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Impfen rettet Leben

 

Wir kämpfen um das Leben von vier Millionen Kindern bis 2015


Was ist das Besondere an Impfungen?

Impfen ist der effektivste Ansatz um in Entwicklungsländern das Leben von Kindern unter fünf Jahren zu retten. Anders als bei anderen Behandlungen haben Impfungen den Vorzug, dass ein einmal bestehender Impfschutz ein Leben lang hält und gesunde Kinder so gesund bleiben. Impfungen tragen nicht nur dazu bei, vermeidbare Todesfälle aufgrund von Krankheit zu verhindern. Sie reduzieren auch die Wahrscheinlichkeit von anderen Erkrankungen oder Behinderungen signifikant. Dies trägt wiederum zu Entlastungen und Kostenersparnissen in den noch schwach entwickelten Gesundheitssystemen bei. Vor allem aber erlaubt es Kindern wie Erwachsenen zur Schule zu gehen und ein produktives Leben zu führen.

Experten loben Impfungen deswegen manchmal auch als "Schnäppchen" der öffentlichen Gesundheit. Sie sind kostengünstig, relativ leicht zu verwalten und effektiv.

Warum ausgerechnet jetzt?

Zwei Krankheiten sind Hauptverantwortlich für das Sterben von Kindern in Entwicklungsländern: Durchfallerkrankungen und Lungenentzündungen. Etwa 36 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren fallen diesen beiden Killerkrankheiten zum Opfer -- mehr als durch HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose zusammen.

Neue Impfstoffe

2010 wurden neue Impfstoffe für diese beiden Krankheiten entwickelt, die sich für den Einsatz in Gesundheitssystemen der Entwicklungsländer eignen. Es handelt sich um Impfstoffe gegen Pneumokokken und den Rotavirus. Mit ihnen würden sich nicht alle Ursachen von Lungenentzündung und Durchfall erledigen -- aber es wäre ein immenser Schritt.

Lungenentzündung ist weltweit der größte "Kinderkiller". Jährlich fallen dieser vermeidbaren Krankheit etwa 1,5 Millionen Kinder zum Opfer -- also etwa alle 20 Sekunden ein Kind.

Durchfall ist die zweithäufigste Ursache für Kindersterblichkeit weltweit mit etwa 1,3 Millionen Toten pro Jahr. Der Rotavirus ist dabei die Hauptursache für schwere Durchfälle und entsprechende Dehydrierung bei Säuglingen und Kleinkindern: Jedes Jahr sterben etwa 500.000 Kinder alleine am Rotavirus.

Was fordert ONE?

Alle Geberstaaten müssen ihre Beiträge zur weltweiten Impfallianz GAVI erhöhen. Mit den angestrebten, zusätzlichen 3,7 Milliarden US-Dollar könnte garantiert werden, dass neue und zu wenig eingesetzte Impfstoffe Kinder in allen Teilen der Entwicklungsländer erreichen.

Warum GAVI?

Die Globale Allianz für Impfung und Immunisierung (GAVI) ist eine innovative und einzigartige Konstruktion öffentlicher und privater Zusammenarbeit (Public-Private-Partnership, PPP). Gemeinsam mit Partnern hat GAVI mehr als 288 Millionen Kinder geimpft und so seit 2000 schätzungsweise 5,4 Millionen Kinderleben gerettet. Dies war möglich durch

  • Schaffung eines verbesserten Zugangs zu Impfstoffen
  • Schaffung von Anreizen zur Entwicklung von auf Entwicklungsländern zugeschnittenen Impfstoffen
  • Schaffung eines Nachfragepools zur Kostensenkung

GAVI ist zudem Vorreiter in der Einführung innovativer Finanzierungsoptionen, um die Entwicklung und Herstellung von Impfstofffen für Entwicklungsländer zu beschleunigen. Dies hat dazu beigetragen, die Art und Weise wie neue und zu wenig genutzte Impfstoffe entwickelt und finanziert werden, entscheidend zu verändern.

GAVIs unterschiedliche Partner -- Organisationen der Zivilgesellschaft, Pharmaunternehmen, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Weltbank -- arbeiten zusammen um die Finanzierung für Impfstoffe, technische Unterstützung, Forschung&Entwicklung, sowie Sicherheits- und Qualitätsstandards zu sichern.

Was wird gebraucht?

