen verstärken.
Wenn die Welt extreme Armut und Krankheit ernsthaft besiegen will, ist es an der Zeit, unser Engagement für afrikanische Mädchen und Frauen zu verstärken. Es ist an der Zeit für einen Wandel!
Die Maßnahmen zur Armutsbekämpfung konzentrierten sich in den vergangenen zehn Jahren darauf, Lösungen mit großer Tragweite verfügbar zu machen. Z.B. Schutzimpfungen, Moskitonetze zum Schutz gegen Malaria und Düngemittel für bessere Ernten. Diese Investitionen brachten sehr gute Ergebnisse und sollten fortgesetzt und erweitert werden. Doch ohne nachhaltige Grundlagen für Weiterentwicklung und Selbstversorgung zu schaffen — also engagierte, transparente Regierungen und eine starke Wirtschaft - können diese Erfolge nicht fortgesetzt werden.
Eine neue Entwicklungsstrategie, für eine bessere Regelung und Steuerung (Governance) und für nachhaltiges, gerechtes wirtschaftliches Wachstum, die zudem in das Potenzial der Frauen in Afrika investiert, wird helfen, dass Afrika die Millennium-Entwicklungsziele bis 2015 erreichen, Armut besiegen und künftigen Wohlstand selbst erarbeiten kann.
Die Empfehlungen aus diesem Bericht bieten eine Übersicht über die Maßnahmen, die alle Entwicklungspartner ergreifen sollten, um die Regelung und Steuerung zu verbessern, um wirtschaftliche Chancen zu schaffen und um mehr kluge Investitionen zu generieren. Ziel ist, die Millennium-Entwicklungsziele bis zum Jahr 2015 zu erreichen, indem das Potenzial von Frauen und Mädchen genutzt wird, um die Entwicklung ihrer Länder voranzutreiben.
Anmerkungen
[1] Die Millennium-Entwicklungsziele (MDGs) sind ein Maßnahmenkatalog, der auf die globale Bekämpfung von Armut und Krankheit bis zum Jahr 2015 abzielt. Die Regierenden aus 189 Nationen haben sich im Jahr 2000 durch Unterzeichnung der Millenniumerklärung in der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum Erreichen dieser Ziele verpflichtet. Die Fortschritte in Bezug auf die MDGs werden beim jährlichen Treffen der Regierungschefs zur UN-Generalversammlung im September 2010 besprochen.