Zwischen 2011 und 2015 wird GAVI 6,8 Milliarden US-Dollar benötigen, um die Impfpläne armer Länder zu unterstützen. Etwa die Hälfte davon würde für den Einkauf der neuen Impfstoffe gegen Pneumokokken und den Rotavirus verwendet. Von dieser Summe sind 3,1 Milliarden US-Dollar durch die Finanzierungszusagen von privaten und öffentlichen Geldgebern bereits gedeckt.

Es fehlen noch 3,7 Milliarden. Nur mit voller Finanzierung wird GAVI in der Lage sein, wie geplant zusätzlich 243 Millionen Kinder in Entwicklungsländern zu impfen. Der Tod von 3,9 Millionen Kindern bis zum Jahr 2015 würde so verhindert. Es wäre ein entscheidender Schritt zur Erreichung des Millennium-Entwicklungsziels Nr.4 -- Reduzierung der Kindersterblichkeit.

 

One Blog

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Vergangene Woche kamen über 300 Vertreter aus Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Medizin vom 24. bis 25. April in Abu Dhabi zusammen, unter anderem auch der Staatssekretär aus unserem Entwicklungsministerium, Hans-Jürgen Beerfeltz und Bill Gates. Auf diesem internationalen Impfgipfel diskutierten sie über globale Strategien, um besonders Kindern weltweit einen besseren Zugang ... Weiterlesen

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Presse

Pressemitteilungen zum Thema

  • Konferenz rettet vier Millionen Leben in vier Stunden -- und mehr

    13.06.2011

    London/Berlin. Mehrere Nationen und Organisationen haben heute in London auf der Geberkonferenz für die Internationale Impfallianz (GAVI) erhebliche finanzielle Mittel zugesagt. Die anwesenden Regierungs- und Organisationsvertreter sagten 4,3 Milliarden US-Dollar zu, um GAVIs Aktivitäten in den nächsten fünf Jahren zu unterstützen. GAVI macht Impfstoffe weithin zugänglich und neue Impfstoffe verfügbar. Die Summe der Zusagen übersteigt die ursprünglich angestrebte Summe von 3,7 Milliarden US-Dollar deutlich. WEITERLESEN

  • Über 300.000 Unterschriften an Dirk Niebel für lebensrettende Impfungen

    10.06.2011

    Berlin. Lungenentzündung und Durchfallerkrankung sind in Entwicklungsländern die wichtigste Todesursache von Kindern unter fünf Jahren. 36 Prozent der Todesfälle werden von diesen beiden Krankheiten verursacht. Mit zwei neuen und getesteten Impfstoffen kann die Globale Impfallianz (GAVI) in den kommenden fünf Jahren vier Millionen Kinder retten. Deswegen überreichte Tobias Kahler, Direktor der entwicklungspolitischen Organisation ONE, Bundesminister Dirk Niebel heute über 300.000 Unterschriften von Menschen, die eine ausreichende Finanzierung für GAVI fordern. WEITERLESEN

Zum Download

Deutschland und Globale Impfprogramme (PDF)

 


 

GAVI und Impfen in Zahlen

2,5 Millionen Todesfälle werden jedes Jahr durch Impfungen verhindert.

5,4 Millionen Todesfälle durch Hepatitis B, Hib, Keuchhusten, Masern, Gelbfieber und Kinderlähmung konnten durch GAVI-finanzierte Impfungen verhindert werden.

Kindersterblichkeit sank zwischen 1960 und 2005 um die Hälfte und sank seitdem weiter -- auch dank sinnvoller Impfprogramme.

Die weltweite Abdeckung mit der DTP3-Impfung (Diphterie, Tetanus, Keuchhusten) stieg in weniger als 10 Jahren von 65 Prozent (2000) auf fast 80 Prozent (2009).

Die einzige Krankheit, die je von der Menschheit ausgerottet werden konnte sind die Pocken -- dank weltweiter Impfprogramme.

Mit Kinderlähmung steht derzeit eine weitere Krankheit kurz vor der Ausrottung. 2010 gab es weniger als 1.000 Fälle in vier Ländern.

Masern sind eine weitere Erfolgsgeschichte: Zwischen 2000 und 2008 reduzierten umfassende Impfkampagnen die Zahl der masernbedingten Todesfälle weltweit um 78 Prozent -- in Afrika sogar um 92 Prozent.


 

Mehr über die Gesundheit von Kindern unter fünf Jahren